6. Februar 2019

Warum Aufklärung vor und durch Umkehrung?

Ich entgegne folgendem Kommentar zur Einführung von negativen Zinsen:

XY: „Die Leute werden 1. damit nicht einverstanden sein, denn es widerspricht ihrem eingefleischten Spießertum, und müssen es 2. auch nicht sein, denn es kommt sowieso.“
Das Fazit vorweg: Erst Aufklärung und Umkehrung im Geist, dann Umkehrung des Zinsvorzeichens, sonst knallt es!

Begründung

Es wurde hier m.E.n. der Ernst der Lage und das Grundproblem der gegenwärtigen Entwicklung sowohl erkannt als auch nicht erkannt. Ja, seltsam, nicht?

„Die Leute werden mit negativen Zinsen nicht einverstanden sein, denn es widerspricht ihrem eingefleischten Spießertum.“

XY hat mit dieser Einschätzung völlig Recht: Der negative Zins steht dem „normalen“ Empfinden von vielem, im Zusammenhang mit Geld Stehendem entgegen. Das liegt daran, dass die Leute nicht wissen, woher der Zins kam und genau das erkläre ich den Leuten auf der Straße. Dass das erfolgreich ist, erkennt man vielleicht an Folgendem:

Der gespaltene blinde Fleck im Unterbewusstsein, der „heiße Brei” und seine Struktur, vgl. Artikel zur Bewusstseins- und Kommunikationslatenz vom 09.10.2018. Die Spaltung im Bewusstsein verläuft exakt dort, wo in der Finanzwirtschaft die Banken stehen: zwischen Leihnehmern und Leihgebern von Geld.

Für die Umkehrung der Perversion des Geistes brauche ich etwa 10 Minuten. Je gründlicher und schlüssiger ich dabei vorgehe, desto besser. Es gibt auch sehr viel schnellere Methoden, die allerdings nicht so sicher sind, weil nicht logisch schlüssig das Ganze erkannt wurde. Das (subjektiv) Logische ist hier wirklich das Entscheidende, die Leute verlassen sich i.d.R. schon auf ihren Verstand.

Entscheidend ist letztlich, dass der Zinsfluss und die dem zugeordneten Wirkungen nachvollzogen werden können, damit die Leute von sich aus kapieren, was der positive Zins bewirkt.



Der Kaiser ist nackt: Zinsflüsse und Wirkungen im Detail.

„Die negativen Zinsen kommen sowieso.“

Diesem Punkt von XY stimme ich ebenso zu. Der negative Zins wird kommen, und das ist seit mindestens 150 Jahren bekannt (Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate) und logisch nachvollzogen. Man schaue sich dazu z.B. 'mal die 10 jährigen Zinsen auf Staatsanleihen der € Staaten und der USA an.

Zinsen auf 10-jährige Staatsanleihen Deutschlands (oben) und der USA (unten).

Fazit

Nun aber zur Situation, dass die Einführung des negativen Zinses auf eine unaufgeklärte, vom Kapitalismus missbrauchte und gequälte Bevölkerung trifft: Das ist sozialer Sprengstoff, der sich in der Vergangenheit u.U. schon oft entladen hat.

Also: Erst Aufklärung und Umkehrung im Geist, dann Umkehrung des Zinsvorzeichens, sonst knallt es!

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