19. August 2019

Wie hat sich in der Vergangenheit vor dem Zeitpunkt des kapitalistischen Prozesses an dem wir uns gerade befinden die finale Krise manifestiert?

Die (Zins-) Frontlinie im inneren Krieg der Kultur für den "Fortschritt" und die Steigerung der Rationalität verläuft zwischen Eigentümern und Besitzern, Leihgebern und Leihnehmern, Gläubigern und Schuldnern und insgesamt Herrschern und Beherrschten. Die Begleiterscheinungen stellen die aus dieser Störung entstehenden Wirkung auf das einzelne Wirtschaftssubjekt und seine Reaktion darauf dar. Die Erwartungserfüllung, die erwartete Zukunft, das Erreichen des Zwecks nach Einsatz entsprechender Mittel, bleibt bei einer immer größer werdenden Menrheit immer deutlicher und weiter hinter den Erwartungen zurück und die Perspektive darauf verschlechtert sich. Beides akkumuliert sich in einer Art kollektivem Frust, während sich die erwartete Zukunft bei den weniger Werdenden übererfüllt.

Marx hat in diesem Zusammenhang von der 2-Klassen-Gesellschaft gesprochen. Die Einteilung in diese 2 Klassen, die „Bourgeoisie“ und das „Proletariat” in Marxens Terminologie, ist eine mathematisch exakt durchführbare Rechnung, die NETTO Zinsnehmer von NETTO Zinsgebern trennt.

Der Frust der Mehrheit im Hintergrund und die sich ausweitenden, wachsenden Gestaltungsmöglichkeiten der (NETTO/realen) Systemprofiteure im Vordergrund bilden zusammengenommen das Potential einer wachsenden inneren Spannung. Reisst die (soziale) Kohäsion, entlädt sich diese Spannung zunächst durch Vermögensverluste, wie in den Krisen immer wieder beobachtet, dann kann sie sich bei Fortführung des Zinsnehmens nur vor noch größerer Entladung kurzfristig hinwegretten, denn die nachfolgende Entladung ist potenziell größer.

Die Begrenzung projizierbarer Verluste (z.B. das Platzen der Immobilienblase durch das Wiederanheben der Geldmarktzinsen) erzwingt die Dekrementierung der Depositzinsen. Das Wachsen der inneren Anspannung begleitend mussten zur politischen Stabilisierung des Systems die ökologischen und sozialen Schäden verdrängt werden. In der finalen Krise, die wir bereits jetzt durchleben, treten diese verdrängten Schäden wieder ins Bewusstsein, bestimmen den Kurs der Geldpolitik und drängen das Geldsystem aus dem Kapitalismus hinaus in den rekreativen Bereich.

Nach harter Arbeit ruht der Körper. Im Schlaf wächst man anders.

Der große Affe turnt auf den Spitzen des (toten) Zivilisationskindes (das Kapital) herum.

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