26. April 2019

Ein Beitrag gegen irrationale politische Agitation

Wer die Mitte-Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung anzweifeln und einen unmittelbaren Beweis sehen will für die Wahrheit des Titels „Verlorene Mitte, feindselige Zustände”, der mache sich klar, dass in den letzten Jahren die politischen Ränder und Extreme groß geworden sind, der Mittelstand zerquetscht und Leute wie May und Merkel, beide Meisterinnen der Kompromissfindung durch intelligente Moderation, regelrecht gehasst und zu Sündenböcken gemacht werden. Die Brücke, das eigentlich Vermittelnde, das verbindende Element zwischen den radikalen Polen wird beschossen.

Die Mitte-Studie zeigt: Jeder Zweite hat Vorurteile gegenüber Flüchtlingen. Linke behaupten oft, die zugrunde liegenden Ängste seien irrational, doch gibt es auch sehr harte, unwiderlegbare, rationale also berechtigte Gründe für die Proteste, die, wenn auch nicht sehr präzise, benannt werden.

Es geht hierbei um die (mono- oder oligopolistische) Konkurrenz im Kapitalismus beim (Miet-) Zinsgeben für die Nutzung von Leihkapital, unter der nicht nur Unternehmer um Marktanteile, sondern auch Mieter um Wohnraum, v.a. gering Qualifizierte um Jobs und Männer um die Gunst von Frauen stehen. Wenn jemand mit den Begriffen sozio-ökonomisch etwas anfangen kann, muss ich dann eigentlich noch weiter reden oder kann mittlerweile jeder Denkfähige selbst das Fehlende, anscheinend Unbewusste ergänzen und mit den populistischen, fremdenfeindlichen Parolen in Verbindung bringen? Das Problem an den rechten Protesten ist natürlich der Tonfall und die irrationale Übertreibung, doch die Parolen enthalten einen rationalen, wahren Kern, der auf gar keinen Fall, v.a. nicht von linker Seite, unterschätzt werden darf!

Natürlich sind die Flüchtlinge nicht Schuld an der Situation, sondern unsere kapitalistische Art zu leben und die Welt auszubeuten, unser kultureller Imperialismus, unser Überlegenheitswahn!

Eine typisch linke Entgegnung von rechten Parolen lautet:

„Jedenfalls nehmen die Flüchtlinge keinem den Arbeitsplatz oder die Wohnung weg, und sie liegen auch keinem auf der privaten Tasche.“
...und u.a. darin, dieses als wahr hinzustellen liegt begründet, dass Rechte Linke hassen und Linke Rechte.

Es ist daher verständlich, dass der Protest aus männlichen, eher ärmeren und gering-Qualifizierten Schichten kommt.

Wenn die Linken aufhören, die harten Fakten und die Wahrheit zu ignorieren und wenn die Rechten mit den irrationalen Übertreibungen aufhören, dann kann es vielleicht einen friedlichen Dialog geben, denn wir brauchen alle günstige Wohnungen und ein Ende des Mietenwahnsinns!

Interessant ist jedenfalls, dass das kapitalistische Abrisspendel (der Kapitalismus scheitert Schumpeter zufolge erfolgreich an den durch ihn selbst verursachten Bedingungen) auf die Verursacher zurückschlägt: Es werden aus linken Kreisen Enteignungen gefordert.

Referenzen / Einzelnachweise

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