1. August 2019

Silvio Gesell und die Nationalsozialisten und Zitate zum Zinsnehmen von berühmten Persönlichkeiten

Im Folgenden zeige ich einige Auszüge aus einem pdf-Dokument von Helmut Creutz, an dem man sehen kann, dass es Organisationen gibt, die vorgeben, soziale Beweggründe zu haben, doch in Wahrheit den Kapitalismus beschützen wollen, wie die Anti-Fa und Kreise um die Nachfahrin von Adeligen, Jutta Ditfurth. Mit Frau Ditfurth hatte ich nun schon einige Mal zu tun. Sie versucht verzweifelt aber vergeblich, Gesell und seine Arbeiten in die Nähe der nationalsozialistischen Ideologie zu rücken und jegliche Kritik am Zinsnehmen, also am Kapitalismus, mit der Anti-Semitismus-Keule zu zerschlagen. Das ging so weit, dass sie mich zu Hause besuchte, vermutlich um zu sehen, ob ich denn „echt” bin.

Ich vermute, dass ein Teil des Hasses von rechten Kreise auf Grüne und Linke auf das Wirken von Frau Ditfurth und ähnlichen Maulwürfen zurückgeht. Die Aufgabe dieser Leute ist es, jegliches Bewusstwerden der elementaren Zusammenhänge rund um das Zinsnehmen zu unterdrücken und Leute, die diesbezüglich die Wahrheit sagen und verbreiten zu diffamieren und zu diskreditieren, ganz gewöhnliche Demagogen also.

Wie Gesell zum Nationalsozialismus und die Nationalsozialisten zu Gesell standen, sieht man an folgenden sorgsam von Helmut Creutz zusammengetragenen Zitaten.

Rudolf Jung, 2. Vorsitzender der NSDAP in der Tschechoslowakei, 1922

Die nationalsozialistische Partei lehnt mit aller Entschiedenheit die internationale Richtung der Freilandbewegung im Sinne Silvio Gesells ab. („.) Ob Jude, ob Zulukaffer, ist Silvio Gesell und seinen Leuten gleich, nicht aber uns.(„.) Mit dieser Art von Bodenreform, welche Deutschlands Grenzen dem Rassenabhub der ganzen Welt öffnen müßte, erledigt sich der 'Bodenreformer' Silvio Gesell von selbst. („.) Derartige Wahnideen wird jeder Deutsche ablehnen. (... ) Aber selbst wenn Silvio Gesell in dieser Hinsicht („.) Buße tun wollte, so bliebe noch genug übrig, um sie [die Bodenreform nach Gesell] zu verwerfen.

Gottfried Feder

"Der Deutsche Staat" München, 1924

Silvio Gesell gehörte zu den höchst problematischen Existenzen, die in den schlimmsten Zeiten der Münchener Räterepublik an die Oberfläche geschwemmt worden ist.

Silvio Gesell - für seine Person vielleicht ein gutgläubiger Idealist - befangen, in seinen Gedankengängen international eingestellt, hat mit den damaligen jüdischen Bluthunden gemeinsame Sache gemacht -- und was das Bedenklichste ist -- seine Lehren wurden von den damaligen Gewalthabern als geeignet erachtet, „die Menschheit aus den Banden des Kapitalismus zu befreien“. Mit Frau Eisner, Landauer und sonstigen Größen der damaligen Zeit gründete Gesell seinen S.F.B. ( sozialistischen Freiheits-Bund ).

Es erübrigt sich daher, hier auf die Gesell'sche Theorie nochmals näher einzugehen. Ich verweise auf meine gründliche Abrechnung mit Gesell in den nationalsozialistischen Monatsheften „Volk und Gemeinde“, herausgegeben von der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiter-Partei, geleitet von Abg. Rudolf Jung in Troppau. Unter der Überschrift „Die Linzer Beschlüsse zur Geldreform“ habe ich in Nr. 3, 5 und 8 des 4 Jahrgangs 1922 eingehend zu Gesell Stellung genommen und die restlose Ablehnung der Partei begründet. Desgleichen findet sich eine Ablehnung Gesells in der ausgezeichneten Zeitschrift unseres Altmeisters Theodor Fritsch in Nr. 444. Und ebendort eine Ablehnung Gesells aus der Feder von Paul Lehmann.

In "Volk und Wirtschaft", 1933

Die sogenannte F.F.F. Bewegung versucht in letzter Zeit wieder von sich reden zu machen. Es erscheint deshalb angezeigt, die Unsinnigkeit der freiwirtschaftlichen Vorschläge darzulegen. (.„) Freiland ist der zweite, jeden national empfindenden Menschen noch mehr empörende Vorschlag Silvio Gesells. Er fordert in seiner 'Natürlichen Wirtschaftsordnung', zur Beseitigung des Bodenwuchers sollte alles deutsche Land jährlich an den Meistbietenden versteigert werden. („.) Ins Deutsche übersetzt heißt das: Jeder hergelaufene Lump aus Galizien, der nur genügend Geld hat, hat das Recht, meistbietend das alteingesessene deutsche Bauerntum zu verdrängen („.) Theoretisch sind die Gesellschen Lehren ein Sammelsurium unsinnigster Mechanismen. Persönlich ist über Gesell zu sagen, daß er ein Deutsch-Schweizer ist, (.„) der („.) im Bunde mit dem Juden der Räterepublik des Herrn Eisner in München seine phantastischen Theorien durchführen wollte.
Die F.F.F. Bewegung war damals die Bewegung der Anhänger der Freiwirtschafts-, Freiland- und Freigeld-Theorie von Silvio Gesell, die damals wie heute ein sozialer Gegenentwurf für den Nationalsozialismus ist. Diese Leute haben im Wesentlichen nichts anderes getan als die Urchristen, denn die Idee, die Zinsen negativ zu machen, geht auf niemand anderen zurück als auf Jesus Christus!

Verordnungsblatt der Nationalsozialisten vom 15. 2. 1932:

Es („.) wird den Parteigenossen untersagt, in der Öffentlichkeit Lehrmeinungen zu vertreten, die mit dem Wirtschaftsprogramm der NSDAP unvereinbar sind, wie die Schwundgeldtheorie, die Freilandtheorie, die FFF-Bewegung

Hitler über Kapital, Kapitalisten, Presse, Arbeitslosigkeit und Abgeordnete

Wenn man sich Aufnahmen aus der Zeit 1933-1945 anhört, dann kann man sich angesichts der Entwicklungen heute gut vorstellen, wie es damals möglich war, dass Hitler die Macht ergreifen konnte. Auch heute haben wir Politikverdrossenheit, auch heute werden die Medien angegriffen, es gibt Todeslisten, politische Morde, auch heute geht ein tiefer Riss durch die Gesellschaft und auch heute wieder dreht es sich um Macht des Kapitals. Geschichte wiederholt sich, solange der Zins positiv ist, solange also der Kapitalismus lebt.

Dieses Mal werden wir es zum ersten Mal in der Geschichte anders machen.

Weitere von Helmut Creutz zusammengetragene Zitate

Prof. Dr. theol Karl Barth (1886-1968)

„Wo nicht der Mensch, sondern das zinstragende Kapital der Gegenstand ist, dessen Erhaltung und Mehrung der Sinn und das Ziel der politischen Ordnung ist, da ist der Automatismus schon im Gang, der eines Tages die Menschen zum Töten und Getötetwerden auf die Jagd schicken wird."
Die Kirchliche Dogmatik, Band III/4, Zürich 1951, S. 525.
Karl Barth.

Peter Kafka (1933-2000)

„Es wird höchste Zeit, daß auch wir wieder einmal die Basis unserer Wirtschaftstheorie untersuchen. Es sieht ja so aus, als wollten nun die sozialistischen Länder sich noch mit auf das gleiche Fundament stellen, und man hört deshalb bei uns frohlocken: Unser System hat im weltweiten Konkurrenzkampf seine Überlegenheit bewiesen! ... Aber Vorsicht! Wir im Westen haben die größten Beiträge zur Fehlentwicklung der Welt geliefert. Sollte also nicht auch unser Fundament gründlich auf Risse untersucht werden, bevor nun auch noch die Abtrünnigen wieder mit heraufklettern? ... Ganz im Zentrum unserer Basis, in der Idee des Geldes, steckt der Wurm, der alles zu sprengen droht: Die Forderung, daß das Kapital jährlich soundso viel Prozent wachsen müsse ... Wenn wir also die Ausbeutung an ihrer Wurzel bekämpfen wollen; müssen wir dafür sorgen, daß das Geld sich nicht von allein vermehrt. Marktwirtschaft ohne die Macht des gehorteten Geldes - das ist die evolutionsverträgliche Wirtschaftsform."
Das Grundgesetz vom Aufstieg, München 1989, S. l::Z4 ff.

Wilhelm Haller (1935-2004)

"Wie der Krankheitsherd der internationalen Schuldenkrise jedem Einsichtigen deutlich macht, muß auch die Frage nach der Berechtigung des Anspruchs auf Geldvermehrung durch Zins und Zinseszins gestellt werden ... Das Prinzip von Zins und Zinseszins, das die Grundlage unseres ganzen Geld-, Kapital- und Finanzsystems liefert, führt immer dann zu exponentiellem Wachstum von Geldvermögen einerseits und Schulden andererseits, wenn einerseits die Besitzer von Geldvermögen mehr Zinsen einnehmen als sie verbrauchen, so daß auch der Zins wieder zinsbringend angelegt werden kann und muß, und andererseits die Schuldner mehr Zinsen zahlen müssen als sie trotz Einschränkung des Lebensstandards aufzubringen imstande sind, so daß die nicht bezahlten Zinsen den Schulden zugeschlagen und damit selbst zinspflichtig werden. Angesichts dieser zwingenden Gesetzmäßigkeit muß man sich wundern, wie die Zinsfrage mit ihren tödlichen Konsequenzen solange in unserer Gesellschaft tabuisiert werden konnte."
Die heilsame Alternative, Wuppertal 1989, S. 84 ff
Wilhelm „Willi“ Haller

Bernard Lietaer (1942-2019) und Währungssysteme mit unterschiedlichen Zinsvorzeichen im Austausch

Bernard Lietaer bei einem Vortrag.

Herr Lietaer begeht den Fehler, zu übersehen, dass eine Koexistenz von Währungen mit unterschiedlichen Zinsvorzeichen dazu führt, dass die Währung mit positivem Zins die Währung mit negativem Zins "kanibalisiert". Es ist nämlich schon innerhalb eines Raums mit nur einer Währung mit positivem Zins so, dass sich die Stabilität der kapitalistischen Währung auf die andere Art von Beziehungen aufbaut, die es neben den Geldbeziehungen gibt, nämlich die sozialen Beziehungen.

Was das bedeutet, kennen wir so: Der Kapitalismus konnte sich nur dadurch stabil halten, dass Menschen ihre sozialen Beziehungen zugunsten des positiv verzinsten Geldes opferten. Es ist also ein naiver Irrglaube, dass es in einem Gehege mit Schafen und Wölfen langfristig Überlebende geben kann.

Wäre die Ansicht von Herrn Lietaer korrekt, dann müssten wir also zur Stabilisierung der Welt unsere Zinsen negativ machen, würden den Schwellen- und Entwicklungsländern positive Zinsen und somit Akkumulation und Wachstum erlauben. Das Ergebnis wären dann irgendwann chinesische, indische und afrikanische Hitlers, Francos und Mussolinis.

Man kann es nicht oft genug sagen: Kapitalismus, also das Zinsnehmen ist eine schwere Geisteskrankheit. Menschen, die daran festhalten, sind gemeingefährliche Psychopathen.

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