Die faschistisch organisierten Eigentums- und Machtverhältnisse im Kapitalismus

„Man muss sich hier klarmachen, dass die Mehrzahl der Beziehungen von Menschen untereinander als Tausch gelten kann; er ist die zugleich reinste und gesteigertste Wechselwirkung, die ihrerseits das menschliche Leben ausmacht, sobald es einen Stoff und Inhalt gewinnen will.”
„Zunächst wird schon oft übersehen, wie vieles, das auf den ersten Blick eine bloß einseitig ausgeübte Wirkung ist, tatsächlich Wechselwirkung einschließt: der Redner scheint der Versammlung, der Lehrer der Klasse, der Journalist seinem Publikum gegenüber der allein Führende und Beeinflussende zu sein; tatsächlich empfindet jeder in solcher Situation die bestimmende und lenkende Rückwirkung der scheinbar bloß passiven Masse; für politische Parteien gilt allenthalben das Wort: »ich bin ihr Führer, also muss ich ihnen folgen«; ja, ein hervorragender Hypnotiseur hat neulich betont, dass bei der hypnotischen Suggestion - offenbar doch dem entschiedensten Falle reiner Aktivität von der einen, unbedingter Beeinflusstheit von der anderen Seite - eine schwer beschreibliche Wirkung des Hypnotisierten auf den Hypnotiseur stattfände, ohne die der Effekt nicht erreicht würde. Jede Wechselwirkung aber ist als ein Tausch zu betrachten: jede Unterhaltung, jede Liebe (auch wo sie mit andersartigen Gefühlen erwidert wird), jedes Spiel, jedes Sichanblicken.“

„Der Leidende, empfangende, der ausführende Teil, dessen Wille ausgeschaltet war, und der einen stummen in der Luft liegenden Gemeinschaftwillen vollführte, war nun er, der so lange gewollt und befohlen hatte. Aber er betonte, dass es auf eins hinaus laufe. Die Fähigkeit, sagt er, sich seiner selbst zu entäußern, zum Werkzeug zu werden, im unbedingten und vollkommensten Sinne zu gehorchen, sein nur die Kehrseite jener anderen, zu wollen und zu befehlen. Es sei ein und dieselbe Fähigkeit. Befehlen und gehorchen, sie bildeten zusammen nur ein Prinzip, eine unauflöslich Einheit. Wer zu gehorchen wisse, der wisse auch zu befehlen, und ebenso umgekehrt. Der eine Gedanke sei in dem anderen einbegriffen wie Volk und Führer ineinander einbegriffen seien, aber die Leistung, die äußerst strenge und aufreibende Leistung, sei jedenfalls seine, des Führers und Veranstalters, in welchem der Wille Gehorsam, der Gehorsam Wille werde, dessen Personen die Geburtsstätte beider sei, und der es also sehr schwer habe.“
In allen kapitalistischen Währungsräumen der Welt gibt es neben den öffentlich-rechtlichen Strukturen des Staates (Exekutive, Legislative und Judikative, öffentlich-rechtliche Medien und die Zentralbank) eine zweite, verborgene Macht, nämlich das Kapital, dessen Macht- und Herrschaftswirkung den meisten Menschen unbewusst ist. Zum Kapital gehören u.a. das private Eigentum an Geld, Boden, Immobilien, Produktionsmitteln, Unternehmen und Betrieben, Wissen und Patenten nebst seiner Eigentümer und deren Organisationen. Ich unterscheide das Kapital der Realwirtschaft vom Kapital der Leihwirtschaft und nenne erstes Produktionskapital und letztes Leihkapital (siehe Unterscheidung von Marktwirtschaft und Zentralverwaltungswirtschaft).

Ein übergreifendes Merkmal der meisten materiellen Arten von Kapital ist, dass es sich um tote Materie handelt. Bei den immateriellen Kapitalarten wie Wissen, Fähigkeiten, Informationen und Patenten kann die Einordnung in das Schema lebendig/tot offen bleiben. Ich tendiere jedoch dazu, dass es sich auch bei immateriellem Kapital um Totes handelt.

Das Kapital ist privatautonom organisiert, untersteht jedoch (u.a.) über die Geldpolitik der Zentral- bzw. Notenbanken und einschlägige Grundsätze wie die Artikel 14 und 15 des Grundgesetzes nebst ihren Ableitungen wenigstens in Deutschland direkt und indirekt der öffentlich-rechtlichen Einflusses. Wesentliche Aufgabe der Geldpolitik ist es, durch entsprechende Einflussnahme die Höhe der Geldmarktzinsen im Währungsraum zu steuern. Die Höhe der Geldmarktzinsen wiederum wirkt sich auf alle anderen Zinsarten der Leihwirtschaft und die Preise (Kaufpreise, Arbeitsentgelte und Preise für Dienstleistungen) der Realwirtschaft aus (siehe Unterscheidung Leihwirtschaft und Realwirtschaft).

Die Funktion des Staates beschränkt sich im Kapitalismus auf eine ausgleichende Einflussnahme auf die privatautonom gestaltete Marktwirtschaft (Privatwirtschaft), damit die Grundrechte der Einzelnen gewahrt bleiben. Zur ausgleichenden Einflussnahme erhebt der Staat Steuern auf Vermögensänderungen, also auf Einnahmen und Ausgaben, und verteilt diese über die Gewährung staatlicher Leistungen um. Vermögen hingegen werden steuerlich nicht angetastet, denn das stünde im logischen Widerspruch zur wesentlichen Regel des Kapitalismus ,„der Zins positiv“.

Es ist, auch und gerade im Hinblick auf die Möglichkeit negativer Geldmarktzinsen, wichtig zu verstehen, dass und wie sich Teile des Staates, speziell die Verwaltungsstrukturen und fiskalischen Behörden aus den Intermediären der Leihwirtschaft (Vermögensverwalter, Rittertum) entwickelt haben (Norbert Elias in Über den Prozess der Zivilisation über die Soziogenese des Staates und die Entstehung des Beamtentums).

In diesem Abschnitt geht es um die Struktur des Systems von Verträgen, mit der das Kapital, bzw. seine Eigentümer, sein Wachstum auf der Grundlage des Wachstums des Lebendigen organisiert (Reproduktionskopplung zwischen Kapital und Lebendigem). Die Strukturen, die man dort in unmittelbarer Nähe des Kapitals findet, sind in der Regel hierarchisch (griechisch archein = herrschen). Die Beziehungen zwischen den Hierarchie-Ebenen bestehen in Leihverträgen, Eigentums- und Weisungsverhältnissen. Aus dem so gesponnenen Netzwerk extrahieren die Eigentümer und Gläubiger zukünftige Möglichkeiten in der Höhe der Zinsen, also der Wachstumsraten des Kapitals, indem sie den Zinsschuldnern Notwendigkeiten zumuten und diese Forderungen durchsetzen (Der Zins und Gleichgewicht der Bestimmung).

Die Schnittstelle, durch die der Zins zum Kapital hinfließt, besteht im Bankennetz, dem Arbeitsmarkt und im Markt zur Vermietung von materiellem Kapital. An dieser Schnittstelle wird der Zins von den Menschen auf der einen Seite genommen und den Menschen der anderen Seite gegeben. Der Zins entsteht jedoch nicht „aus dem Nichts“, sondern wird immer „erwirtschaftet“ bzw. „vom Leben gegeben“. Dies geschieht entweder durch Arbeit, von Menschen und Tieren und der übrigen Natur und letztendlich immer durch eine mehr oder weniger subtile, unbewusste Abzweigung der Arbeitskraft, die ich als Diebstahl qualifiziere. Folgerichtig heisst das Eigentum auch privat, lat. geraubt, und folgerichtig ist die Verallgemeinerung für Arbeit Stoffwechsel.

Im Verlauf des Eingliederungsprozesses in die Eigentümerstruktur, die »Matrix«, infolge der Wirkung von Schulden und daraus entstehenden Zwängen entstehen als logische Konsequenz des positiven Zinses Räume monetärer Möglichkeiten. Der für die Gesamtbetrachtung wichtigste Aspekt dieser Räume, die wie Trauben an einem Weinstock hängen, ist die Frage, ob aus dem Raum NETTO Zins hinein oder hinaus fließt (zinsneutrale Schicht). Im Kapitalismus gilt in der Regel, dass umso mehr Zins aus dem Raum hinaus fließt, je kleiner er ist. Wie sind diese diese Beeren und ihre Zusammenschlüsse zu Trauben, und wie ist der Zusammenschluss von Trauben zu einem Weinstock (die »Matrix«) entstanden?

Der Begriff des Faschismus, den ich in diesem Abschnitt schärfen möchte, verdankt seine Prominenz den sozialen Ereignissen in Europa in den ersten zwei Dritteln des 20. Jahrhunderts. Was heute gemeinhin als der »Faschismus des 20. Jahrhunderts« bezeichnet wird, ist der ausführende Teil dieses Faschismus, den ich meine. Zuletzt wurde der Begriff in den politischen Herrschaftsformen in Europa zwischen der Weltwirtschaftskrise 1929 und dem Ende des 2. Weltkriegs geprägt. Insbesondere im Prinzip der Gleichschaltung während der Machtergreifung durch die NAZIs. trat das Prinzip der Hierarchie als eine Ordnung der Nomie hervor.

Bei genauerer Analyse offenbart sich, dass die Faschismen des 20. Jahrhunderts extremistische Fortsetzungen des Kapitalismus sind. Die Organisationsstruktur der Wirtschaft und Gesellschaft im reifen Kapitalismus ähnelt stark der mittelalterlichen Herrschaftsform des Feudalismus (in Deutschland vor 1806). Analog sind in der Relation zwischen Kapitalismus und Feudalismus, das feudum und das Kapital, der Fron und der Zins, der Begriff des Lehnsherren und des Kapitalisten, und schließlich und zentral der Begriff des Vasallen und des Bankers. Der Faschismus ist also eine soziale Struktur, die schon seit Langem vorhanden ist, doch nicht bewusst und abgeschieden vom übrigen Teil des kulturellen sozialen Geflechts wahrgenommen wird.

Terminologie für Organisationsformen und Definition des Faschismus

Die Organisation der Handlung der Menschen, also ihrer Arbeit, geschieht über eine Ordnung der Nomie, die sich in den Eigentums und Besitzverhältnissen, also der Vermögensverteilung widerspiegelt. Die Bestimmung über die Arbeit geht von den Kapitalseignern aus, denen auch der Gewinn zufließt. Die äußeren Gesetze und Regeln (die äußere Nomie) sind im sich entwickelnden Kapitalismus immer stärker von immer weniger werdenden Menschen bestimmt, denen sich in der Folge immer mehr Menschen fügen müssen. Diese ungleiche Verteilung der Bestimmung (Nomie, Gesetzgebung) resultiert aus der Ungleichheit der Vermögen.

Ein Vermögen wiederum ist ein monetäres Maß von Möglichkeiten. Selbst bestimmte Handlungsmöglichkeiten haben aufgrund des Zinses im reifen Kapitalismus immer weniger Menschen. In der Folge sind immer mehr Menschen relativ zu den Wenigen fremdbestimmt und müssen sich der Anstrebung der Zwecke der Wenigen unterordnen.

Als Grundlage für diesen Abschnitt definiere ich hier zunächst die Begriffe der Hierarchie und Heterarchie, die komplementäre Extremformen nomischer Netzwerke sind. Wesentliche Bestandteile von nomischen Netzwerken sind

Auf nahezu allen Skalen der menschlichen Organisation findet sich die Form der Hierarchie. Sie spiegelt die Struktur der Direktion im Militär, in Unternehmen und auch, auf der makro-ökonomischen Skala in der gesamten Wirtschaft und Gesellschaft, denn die Vermögensverteilung, die die Eigentums und Beteiligungsverhältnisse an Unternehmen darstellt, ist eine Verteilung der monetären Nomie.

Der hier dargestellte Zins-Faschismus ist eine hierarchische Organisationsstruktur innerhalb der Kultur (Gesellschaft und Wirtschaft zusammengenommen). Die Höhe des Vermögens regelt darin die Direktion seiner Knotenpunkte. Große Vermögen haben eine höhere, kleine Vermögen eine niedrigere Direktionswirkung. Die Strukturbildung im Faschismus ist gerichtet auf eine Herstellung von Harmonie, also die Ausgeglichenheit (Spannungsfreiheit) der Bilanz durch das Entfernen oder Verdrängen von Direktionskonflikten (gegeneinanderstehende Bestimmungen, nomische Divergenzen) zur Sicherstellung der Rechtsstaatlichkeit des Systems. Direktionskonflikte bestehen in der fehlenden Passgenauigkeit und Anschlussfähigkeit aufgrund der Andersartigkeit eines Elements oder in einer zuwiderlaufenden Zwecksetzungen miteinander in Beziehung stehender Elemente. Die Eingliederung neuer Elemente in das hierarchische System geschieht in einer Übertragung des Wertesystems (Sozialisation durch Internalisierung von Zwängen).

Sozialer Graph eines hierarchischen nomischen Netzwerks. Die Kreise (Knotenpunkte) symbolisieren Menschen oder auch Gruppen von Menschen, die Pfeile zwischen den Kreisen geben eine Richtung (Direktion) der Bestimmung an (Weisungsrichtung). Die sich im Kapitalismus, also bei positivem Zins entwickelnde Ordnung der Nomie ist eine Hierarchie. Dies ist in der Grafik rechts oben zu erkennen, wenn das im Knoten mit dem Index 0 zusammenlaufende Netzwerk nach absteigender Ordnung sortiert wird. Das Bild welches man auf diese Weise erhält ist eine Pyramide.

In der Beziehung der Menschen untereinander ist für Hierarchien die Ungleichwertigkeit der Menschen, dargestellt in ihrem Rang innerhalb des Wertesystems, und die Weisungsgebundenheit (Unterwerfung und Fügung) gegenüber den im Wertsystem höher Stehenden wesentlich. In den Beziehungen der Menschen außerhalb des Geldsystems ist eine pathologische Form dieser im Geldsystem propagierten Ideologie der Ungleichwertigkeit das Phänomen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.

Der Faschismus (Tyrannis) ist ein nomisches Netzwerk, in dem es nur einen Knoten gibt, der bestimmt (der Führer) und in dem es sehr viele übrige Knoten gibt, über die nur bestimmt wird (die Basis). Die Knoten zwischen Führer und Basis sind sowohl bestimmend als auch fremdbestimmt. Der Führer ist der einzige Autonome, die Basis ist vollständig heteronom und zwischen Basis und Führer gibt es graduell verlaufende Mischzustände in Bezug auf die Bestimmung / Nomie. Die Durchsetzung der Direktion geschieht im Faschismus durch Anwendung von Gewalt. Im Gegensatz zur Monarchie ist die Rangordnung seiner Elemente nicht materiell, also auf das Eigentum am Kapital begründet, sondern begründet sich auf ein ideologisches Wertsystem, in dem nicht allein das Kapital den Rang definiert.
Der Faschismus ist also eine hierarchische Organisationsform. Er unterscheidet sich nur im Ausmaß der Gewaltausübung von anderen hierarchischen Organisationsformen wie der Monarchie.
Soziale Struktur der Nomie im Kapitalismus
Sozialer Graph mit hierarchischer Ordnung der Nomie infolge des Zinsflusses. Direktion und Zinsfluss sind einander entgegen gerichtet.

Das Gegenteil der Hierachie ist die Heterarchie, in der in den überwiegend sozialen Beziehungen (den Kanten) die Direktion in etwa gleich verteilt ist. Im Mittel bestimmt also niemand (allein) und über niemanden wird (nur) bestimmt. Autonomie und die Heteronomie sind also, anders als in Hierarchien, in einem Gleichgewicht.

Als bekannteste Beispiele von Heterarchie ist das Prinzip der Arbeits- und Funktionsteilung in der Realwirtschaft zu nennen und die Art von Austausch und Organisation von Organen im menschlichen Körper.

Im Folgenden zeige ich, wie eine die Spielregeln des Kapitalismus anwendende heterarchisch organisierte Gesellschaft, in der der Funktionscharakter dominierend ist, zunehmend in eine hierarchisch organisierte Gesellschaft überführt wird. Der heterarchische (der Funktions-) Teil der Organsiation geht dabei jedoch nicht verloren, sondern wird dem hierarchischen Teil, geordnet entlang des emergierende Wertsystems, unterworfen.

Schuld und Zwang

Das Wesentliche bei diesem Ordnungsvorgang, bei dem der Zins-Faschismus ein konstituierendes Element ist, sind die positiven Zinsen in den Leihverträgen und deren Wirkungen auf die benachbarten, an Märkten gebildeten Geld-Beziehungen. Zinsen sind auf der einen Seite des Leihvertrags (künftige) Guthaben und auf der anderen Seite (gegenwärtige) Schulden. Der Zins ist auf der Seite des Leihnehmers eine Geldschuld, die er in seinem Netzwerk verteilen muss (»Streuung«), wenn er sie nicht selbst annimmt (»Absorption«). Zunächst müssen beim hier zentralen Begriff der Schuld Mehrdeutigkeiten geklärt werden.

In einem Wörterbuch findet sich zu Schuld:

  1. Zuschreibung von Ursächlichkeit von etwas als schlecht Bewertetem: Ursache von etwas Unangenehmem, Bösem oder eines Unglücks, das Verantwortlichsein, die Verantwortung dafür. Nach einem Ereignis mit als unangenehm, böse oder Unglück bewerteten Folgen, das in der Wirksphäre eines Einzelnen stand, liegt diese Bedeutung von Schuld in der Zuschreibung von Ursächlichkeit.
  2. Qualifizierung des Verstoßes gegen ein Wert(e)system: bestimmtes Verhalten, bestimmte Tat, womit jemand gegen Werte, Normen verstößt; begangenes Unrecht, sittliches Versagen, strafbare Verfehlung. Diese Bedeutung von Schuld basiert auf der Einordnung von Verhalten in ein überindividuelles Wertsystem. Schuld hat derjenige, der gegen Bestimmungen oder Werte des Wertsystems verstößt.
  3. Monetäre Schuld: Geldbetrag, den jemand einem anderen schuldig ist.
  4. Erinnerung an eine Hingabe: in »[tief] in jemandes Schuld sein/stehen«. Diese Definition basiert auf einer Hingabe in der Vergangenheit, der bis in die Gegenwart noch nicht durch eine Gegenleistung ausgeglichen wurde.

Die ersten beiden Formen der Schuld beziehen sich auf ein Wert(e)systems, das Verhalten oder Geschehnisse aufgrund ihrer Wirkung auf Betroffene als gut oder schlecht einordet. Luhmann nennt die Einordnung und Abhandlung von Verhalten binäre Schematismen. Sie bilden einen Teil des überindividuellen Wert(e)systems.

Die letzten beiden Schuldformen bemessen in der Gegenwart oder in der Vergangenheit Ausgetauschtes: eine Schuld des Schuldners besteht gegenüber etwas oder jemandem, dem Gläubiger, und sie besteht in einer materiellen (in Form eines Geldbetrags) oder immateriellen Forderung des Gläubigers gegenüber dem Schuldner. Der Gläubiger glaubt an oder hofft auf den Ausgleich der Schuld durch den Schuldner.

Physikalisch betrachtet ist eine Schuld analog zu einer elektrischen oder auch einer mechanischen Spannung, die eine Neigung zur Relaxation hat. Die Relaxation (oder der Ausgleich) einer Schuld kann durch Beibringung eines der Schuld entsprechend angemessenen Guts gegenüber dem Gläubiger geschehen. Sehr viele immateriellen Schulden (z.B. der Verlust von Angehörigen, Umwelt-Schäden, Arten-Sterben) haben keinen Ausgleich, der entstandene Schaden ist „nicht wieder gut zu machen“.

Zu Zwang findet sich:

  1. Einwirkung von außen auf jemanden unter Anwendung oder Androhung von Gewalt
  2. starker Drang in jemandem
  3. Beschränkung der eigenen Freiheit und Ungeniertheit, mit der sich jemand anderen gegenüber äußert
  4. starker Einfluss, dem sich jemand nicht entziehen kann
  5. von gesellschaftlichen Normen ausgeübter Druck auf menschliches Verhalten
  6. Bestimmung der Situation in einem Bereich durch eine unabänderliche Gegebenheit, Notwendigkeit
  7. (Psychologie) das Beherrschtsein von Vorstellungen, Handlungsimpulsen gegen den bewussten Willen
Eine monetäre Schuld stellt einen ungerichteten Handlungszwang dar. Ungerichtet ist der Zwang, weil dem Schuldner offen steht, wie die Schuld beglichen wird. Eine Schuld stellt eine Zwang dar, da der Schuldner gegenüber dem Fall der Unschuld etwas tun muss. Seine Privatautonomie (Artikel 2 Abs. 1 GG) ist also eingeschränkt. Dies stellt sich in Vertragsabschlusszwängen dar, also in dem Vorgang, der zur Erweiterung der Eigentumsmatrix um weitere Zinsgeber führt (Zins und das Gleichgewicht der Bestimmung). In diesem Aspekt des Faschismus ist auch der Charakter eines Ponzi-Schemas oder Schneeballsystems erkennbar: Die neu Hinzugewonnenen werden ausgebeutet und bewirken mit ihrer über die Annahme von Schulden erzwungenen Hingabe (des Zinses) die Ausdehnung der Gesamtstruktur.

Die Beziehung zwischen Geldschulden und Zwängen betone ich hier, um zu begreifbar zu machen, wie die auf der Aktivseite der Bank (im Allgemeinen auf der Seite der Leihnehmer) Zinsschulden zu Handlungszwängen führen, während auf der Passivseite (im Allgemeinen die Seite der Leihgeber) zusätzliche Möglichkeiten und also Freiheiten entstehen, denn ein Geldguthaben ist ein Kontingenzmaß (Maß für Freiheiten und Möglichkeiten ohne Notwendigkeiten) und eine Geldschuld ist ein Obligationsmaß (Zwangsmaß, Maß für Notwendigkeit). Die makroökonomische Beschreibung dieses Schuldverdrängungsprozesses über Märkte habe ich im Abschnitt über die Zins-Allokation beschrieben. Die mikroökonomische Beschreibung, die Störung der Preisbildung an Märkten, findet sich im Abschnitt über Zins, Preise und Stoffströme.

Der Faschismus als ein Mittel dazu, den Prozess des Lebendigen und der Schöpfung zu binden und zu kontrollieren

Der Vortrieb des Netzwerks des Faschismus ist letztlich auf das Kapital rückführbar, das zu seinem Wachstum seinen Wachstumsquell, die menschliche Arbeit und ihre Bedingungen immer stärker kontrollieren (»faszinieren«) muss. Seine Organisationsform ist sektenartig-mafiös, er besteht in Seilschaften, Verbindungen und Beziehungen, die an einem Ende seiner Teilgraphen am Kapital ankoppelt und am anderen Ende an seinem Wachstumsquell, der menschlichen Arbeit und ihren Bedürfnissen und Bedingungen.

Bilder mit Fasziengewebe, das Muskeln und Organe umschließt und über das Informationen in der zentralen Verarbeitung zugeführt wird und Befehle aus der zentralen Verarbeitung gesandt werden.

Ein Teil der Organe dieses in die Kultur eingebetteten faschistischen Netzwerks sind die Intermediäre der Leihwirtschaft, die in der Einleitung erwähnte Schnittstelle. Dazu gehören im Wesentlichen Banken und Vermögensverwalter, doch sind im Prinzip alle Institutionen und Märkte, in und auf denen vertragliche Beziehungen geknüpft werden, in denen einseitig Geldbeträge aus Arbeitsprozessen abgezapft werden, Teil dieses faschistischen Netzwerks der Eigentümerstruktur, also auch Börsen wo Aktien, die ja Anteile an Unternehmen und Betrieben sind, gehandelt werden.

Seine Einfluss auf die Gesetzgebung macht der Faschismus über den Lobbyismus und andere Formen der Einflussnahme auf Politik geltend. Ideologisch dem Zinsnehmen verbundene Menschen handeln in ihrem Sinne jedoch auch in anderen nicht-staatlichen Organisationen wie Gewerkschaften, Zeitungen, Zeitschriften, privaten und öffentlichen Medien und in anderen Verbänden und Vereinen.

Zu nennen sind insbesondere auch die kapitalistischen Denkschulen, wie die Freiburger Schule, die Frankfurter Schule, die österreichische Schule, die Miserianer, Chicago School of Business. Auch in Denkfabriken und in Beratungsunternehmungen, wie PWC, E&Y, KPMG, Deloitte und anderen, herrscht natürlich kapitalistische Ideologie und kommt zur Anwendung.

Angehörige dieser Ursekte der Menschheit, im Folgenden auch Zins-Sekte genannt, finden sich überall, doch sind sie nur schwer zu erkennen.

Die Zinssekte und der theo-ökonomische Komplex

Gegenstand dieses Abschnitts ist die Beschreibung einer relativ kleinen gesellschaftlichen Gruppe, die den Prozess der aktiven Organisation der vertraglichen Beziehungen des seine Macht bereichernden Kapitals im voranschreitenden Kapitalismus und seine Aufrechterhaltung bewirkt. An dieser Organisation sind öffentliche Personen wie auch Privatleute, Stiftungen und auch sog. geheime Gesellschaften beteiligt.

Der folgende Text und die hier vorgetragene Vorstellung der Zinssekte habe ich aus eigenen Gesprächen gewonnen. An die Existenz dieser Sekte und deren Korrelate und Assoziaten, wie bestimmte religiöse Sekten, Denkschulen und Geheimgesellschaften, habe ich überhaupt keinen Zweifel mehr, da mir diese Menschen immer wieder begegnet sind. Angehörige dieser ältesten und gefährlichsten Sekte der Menschheit erkennt man im Gespräch daran, dass sie logischen Argumentationen unzugänglich sind, die die moralische und ethische Grundlage das Zinsnehmens hinterfragen, in Zweifel oder Abrede stellen, obwohl diese Menschen mit konziser logischer Argumentation grundsätzlich keine Schwierigkeiten haben. Über die Gründe für dieses Verhalten kann ich nur spekulieren. Ich betrachte alles für möglich zwischen ideologischer Verblendung, opportunistischer Befangenheit, weil sie Nutznießer der Herrschaft des Geldes sind bis hin zu Psycho- und Soziopathologie. Rational, „klug”, sozial oder ähnliches ist das Zinsnehmen nicht. Es ist einfach das zentrale, älteste und mächtigste Herrschaftsmittel des Zivilisationsmenschen über seine Untergebenen und die Wurzel allen Übels der Welt.

Die Menschen einer Sprache können grob in Wissende und Nichtwissende unterteilt werden, wobei die Gruppe der Nichtwissenden sehr viel größer ist als die Gruppe der Wissenden. Das Prädikat 'wissend' beziehe ich hier auf die Kenntnis wesentlicher Wirkweisen des Zinsnehmens sowie des Zinsvorzeichens. Die Nicht-Wissenden (die geistig Armen, wie es im neuen Testament in Matthäus 5:3 heißt) sind entsprechend diejenigen Menschen, die nur über oberflächliches Wissen der Wirkweise von Zinsen verfügen, das typischerweise in sich nicht kohärent, teilweise inkonsistent, jedenfalls nicht kompakt, sondern eher als unübersichtlich empfunden in ihrem Bewusstsein präsent ist.

Erfahrungsgemäß wissen relativ Vermögender eher von der Bedeutung des Zinses als Ärmere. Menschen, die über gar kein zinstragendes Vermögen verfügen sind eher unwissend. Die Zinssekte ist eine Teilgruppe der Wissenden (im neuen Testament die „Kinder des Bösen” in Matthäus 13,36-42). Ich ordne diese Gruppe als böse und seelisch abartig (!) ein und unterscheide sie damit von den anderen Wissenden, die den Zins als unabwendbares Übel betrachten und zwar wissen, dass das Zinsnehmen die seelische Krankheit des Zivilisationsmenschen ist, jedoch zu feige oder zu schwach sind, etwas dagegen zu unternehmen. Einige dieser nicht-bösen Wissenden beschränken ihren passiven Widerstand darauf, darauf zu achten, dass die Zinssekte, wenn sie sich überhaupt zum Zinsnehmen äußert, wenigstens keine Lügen verbreitet. Andere schweigen sich zwar darüber aus, stützen also die Herrschaft der Zinssekte, haben es sich aber zur Lebensaufgabe gemacht, wenigstens die schlimmsten Symptome des Kapitalismus zu bekämpfen, wie den Menschen- und Organhandel, den Waffen- und den Drogenhandel, also die organisierte Kriminalität. Nicht selten findet man daher in der Exekutive aufgeklärte Beamte.

Die Anhänger der Zinssekte haben öffentlichen und privaten Organisationen als Maulwürfe unterwandert und verhindern dort das Bewusstwerden der jeweils spezifischen Wirkweise des Zinsvorzeichens. Die Adressaten der Manipulationen der Zinssekte sind die einflussreichsten Institutionen (Gewalten) eines Landes. Dazu gehören

  1. die Legislative, die Exekutive und die Judikative (zwischen Lobbyismus und Korruption)
  2. die Zentralbank (Geldpolitik)
  3. die internationalen Verträge (Handelsabkommen)
  4. die Medien (Verzerrung der Außenwahrnehmung / Wirklichkeit)
  5. Die Gewerkschaften und ihre Funktionäre
  6. die politischen Parteien
  7. Die Kirchen, andere Sozial-Verbände und gesellschaftliche Gruppen.

Zur Aufrechterhaltung ihrer Macht und ist das wichtigste Ziel der Zinssekte die Aufrechterhaltung der Latenz, also des Nichtwissens und Unbewussten in Bezug auf die Wirkung des Zinsvorzeichens. Die Mittel zu diesem Zweck sind Maßnahmen zur Unterdrückung des Bewusstseins:

Es fällt in seit dem Ende des zweiten Weltkriegs sehr schwer, Erklärungen dafür zu finden, warum Wissende mit gutem Ruf und gesellschaftlicher Stellung nicht ihre ganze Kraft dafür aufwenden, die Nichtwissenden auf allen zur Verfügung stehenden Kommunikationskanälen über die Wirkung der Zinsen aufzuklären.

Der Prozess der Einbindung von neuen Zins-Zahlern macht auch vor Ländergrenzen nicht halt. Dieser Teil-Prozess des Zins-Faschismus' heisst Globalisierung.

Die wesentliche Motivation des kapitalistischen Zins-Faschismus' ist also die Verteilung von Zinsen, also einer Schuld entlang der Wertschöpfungskette, nicht jedoch die Optimierung der Unternehmensabläufe bei gleichbleibender Arbeitsleistung. Die Optimierung der Prozessabläufe ist ein guter Teil des Kapitalismus.

Das kapitalistische Wertsystem, sein Darwinismus und seine Übertragung

Charles Darwin postulierte nach seinen Reisen um die Welt und seinen Beobachtung die Theorie der Evolution. Nach der mittlerweile anerkannten Evolutionstheorie sind die durch Paarungen einerseits immer wieder neu entstehenden den Eltern andererseits jedoch verwandten Lebewesen in Ihrer Existenz in der Umwelt einem natürlichen Selektionsprozess unterworfen (vergleiche hierzu auch Selektion von Algorithmen in der Informatik, in der MCMC Integration in der stochastischen Modellierung sowie als Symptom einer perversen menschenverachtenden Ideologie während des N.s. Regimes in Deutschland 1933-1945), der gerade diejenigen genetischen Codes (Bauplan des Lebewesens) überleben lässt, die am besten an die Umweltbedingungen angepasst sind.

Neben den natürlichen Selektionsmechanismen schafft die Wirkung des Zinses im sozialen Gefüge einen künstlichen Selektionsmechanismus, dessen Auswahlkriterien von den Kapitalseignern bestimmt wird. Es überleben auf diese Weise die am besten an den Kapitalismus und an die vom Kapitalismus geschaffene künstliche Welt Angepassten. Dies stellt einen schwerwiegenden und potenziell gefährlichen Eingriff in die Naturgesetze dar, denn falls die vom Kapitalismus geschaffene künstliche Welt zusammenbricht, und das tut sie immer wieder, dann ist der Mensch wieder den natürlichen Umweltbedingungen ausgesetzt, denen er vor dem Zusammenbruch nicht mehr ausgesetzt war. Hat der Mensch insbesondere verlernt, sich in der natürlichen Umwelt zu überleben, dann wird er zwangsläufig sterben.

Als monetär messbare Auswahlschwelle, ab der ein Mensch systemisch als eigenständig überlebensfähig definiert werden kann, dient im Kapitalismus der kritische Eigentums- und Besitzstand (vgl. die Schwelle zur eigenständigen Existenz). Die Auswahlregeln des kapitalistischen Selektionsprozesses bestehen mindestens in der Akzeptanz der kapitalistischen Grundwerte. Es kommen jedoch mit der Zeit komplexere Wert hinzu die auf die kapitalistischen Grundwerte aufbauen.

Menschen mit einem Vermögen unterhalb der zins-neutralen Schicht (das ist die Klassengrenze der Marx'schen Theorie) zahlen NETTO Zinsen für die Menschen mit Vermögen oberhalb der Schwelle.

Übertragung des Wertsystems in Erziehung, Kindergarten, Schule, Ausbildung, Studium und Fortbildung, binäre Schematismen, gut und böse, richtig und falsch, .... Stockholm-Syndrom

Faschistische Machtmittel

Monetäre Machtmittel

Aufteilung der Bestimmung: Investor ob Existenz (ja/nein), Unternehmer wie (Modus) Joseph Schumpeter in Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung

Nur der Unternehmer bedarf prinzipiell des Kredits, nur für die industrielle Entwicklung spielt er eine wesentliche Rolle, d.h. eine Rolle, deren Berücksichtigung zum Verständnis des ganzen Vorgangs wesentlich ist. Auch sieht man auf Grund der Ausführungen des zweiten Kapitels [u.a. Definition des Unternehmertyps, Skizzierung des Durchsetzens neuer Kombinationen und Produktionsweisen] sofort, dass auch das Korrelat der These gilt, nämlich der Satz, dass alle wirtschaftliche Entwicklung, wo es keine Verfügungsgewalt der Führer gibt, prinzipiell des Kredits bedarf.
In diesem Sinn ersetzt die Gewährung von Kredit Führerschaft und Führung. Der Unternehmer führt durch die Durchsetzung neuer Ideen und dient dabei der Vermehrung des Geldes der Kreditgeber.

Teile und Herrsche

Das Werkzeug der Schuldverteilung und der Organisation des Netzwerks ist unter der lateinischen Bezeichnung divide et impera, für Teile und Herrsche bekannt.

Teile und Herrsche (lat. divide et impera) ... Werkzeug des Teufels.... bivalente Logik Begriffe, Wissen, Weltanschauung und Glauben. Logisch komplementäre Weltanschauung, „Anti-Welten“, Reduzierte Wirklichkeitsräume - Reduktionen der Wirklichkeit, Verdrängung, Spaltung

[...]

Arbeitsteilung, Fachidioten und Controlling. Verbergen von Wissen zur Verhinderung von Macht,

Teilung der Wissenschaften in jeweils unterkritische Wissensmassen.

BWL/VWL - Kapitalmarkttheorie und Tauschwirtschaft, aber „nichts“ dazwischen, Verschleierung der Geldschöpfung und der „Erschaffung“ von Geld. Mangelhafte bis ungenügende Geldtheorie, Mystifizierung und künstliche Verkomplizierung der Wirtschaftswissenschaften, usw....

Psychologie - Rechts„wissenschaften“ - Soziologie - Ökonomie -

Jesaja Kapitel 5:

  1. Weh denen, die das Unrecht herbeiziehen mit Stricken der Lüge und die Sünde mit Wagenseilen
  2. und sprechen: Er lasse eilends und bald kommen sein Werk, dass wir's sehen; es nahe und treffe ein der Ratschluss des Heiligen Israels, dass wir ihn kennen lernen!
  3. Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen!
  4. Weh denen, die weise sind in ihren eigenen Augen und halten sich selbst für klug!

Referenzen / Einzelnachweise

Querverweise auf 'Die faschistisch organisierten Eigentums- und Machtverhältnisse im Kapitalismus'