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15. März 2018

Arbeit in Vollzug: Termin mit dem Zins-Deligierten der SPD

Um die politische Reflektion des Wandels voranzubringen, schiebe ich eine Diskussion um das Zinsvorzeichen an. Die Initiative dazu erfolgte in einer Sitzung meines SPD Ortsverbandes und dann per E-Mail vom 11. März 2018.

Das fühlt sich sicher für den ein oder anderen wie Daumenschrauben (vgl. dazu Inquisition) an, doch habe ich wenig Mitleid mit solchen, die die Bewältigung der sozialen Missstände weiter „auf die lange Bank“ schieben wollen. Es muss Schluss damit sein, dass Armut in diesem Land „verwaltet“ wird!

Die SPD ist der Anwalt der kleinen Leute und zwar nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis!

Aus der Email

Sehr geehrte Frau XX,

CC Fraktion und Vorstand SPD Dossenheim et al.

Ich bin dem Ortsverband Dossenheim zugeordnet, und die Thematik wurde auch innerhalb des Ortsverbandes angesprochen. Die Angesprochenen waren sich jedoch in ihrer eigenen Vorstellung von diesem Thema so unsicher, dass sie sich beim Denken über den Zins lieber auf Herrn XY verlassen wollten.

So wird Verantwortung delegiert. Schuld hat dann im Fall eines „Irrtums“ der Verantwortliche und nicht der Delegierende.

Die allgemeine sozial und politische Lage ist der Beweis dafür, dass „Experten“ weitgehend versagt haben. Würden die Zinsen wieder ansteigen, fänden wir uns im Ablauf der geschichtlichen Vorlage von 1918 bis 1933 wieder.

Es kann in 2018 nicht angehen, dass die Mitglieder der ältesten Arbeiterpartei in Deutschland nicht über elementare Kenntnisse hinsichtlich der Funktionsweise des Geldsystems verfügen.

Die Fraktion und die Vorsitzenden baten um ein Gespräch in Anwesenheit von Herrn XY in einer Sitzung des Ortsverbandes.

Ich halte es hinsichtlich der Vertrauensbildung für außerordentlich wichtig, dass wir viele Leute anwesend haben und speziell auch solche, die keine volkswirtschaftliche „Vorbildung“ besitzen und mit gebührendem Abstand auf das Thema blicken können.

Auch im Interesse des Ortsverbandes bitte ich Sie also um einen Termin, bei dem der gesamte Ortsverband anwesend sein kann.

Im Übrigen sollten wir uns vor dem Treffen über den Gesprächsgegenstand genau klar werden. Das von mir anvisierte Thema ist die Funktionsweise des Geldsystems, sein Einfluss auf die Märkte, das Kerngeschäft der Banken bei positivem und negativem Zins, die Auswirkungen des Zins-Vorzeichens auf die sozialen Sicherungssysteme, die Preise für Konsum- und Nutzgüter an den Märkten, usw...

Die von mir Angesprochenen wollten, konnten oder durften nicht selber denken und vertrauen mir nicht, sondern nur Herrn XY.

Der Kern der Diskussion ist das Kerngeschäft der Banken.

Mein Ziel ist, dass nach und durch das Gespräch mit Herrn XY im Ortsverband für nachfolgende Diskussionen faktische Klarheit hinsichtlich der Funktionsweise des Geldsystems herrscht und sich in den einzelnen Anwesenden Selbstvertrauen hinsichtlich der eigenen logischen Schlussfähigkeit bilden kann.

Hinsichtlich des öffentlichen Interesses des Themas halte ich es zudem für notwendig, mehr Menschen hinzuzuziehen, um mehr Zeugen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Tim Deutschmann

P.S.: Hinsichtlich der einschlägigen soziologischen Literatur möchte ich Ihnen hier ein Zitat von Joseph Schumpeter aus seinem berühmten Buch „Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie“ (1942) geben, das die Unmündigkeit, die mangelnde Willensäußerung und die fehlenden Bemühungen zur Aufklärung der meisten Menschen trefflich beschreibt.

Joseph Schumpeter war ein Ausgebildeter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie und kannte sich mit Zinsen und ihrer Wirkung bestens aus.

Es folgt eine Kopie des Tagebucheintrags vom 16. Februar 2018.

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