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19. August 2018

Die Trumpete von Jericho

Populisten sind eigentlich gut, denn sie bringen das Volk dazu, das Maul aufzumachen. Die Menschen sind alarmiert, weil einem da endlich mal einer aus der Seele redet - oder eben völlig gegen den Strich.

Wenn wir wollen, dass die Menschen politisch aktiver werden, dann brauchen wir extremere Populisten im Parlament, distinguiertere Vertreter des Volkswillens, die sich jedoch an die demokratischen Spielregeln halten.

Was wir jedoch sicher nicht brauchen, sind noch mehr Lügen!

Populisten sind nicht unbedingt Lügner, sondern sie trauen es sich zu, extreme politische Positionen zu vertreten, die von einem politisch signifikanten Teil der Bevölkerung gedacht, jedoch nicht ausgesprochen werden.

Was Fakt ist und was nicht, ist keine einfache Frage.

Es sei hier zum Beispiel daran erinnert, dass Trump entgegen aller Behauptungen der Hauptstrompresse tatsächlich derjenige Präsident in der Geschichte der USA ist, der zu seiner Amtseinführung weltweit die größte Aufmerksamkeit erfahren hat. Es waren vielleicht zur Amtseinführung lokal nicht so viele physisch anwesend wie bei Obama, doch hat wohl nie in der Geschichte der USA ein Präsident schon bei der Amtseinführung global so stark polarisiert wie Trump.

Gut, dass er da ist, denn dann können wir alle viel lernen!

In Bezug auf die Zinsen hören wir auf Erdogan und hören wir auf Trump, denn sie haben beide Recht. Die Zinsen in der Türkei sind viel zu hoch. Sinken die Zinsen, dann sinkt der Kapitalkostenanteil in den Preisen, dann sinkt die Inflation, und tauchen die Zinsen unter die 0% Marke, dann kommt es endlich, das Himmelreich!

Trump macht Politik für das (ökonomische) Jenseits, das sollte mittlerweile jedem aufgefallen sein, der sich mit beiden Hälften der Ökonomie auskennt. Seine Ökonomie, die wirtschaftlichen Bestimmungen, die er erlassen hat, engen die Spielregeln der Wirtschaft auf den logischen Bereich ein, in dessen Richtung sich die Wirtschaft nach einer Umpolung des Zinsvorzeichen ohnehin entwickeln wird.

Der Welthandel wird dann nicht mehr zentral organisiert oder beeinflusst (WTO, IMF, BIS), und es gibt dann auch keine zentrale „Weltregierung“ o.ä., sondern die Volkswirtschaften interagieren nach dem Muster der autonomen Kooperation (selbstbestimmte Zusammenarbeit).

BIS
(wikipedia)

WTO
(wikipedia)
BIP pro Kopf
(wikipedia)
Globozentrische (kontrahierende) Institutionen und symbolische Darstellungen und unterstes: BIP pro Kopf.

(Nationale) Selbstbestimmtheit heißt in diesem Fall also frei von äußeren Zwängen.

Auch der Brexit kann und sollte im Hinblick auf diesen Übergang betrachtet und/oder verstanden werden.

Was die Währungsräume jenseits der kontrahierenden, zwingend verzahnenden (globale Arbeitsteilung) Wirkung positiver Zinsen zusammenhalten wird, ist dann nicht mehr die mittlerweile sehr fragile, internationale Struktur der (Staats-) Schuldverhältnisse, sondern die gemeinsamen Werte!

Schöpferische Zerstörung: Man darf in dieser Situation nicht Trump die Schuld geben, denn unter negativem Zins hätte seine Politik eine vollkommen andere Wirkung. Schuld hat die FED. Wann explodiert die Arbeitslosigkeit in den USA?

Da ist ein Schaden entstanden, und manche müssen mehr, andere weniger „büßen“ und „sühnen“.

Wem schulden die Staaten?

Wer hat Kennedy ermordet?

Inwieweit sind die „tiefen“ Staaten mit dem jeweils nationalen Kapital verwoben?

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