Zustand Juli 2015

Wir haben in Deutschland eine demografische Katastrophe, denn Deutschland hat die niedriste Geburtenrate weltweit. Es werden immer weniger Kinder geboren, die Geburtenrate ist in 2015 etwa bei 1,43 Kinder „pro gebärfähige Frau“ angekommen.

Geburtenrate
All dies ist auch nicht neu, es wurde ausführlich z.B. von Frank Schirrmacher: „Das Methusalem-Komplott“ (2004) beschrieben, aber so richtig angekommen ist die Erkenntnis, dass wir bald demografische Verhältnisse wie nach dem 2. Weltkrieg haben werden, in den Politiker-Hirnen noch nicht.

Warum ist das denn so schlimm?

Das bedeutet, dass die Bevölkerung schrumpft, denn die Fruchtbarkeitsrate zur Erhaltung der Bevölkerung müsste etwa bei 2,1 liegen. Zitat wikipedia (Juli 2015):

„In modernen Gesellschaften mit geringer Säuglings- und Kindersterblichkeit geht man davon aus, dass rechnerisch etwa 2,1 Kinder pro Frau geboren werden müssen, um die Bevölkerung ohne Wanderung langfristig auf einem konstanten Niveau zu halten. Diese Zahl ist nicht exakt 2, weil das Geschlechterverhältnis bei der Geburt nicht 1:1 ist, sondern auf 1.000 Geburten nur etwa 485-490 Mädchen kommen, und weil auch in höher entwickelten Ländern einige Frauen sterben, bevor sie die Menarche erreicht haben.“

sozialiversicherungspflichtig Beschäftigte
Sieht man einmal davon ab, dass es hier um die Erhaltung des auf der Fläche Deutschland lebenden Menschenvolkes geht und zieht man eine ökonomische Betrachtung einer sozialen vor, dann gibt es zwar durch den Rückgang an Geburten im Moment noch keinen Fachkräftemangel, jedoch sind unsere Alterssicherungssysteme durch eine Umlage finanziert. Die Rente wird nämlich von den sozialversicherungspflichtigen (s.v.p.) Beschäftigungsverhältnissen auf die Konten der Rentner „umgelegt“. Die Rentner beziehen ihre Rente also von denen, die s.v.p. arbeiten. Das geht so lange gut, wie genügend s.v.p. Beschäftigungsverhältnisse da sind und auch das hängt indirekt (mit etwa 20-30 Jahren zeitlicher Verzögerung) von der Geburtenrate ab. Die Anzahl dieser s.v.p. Arbeitsverhältnisse in Deutschland steigt seit 2006 glücklicherweise wieder langsam an, die Geburtenrate jedoch bleibt unverändert.
Bevölkerungspyramide Deutschland
Links sehen wir eine "natürliche" Bevölkerungspyramide von 1910 vor dem ersten Weltkrieg. In der Mitte ist die Situation von 1990 gegeben, man sieht deutlich die Kriegsspuren (bei 45 Jahren 2. WK und bei 72 Jahren 1. WK) und den Pillenknick (bei 25 Jahren bis 18 Jahren). Rechts ist die Berechnung/Projektion für 2030. Wir sehen, dass immer weniger Kinder geboren werden (bei 0 Jahren nimmt die Breite des Fußes der Pyramide ständig ab). In 2013 waren es etwa 682.000 Kinder in Deutschland pro Jahr (www.destatis.de/..., pdf).

Was ist die Ursache für die niedrige Geburtenrate? Dazu ist viel gesagt und berichtet worden. Um vorherige Publikationen (u.a. Die Welt 15. Okt. 2012, Sueddeutsche 17. Dez. 2012) in einer Theorie zusammenzufassen gebe ich Ihnen hier vorab folgende Hypothese dazu:

Wir sparen uns in zunehmenden Maße das Kinder kriegen einfach weg.

Wie soll man denn auch für die Kinder da sein, wenn beide Eltern wohlmöglich Vollzeit arbeiten gehen? Wie soll Otto-Normal-Bürger sich um Beruf (überwiegend fremdbestimmtes Handeln), Hobbies (selbstbestimmtes Handeln) kümmern und dann noch für die Familie da sein, wenn die „Lebensenergie“ fast vollständig durch den Job „abgesaugt“ wird? Ist es nicht ehrlich und dem ungeborenen Nachwuchs gegenüber nicht besonders verantwortungsvoll zu sagen, „Ich habe gar keine Zeit für mein Kind, denn ich muss für meine eigene Sicherheit arbeiten, deswegen bekomme ich auch keins!“

In was für Zeiten leben wir also eigentlich?

Ein paar „Unzufriedene“ gibt es ja scheinbar doch, die auf die Straße gehen. PEGIDA heißen sie. Sie wollen, dass die Zuwanderung geordnet geschieht, glaubt man ihrem Positionspapier. Otto-Normalbürger erfährt durch die Hauptmedien, PEGIDA seien NAZIS und Rechte, die man nicht ernst nehmen sollte. Aber was wollen die den eigentlich genau, welche Themen sprechen sie eigentlich an? Folgen Sie doch einmal dem logischen Spiel, welches ich mit dem Positionspapier der PEGIDA angestellt habe. Ganz unten auf der Seite finden Sie einen Link auf ein von mir konstruiertes, fiktives Anti-PEGIDA Positionspapier in dem ich die Forderungen der PEGIDA logisch negiert (herumgedreht) habe. Herausgekommen sind dabei Forderungen, welche die meisten von uns mit Sicherheit reinen Herzens völlig ablehnen würden.... und trotzdem: alle hacken auf den PEGIDA herum. Wenn Sie sich ein bisschen in formaler Logik auskennen, dann werden Sie hier einen Widerspruch erkennen, denn die Forderungen des Positionspapiers der PEGIDA sind von hoher Aktualität und Relevanz, die logisch negierte Forderung wird von einer Mehrheit abgelehnt, die PEGIDA aber eben auch, und genau darin besteht der logische Widerspruch. In der formalen Logik gibt es das Prinzip vom ausgeschlossenen Dritten, das besagt, dass es zwischen einer Aussage und ihrer logischen Negation „nichts“ gibt. Die Aussage ist also entweder wahr oder unwahr. Mit dieser zweiwertigen (schwarz/weiß) Logik kommen Sie also in der PEGIDA Problematik nicht weiter. Die philosophische Disziplin, die Denkansätz zur Bewältigung solcher logischen „Widersprüche“ bietet, ist die Ontologie.

Das, was ich Ihnen auf dieser Internetseite zeigen will ist, dass im Kapitalismus die wirtschaftsrechtlichen Beziehungen (Verträge, u.a. Arbeitsvertrag) den übrigen, überwiegend sozialen Beziehungen übergeordnet sind. Dieser Umstand verstößt gegen die Artikel 1 und 2 des Grundgesetzes ist aber aufgrund der Komplexität der Beweisführung noch nicht tragfähig vor Gericht vorgetragen worden, obwohl es eigentlich jeder weiß. Es ist eben schwierig diesen Nachweis zu führen. Ich werde es hier versuchen und darum wird es auf meiner Seite gehen. Um Ihnen hier einen Einstieg zu bieten, betrachten Sie den Bereich über die Soziologie von positiven Zinsen.

Wissen ist etwas Subjektives. Es gibt leider viele Unwissende, die eben nicht wissen, warum ihre jeweilige Lebenssituation so ist wie sie ist. Sie suchen sich Projektionsflächen auf der Frage nach dem Warum. In den Jahren nach der WWK 1929 haben die Leute an den Bank-Schaltern oft jüdische Bürger angetroffen, weil diese aus den ansehnlichen Berufen aufgrund des Antisemitismus verdrängt wurden. An ihnen hat sich der Hass des Volkes entladen, der Katalysator war Hitler. Damals wie heute wussten die Menschen, dass "das Problem" etwas mit den Banken zu tun hat. Die Banken sind die großen Saugglocken, die den Zins aus der Wirtschaft ziehen und die Rationalisierung erzwingen. Nach der Krise 07/08 wussten die Menschen auch, dass das Problem die Banken sind. 2014/15 gehen die systematisch Benachteilgten (das Volk, die Basis der Pyramide) auf die Straße und sucht sich Projektionsflächen. Mit den Forderungen die die PEGIDA stellen, stoßen sie in ein Wespennest. Sie treffen den Kern unserer demografischen Katastrophe und unseres systemischen Versagens. Das was PEGIDA im Kern anspricht, enthält viel Wahrheit (aber nicht nur), so haben PEGIDA nichts gegen die hier lebenden sich integrierenden Muslime (Positionspapier). Dass PEGIDA die wahren Probleme anspricht, ist "das Problem", deswegen "sollen" sie Nazis sein, damit man die Wahrheit aussortieren kann. Ginge es so weiter mit den positiven Zinsen, dann wären die Menschen in den wirtschaftlich schlechter gestellten Ländern diejenigen, die das systemische, psychische, seelische und kognitive Versagen unsere Regierenden ausbaden müssten. Ich denke, man muss ALLE Menschen in diesem Land endlich aufklären, was im Kapitalismus geschieht. Ich bin Physiker und ich habe mich gestern abend mit einem Dr. cand. VWL unterhalten. Man stelle sich vor: Geldtheorie ist NICHT Teil des VWL Studiums. Das ist aber auch klar, denn dann würde unsere Wirtschaftselite den Braten riechen. Sie würden verstehen, dass der Zins der Kern des Machtausübung des Kapitalismus ist. Es ist Zeit, alle Menschen in diesem Land in das gleiche Boot zu holen. Wir wollen alle, dass es uns besser geht. Uns trennen unsere unterschiedlichen (subjektiven) Weltanschauungen die von unserer wechselseitigen Unwissenheit geprägt sind, aber die kann man in Kongruenz bringen. Dieser Prozess heißt Kommunikation und sich-einander-aussetzen.

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