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29. April 2017

Über das Maat-Prinzip, die Steuermanns-Kunst, die moderne Kybernetik und über die Erschaffung von Himmel und Erde, Jakobs Traum, das Strukturmodell der Psyche von Sigmund Freud und über die Stufenleiter der Produktion von Karl Marx

Nach meinen vorherigen Ausführungen über die Zusammenhänge zwischen altägyptischer Theologie und jüdischer und christlicher Theologie möchte ich nun noch einige Ergänzungen machen, die bis in die Neuzeit zu reichen scheinen.

Der altägyptische Gott Schu steht für

  1. Leere und
  2. Aufsteigen.

Oben: der sog. Marshmallow-Test, ein sozial-psychologisches Experiment zum Belohnungs-Aufschub und unten: sein Erfinder Walter Mischel.

Wenn man sich an das Monopoly Spiel oder das Risiko Spiel erinnerst, dann weißt Du, dass der Besitzstand zum nächsten Zeitpunkt sich aus dem Besitzstand des vorherigen Zeitpunktes durch wahrscheinliche Umverteilung ergibt. Die Wahrscheinlichkeit eines Zuwachses des Besitzstandes wächst mit der Größe des Besitzstandes (Ponzi-Schema/Schneeballsystem). Der Zufall in Kombination mit den wahrscheinlichen Zuwächsen bestimmt den Besitzstand zum nächsten Zeitpunkt. Im Verlaufe des Spiels kristallisiert sich ein Monopol, ein Monarch heraus, welche(s/r), gemessen an der Größe seines Besitzstandes, aufsteigt.

Im realen Spiel des Kapitalismus geschieht dieser Aufstieg durch Einsparungen bzw. Rationalisierung, also der Entdeckung von die Produktion optimierenden Wissens, die Schlange (Apophis) sagte, der Apfel mache klug, Genesis 3.

  1. aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet! (3: Trinität?)
  2. Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, (4: Kreuzigung, Ängste, Cherubim?)
  3. sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist. (5: Opfer, Hingabe an das Kapital? 3. Buch Mose, 1-5?)

Im Alten Testament, der Torah findet sich eine Metapher, die „Jakobs Traum“ genannt wird. In Jakobs Traum ist eine Leiter aufgerichtet auf der Erde, die bis in den Himmel reicht. Auf der Leiter steigen Engel auf und ab. Die Jakobsleiter wird in der Genesis beschrieben, also vor dem Buch Exodus.

In der altägyptischen Genesis erschafft der Gott Schu Himmel ( Nut ) und die Erde ( Geb ).

Das Strukturmodell der Psyche nach Sigmund Freud teilt die Seele in Über-Ich, Ich und Es auf.

Unzweifelbar ist das Über-Ich dem Himmel zugeordnet und das Es der Erde.

Friedrich Nietzsche sagte, dass das Draht-Seil gespannt ist zwischen dem Tier und dem Übermenschen. Man sagt, der Mensch sei „irgendetwas zwischen Gott und Tier“.

Übersetze ist interpretativ die altägyptische Mythologie in die Neuzeit, finde ich, dass man auf der „Stufenleiter der Produktion“ von Karl Marx, Das Kapital, Band 1, der Leiter in Jakobs Traum, durch Rationalisierung aufsteigt.



Oben: Das Maat-Prinzip, die „Steuermanns-Kunst“ (Kybernetik), Mitte: die alt-ägyptische Göttin Maat, unten: Tefnut.
Mehr noch: Das altägyptische Maat-Prinzip ist wohlmöglich ein Vorläufer der sogenannten Steuermanns-Kunst, der Kybernetik. Die altägyptische Göttin Maat steht darin für das Prinzip der Wahrheit, der Gerechtigkeit und der (weltlichen) Ordnung.

Ist nicht anscheinend Religion auch ein großes Manöver (aus französisch manœuvre, zu mittellateinisch manuopera „Handdienst“) und Puppenspiel, um vom wesentlichen Mechanismus der Zivilisation, dem Zins abzulenken und dabei trotzdem den Kahn in die richtige Richtung zu lenken?

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