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4. Juli 2018

Der Frosch im Wasserbad: Transitzonen, über offene, dann geschlossene Internierungslager zu Konzentrationslagern

Man mag das Wort nicht aussprechen, doch es liegt in diesen Tagen wie ein Schleier böser Erinnerungen in der Luft: Konzentrationslager. Geschichte wiederholt sich, weil der Kernmechanismus der Zivilisation seit über 6000 Jahren ein und derselbe ist, nämlich der Kapitalismus, die Geldwirtschaft, wie es andere nennen. In diesen Tagen versteht der eine oder andere Geschichtsbewusste mit ökonomischer Bildung vielleicht, was in der Zeit zwischen 1929 und 1939 in Friedenszeiten (das waren „nur“ zehn Jahre, ein kurzer Moment im Verlauf der Geschichte der Zivilisation) im Herzen der Zivilisation in Europa, in Deutschland geschah.

Da war und ist heute auch Hass, doch woher kommt der Hass? Ist die Quelle nicht die persönliche Not, das Gefühl, das Wenige, das man selbst hat mit dem Nächsten teilen zu müssen, also Arbeit, Wohnung, Nahrung und Mann oder Frau? Der Ausdruck des Hasses, die Darstellung, ist, dass der Nächste zum Fremden gemacht wird, zu einem Menschen zweiter Klasse. Dazu sucht oder konstruiert man evtl. sogar Unterscheidungsmerkmale wie z.B. die ethnische, nationale oder soziale Herkunft, Religion, Hautfarbe („Rasse“) oder einfach nur die politische oder persönliche Einstellung. Damals waren es Juden, Kommunisten und andere Linke, Freimaurer, Roma und Sinti, bestimmte Ausländer, später dann auch Kriegsgefangene (Millionen tote Russen!), die in die Konzentrationslager gesteckt wurden usw. und von diesem Zeitpunkt an in die Obhut des verschuldeten Staates gerieten.

Die These, die ich hier ausbreite ist, dass es ökonomische Zwänge (Sparzwänge) waren, die sukzessive, langsam voranschreitend das Verhalten der an der Betreuung der Insaßen der Konzentrationslager beteiligten Mitarbeiter der Verwaltung den „Ausgesonderten“ der Gesellschaft gegenüber in Richtung Unmenschlichkeit verzerrte. Die Veränderungen im Verhalten auf der Grundlage des Hasses war so langsam, dass es erst durch den historischen Kontrast (die „Differenz“ wie die Systemtheoretiker sagen) nach der Aufdeckung des Holocaust, der Shoa, über die Bewusstseinsschwelle gelangte, in den Nürnberger Prozessen und vielen anderen vergleichbaren Gerichten der jungen BRD.

Ab dem Videoschnitt ist es ein Plastikfrosch!

Sparzwänge

Das dritte Reich war verschuldet, da ist sich die Geschichtsschreibung einig. Wie haben sich die Sparzwänge in der Form von in jeder Haushaltsperiode zu zahlenden Zinsen auf die aufgenommenen Staatsschulden (Kriegsanleihen, z.B. von Henry Ford) auf den Umgang mit den Menschen in den Konzentrationslagern ausgewirkt?

Damals wie heute ging es um die Kontrolle der Kosten. Die Kontrolle der Zentralbank und ihre Durchdringung des privaten Geldmarktes ist heute mit Sicherheit stärker in politischer Hand, Geldpolitik ist heute stärker an Politik gebunden als damals. Geldpolitik soll trotzdem autonom sein, und so geht es dem Finanzminister(n) heute darum, die „schwarze Null“ zu halten, also keine neuen Anleihen aufzunehmen, dass der Staat also nicht als der größte Kreditnehmer und Nachfrager nach fremdem Geld die Zinsen wieder steigen lässt und so den zukünftigen Handlungsraum des Staates verkleinert: die Position „Schuldendienst“ im Haushalt limitiert die übrigen Positionen.

Damals waren die Kontrolle des Geldsystems und des Staates gegeneinander unabhängiger. Die Handlung der rechten Hand, des „Herren“, war viel weniger koordiniert mit der Handlung der linken Hand (des Staates) als heute, obwohl das Wissen über die Wirkung von Zinsen damals schon weit vorangeschritten war (u.a. Simmel, Feder, Gesell, von Mises, Schumpeter,...).

Sobald die Menschen in den Lagern waren, musste der klamme Staat sie ernähren. Heute versucht man, die Unberechenbarkeit der Kosten, die den Gemeinden durch unkontrollierte Zuwanderung entstehen, die aufgrund der Gebote der Menschenwürde zwingend zu Mehrausgaben des Staates führen und somit potenziell die Zinsen nach oben treiben dadurch zu minimieren, dass man Menschen in kontrollierbarere Gehege steckt. Das Gehege ist dann sozusagen das Abbild des Einhegens des Kosten- und Zinsrisikos. Außerdem sollen die heranströmenden Menschen auch deswegen unter Kontrolle gebracht werden, damit die rechtspopulistischen Strömungen unter Kontrolle bleiben.

Damals war der Ausblick, den Geldpolitiker heutzutage heimlich diskutieren, nämlich einer länger anhaltende „rekreationale“ Negativzins-Phase mit den durchweg erfreulichen sozialen und wirtschaftlichen Nebenwirkungen (u.a. sinkende Mieten, steigende Reallöhne durch sinkende Preise, steigende Beschäftigung, usw., siehe Negativ-Zins und Frieden; Monopole bei negativem Zins; 1. Der Einlage/Sparzins auf Deinem Bank-Konto ist positiv...; 2. Der Einlage/Sparzins auf Deinem Bank-Konto ist negativ...) nicht so rosig, denn was heute schon fast Realität ist, war damals völlig undenkbar, obwohl es tatsächlich ausprobiert wurde (das Wunder von Wörgl von 1932 bis etwa Mitte 1933).

Es darf vermutet werden, dass die abendländischen Kapitaleliten, heute die AfD, Hitler an die Macht brachten, weil das Freigeld/Schwundgeld-Experiment von Wörgl erfolgreich war. Die Geldeliten wollten keine Umverteilung, sie wollten ihr Zins-Paradies nicht verlassen, weil sie nicht wie die von ihnen Ausgebeuteten von ihrer körperlichen Arbeit leben wollten, denn das ist für sie ja nicht „standesgemäß“ damals wie heute. Und damals wie heute erdreisten sich diese Kapitaleliten, diese Zinsdemagogen, den Menschen Lügenmärchen über Zinsen aufzutischen (siehe z.B. Richtigstellung und Vervollständigung von Spiegel Artikel zu Zinsen.

So wurde dann auch in Kauf genommen, dass die Menschen in den Lagern, die für den Staat ja Ausgaben darstellten und die aufgrund ihrer Uneingegliedertheit in die große Maschine für den Staat keine Einnahmen bedeuteten, sondern vor allem Ausgaben, das Ziel von mörderischen Sparzwängen wurden: Konzentrationslager wurden auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrieben. Den Leuten wurde das Zahngold (hier stand ein Freudscher Vertipper aus Versehen „Zahlgold“) geraubt und es floss in die Löcher des Haushalts oder wurde in Devisen getauscht. An den Ausgaben des Staates für die Insaßen zu sparen bedeutete für die Verwaltung, das Essen zu ration(alis)ieren, die Einnahmen zu erhöhen bedeute, die Insaßen zur Arbeit zu zwingen.

Karge Kost und Zwangsarbeit und am Ende Tod durch Arbeit. Die graduelle Veränderung der Lebensbedingungen in Richtung des Extremums der Vernichtung durch Arbeit war stets begleitet vom kühlen und nüchternen Kalkül der Schreibtischtäter. Es waren die Zahlen in den Büchern, die die auf die Verletzung der Menschenwürde gerichteten „Haltungsbedingungen“ in Richtung der Vernichtung durch Arbeit propagierten, ökonomisch effizient.

Transitzonen und Internierungslager heute

Die Lager von heute in Europa.

Fluchtursachen bekämpfen schafft die Obergrenze!

Natürlich ist all dies zu behaupten eine Provokation. Sie soll als Warnung dienen, und sie soll vor Augen führen zu was uns der perverse Prozess bringt, denn jede Wahrheit braucht einen (Mutigen), der sie ausspricht.

Es sind ökonomische Rahmenbedingungen, die Politiker zu solchen Entscheidungen bringen. Ist es nicht an der Zeit, die Bevölkerung in die Wirkweise einer Negativzins-Ökonomie einzuweihen um Ängsten (vor Überfremdung, vor zuviel und zu schneller Veränderung, kulturellem Chaos unter den kapitalistischen Rahmenbedingungen der Vergangenheit, die in den Seelen und in der Anpassung des Einzelnen „an das System“ vorhanden sind) und der Entstehung von Hass zu begegnen und ihnen zu erklären, welch wichtige Rolle die Geflohenen als Experten für Fluchtursachen ökonomisch und zukünftig für die Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes (für unsere Renten, Lebensversicherungen und sonstige Spareinlagen) spielen werden?

Gibt es überhaupt bessere Anlageberater als Flüchtlinge? Die Investitionsmöglichkeiten sind so groß wie die Blödheit und das Duckmäusertum der politisch Verantwortlichen gegenüber den Kapitaleliten!

Die Obergrenze entsteht durch die Bekämpfung der Fluchtursachen. Man befragt Flüchtlinge, die Anlageberater der Zukunft, nach Fluchtursachen und gibt (sich) der / die Sache / den Zins hin - bei negativem Kreditzins, versteht sich!

Siehe auch folgende Tagebucheinträge:

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