Vorheriges Überblick Nächstes

20. Februar 2018

E-Mail an Verantwortliche für Integration und Soziales in Cottbus

Sehr geehrte Frau XX, sehr geehrter Herr XY,

wie am Telefon kurz besprochen schicke ich Ihnen hier per Email eine kurze Zusammenfassung meines Anliegens und mein Angebot an Sie. Ich wende mich an Sie, weil ich dazu beitragen will, dass soziale Spannungen rund um die Themenkomplexe

und im weiteren Sinn die in Kombination mit der menschlichen Natur allesamt auf die Wirkung des Geldsystems rückführbar sind, sich von selbst durch Kommunikation lösen können, indem den Menschen das notwendige Wissen über die Funktionsweise des Geldsystems an die Hand gegeben wird und die Menschen von sich aus in ihren eigenen Worten und mit ihrem eigenen Wissen die Situation begreifen und sich ihren unzweifelbar vorhandenen Ängsten durch Nachdenken und Kommunikation stellen können.

Wie die meisten Menschen ohne weiteres Nachdenken einsehen, ist unter anderem Angst einer der zentralen Affekte aus dem heraus radikales Agieren die Integrität, also den sozialen Zusammenhalt, einer Gesellschaft gefährden kann.

Vom Standpunkt einer kapitalistischen Sozialisation aus betrachtet sind viele der treibenden Ängste berechtigt, doch schwindet an diesem Zeitpunkt der abendländischen Geschichte dieser Standpunkt, was bei vielen Menschen ein Unbehagen in Form einer subtilen Art von Identitätskrise auslöst, obwohl (und weil !, denn der Kapitalismus bedeutet am Ende Krise) die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von „Horrorszenarien“ sinkt.

Zu den Horrorszenarien, deren Abwendung viele Menschen im Unbewussten antreibt, gehören (u.a.):

Ich bin auf die Spannungen in Cottbus aufmerksam geworden, weil ich mich Anfang 2015 mit dem Phänomen PEGIDA und der AfD auseinandergesetzt habe. Ich sehe die psycho-soziale und ökonomische Situation als Folge und Krisensymptome des abendländischen Kapitalismus und sehe die „Endzeitanalysen“ von z.B. Marx und Schumpeter (Absinken der Profitrate, Sparschwemme, usw.) bestätigt.
Erfüllung der Marx'schen Projektion vom Absinken der Profitrate und der Widerstand der Ewiggestrigen gegen die Vernunft. Der Kapitalismus endet, wenn die Erde abgegrast ist.

Es kann wohl niemand mit Sicherheit sagen, dass nicht wieder so eine Situation wie die Flüchtlingsbewegung 2015/2016 eintritt, hinsichtlich der Sicherheitslage der Welt und hinsichtlich der auf uns zukommenden Auswirkungen des Klimawandels.

Es sind alle strukturellen Zutaten (Demographie, Ungleichheit) und Agitateure für einen explosiven sozialen Cocktail gegeben, und sollten hier die falschen ökonomischen Entscheidungen auf eine unaufgeklärte Bürgerschaft treffen, die aufgrund ihres Unwissens und ihrer teils selbstverschuldeten Unmündigkeit (die Leute sprechen nicht über das Zinsvorzeichen) zu irrationalem Verhalten tendiert, dann kann es (wieder) zu einem sozialen Brand kommen! Ich halte die Situation für latent gefährlich, solange eine große Mehrheit nicht mit der einfachsten und logischsten Lösung der Probleme, die unmittelbar an der Ursache, dem Geldsystem und insbesondere dem Zinsvorzeichen ansetzt, einverstanden ist und sich wohlmöglich dagegen wehrt.

Zinsvorzeichen-Abhängigkeit von Belohnungen und Bestrafungen im Umgang mit Geld. Die rechte Seite (positiver Zins) hat unsere Realität hervorgebracht. Der Kapitalismus zieht den Rechten heran. Der bösartige Prozess provoziert das Linke im Menschen, und muss mit rechtem Verhalten abgewehrt werden um das Spiel zu überleben.

Diese uralte Lösung, die Negativzins-Ökonomie, also ein „Anti-Kapitalismus“, wird seit einigen Jahren jenseits der medialen Öffentlichkeit intensiv diskutiert, erscheint dem Unwissenden aus der kapitalistischen Perspektive heraus betrachtet jedoch als unannehmbar und bizarr. Der Erste, der sie vorschlug, war Jesus (Lukas 6:[27-35]). Ihm folgte Mohammed (Sure 2 am Ende) nach und im Abendland wurde es zu unterschiedlichen Zeiten, z.B. als Brakteaten im Raum Magdeburg im 12 J.h. und zuletzt in Wörgl und in Thüringen als sog. „Schwundgeld“ realisiert.

Heute gehören zur geld-technischen Realisierung der Negativzins-Ökonomie unmittelbar die Diskussionen rund um das Bargeld, „Straf“zins, Umlaufsicherungen, Krypto-Währungen, EU-„Schuldenunion“, EU-Finanzkrise, Staatsschuldenkrise, usw..

Das von Marx und Schumpeter prophezeite Absinken der Profitrate.

Wir stehen unmittelbar und unweigerlich vor dieser anti-kapitalistischen Ökonomie (Schumpeter nannte es den „mächtigen Sauerteig“ in Anspielung auf die „Seepredigt”, Jesus nannte es das Himmelreich, vgl. zum Text des Vaterunsers: „Dein Reich komme“), nachdem sozialistische Experimente als allesamt gescheitert betrachtet werden können, doch beabsichtige ich nicht, Werbung dafür zu machen, sondern zunächst und überwiegend über die Funktionsweise des Kapitalismus aufzuklären, damit die Leute selbst denken und entscheiden können.

Ich biete Ihnen also an, Aufklärungsvorträge über die Funktionsweise und sozialen Folgen des kapitalistischen Geldsystems (positiver Zins) zu halten. Ich denke, dass die ängstlichen und zu radikalen Äußerungen neigenden Menschen mit Hilfe des vermittelten Wissens (Fakten!) ihrem Irrationalen rational begegnen können und es so friedlich bleiben kann und wird.

Solange die Menschen keine Ahnung davon haben, wie das Geldsystem funktioniert hat und (mit ihrer Zustimmung) funktionieren könnte, gleicht die soziale Situation einem Dampfdrucktopf, bei dem das (intellektuelle) Ventil blockiert ist und die Herdplatte heißer gestellt wird, solange die Fluchtursachen nicht verschwinden.

Globales Zinsumfeld. Quelle: Bundesbank.

Oben: Zinsniveau der Länder, unten: Konflikte / Fluchtursachen.

Ich bin von Beruf Physiker und untersuche seit Anfang 2015 in dem seit über einem Jahrzehnt bestehenden Teilgebiet sozio-ökonomische Physik (SOE) der Physik ausschließlich das Geldsystem, seine Anreize und Wirkungen. Meinem angehängten Lebenslauf entnehmen Sie bitte meine Qualifikation.

Als Angebot mache ich einen für die Ängste ihrer Stadt maßgeschneiderten Vortrag. Dazu brauche ich von Ihnen genauere Angaben zur „sozialen Temperatur“, also die Situation auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, wirtschaftsbezogener Bildungsstand der Menschen, Demographie, evtl. Strukturprobleme, Haushaltslage.

Ich rate Ihnen angesichts der Komplexität dazu, diese Email ein wenig „sacken“ zu lassen und in Ruhe darüber nachzudenken. Meine Kontaktdaten finden Sie auf meinem Lebenslauf, ich würde mich sehr über eine Zusammenarbeit freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Vorheriges Überblick Nächstes