25. April 2019

Heulen und Zähneklappern wegen Enteignungsforderungen

Die Reichen jammern über die von ihnen selbst verursachten Forderungen nach Enteignungen. Ja, was denken die denn, wie spät es schon wieder auf der „Phasenuhr” des kapitalistischen Akkumulationsprozesses ist?

Die Art, wie über Enteignungen geredet wird, ist sehr verlogen und einseitig. Eine Wahrheit über den Kapitalismus ist nämlich, dass Kapitalismus (das Zinsnehmen!) ein System ist, das systematisch Arbeitskraft enteignet, denn die Zinsen (u.a. Kredit-, Pacht- und Mietzinsen, die Lizenz-, Nutzungs- und Leihgebühren i.A.) werden durch irgendeine Form von Arbeit getilgt. Die Zinsen fließen Menschen zu, die so viel haben, dass sie es als (Leih-) Kapital gegen Zins verleihen können, also relativ Vermögenderen.

Angesichts der Situation trete ich für das logische Gegenteil des Kapitalismus ein, für die sanfteste Form der „Enteignung”, nämlich für eine Negativzins-Ökonomie. Diese Idee wurde von dem vorgeschlagen, wegen dem wir Weihnachten, Ostern und Pfingsten feiern, nur leider wissen das heute die meisten nicht mehr. Es braucht anscheinend eine Art „Gemeinschaftsprojekt Luther 2.0” - ohne Antisemitismus versteht sich, das die ökonomische Bedeutung des neuen Testaments herausstellt. Da bin ich mit dabei.

„Das Himmelreich ist wie ein Sauerteig”

... hat er gesagt, Matthäus 13:33.

Diese zum Kapitalismus komplementäre Form der Umverteilung darf jedoch eigentlich nicht „Enteignung” genannt werden, denn schließlich bewirken die negativen Zinsen auf alle Arten von Leihkapital, speziell bei Guthaben und bei Krediten, dass die in der Vergangenheit von mehreren Generationen zur Tilgung der Kreditzinsen geleistete, im Geld in der Hand von Nichtbanken kondensierte Arbeit zurückgegeben wird.

Man muss es auch nicht Himmelreich nennen. 'Kommunismus' ist auch ein guter Name für diese freiheitliche, marktwirtschaftliche Geldordnung. Silvio Gesell nannte es Freiwirtschaft, und für Niklas Luhmann war es ein 'Soziales System'.

Vier Varianten der Umlaufsicherung

Noch glauben die Leute den Demagogen, die behaupten, dass mit dem Bargeld oder mit irgendeiner anderen Form der Umlaufsicherung die Freiheit verschwände. Das Gegenteil ist der Fall, doch wie lange wird es dauern, bis eine kritische Masse das begriffen hat?

So wie hier beschrieben wird die Umlaufsicherung sicher nicht kommen, denn all diejenigen, die sich Tresorräume in stillgelegten Bergwerksstollen in der Schweiz und Österreich angemietet haben, um „ihr” Geld als Bargeld dort zu bunkern und es so der Umverteilung durch negative Zinsen zu entziehen, würden dadurch fein raus sein.

Die Umlaufsicherung zur Durchsetzung der Negativzinsen wird daher wahrscheinlich in einer der vier Formen realisiert werden:

  1. Bargeldverbot (die einfachste Variante).
  2. Sukzessive ansteigende Bargeldsteuer und eine Geldreform oder Abschaffung des Bargelds am Ende der Negativzins-Ökonomie, falls die überhaupt je endet, denn von alleine endet sie nicht.
  3. Bargeld-Parallel-Währung, so dass die Kaufkraft von Bargeld ggü der Kaufkraft von anderen Transaktionsformen verringert ist.
  4. Elektronische Abzinsung (Entwertung des Nominalwertes) des Bargelds. Es würden Speichervorrichtungen auf dem Schein aufgedruckt, die das Alter des Scheins festhalten. Je älter desto höher der Negativzins. Eigentlich müsste das technisch heute schon gehen, denn die Scheine sind allesamt durchnummeriert. Ein Computer in der Zentralbank registriert m.E.n. jetzt bereits, wann und wo welche Scheine an Automaten ausgeben werden und wann sie wieder eingezahlt werden.
Technisch ist der Übergang zu einer Negativzins-Ökonomie also kein Problem. Allein psychisch scheitert es daran, dass die Schafe lieber in Gehegen und monetär eingezäunten Bereichen (die sog. Budgetrestriktion) leben, weil sie die Freiheit nicht mehr kennen und nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen.

Gegen das brüllende Schweigen in gefährlichen Zeiten

Meine Seite und ich sind noch da, also wird anscheinend nicht so rigoros zensiert, wie manche das erwarten, schließlich gibt es für den Kapitalismus kein gefährlicheres Wissen als jenes über seine Funktionsweise.

Die Besucherzahlen auf meiner Seite steigen und steigen. Ich betrachte die Zugriffsstatistiken mittlerweile als einen, hinsichtlich der technischen Möglichkeiten- und Verbreitungswege von systemkritischer Information nicht ganz einfach einzuschätzenden „Proxy” (in etwa Indikator, „Einschätzungszahl”) des Verbreitungsgrads der Aufklärung über die Wirkung des Zinsvorzeichens.

Terminankündigung und Aufruf zum Mitmachen.
Das System hat mir sogar erlaubt, Klage gegen die mangelhafte Aufklärung zu erheben.
Dazu ist Verhandlung am Montag, den 24.06.2019 um 10:30 im Sitzungssaal 1, Erdgeschoss im Verwaltungsgericht Karlsruhe, Nördliche Hildapromenade 1, 76133 Karlsruhe.
Anscheinend sind also einige wesentliche Elemente der Demokratie intakt.

Ich kann aber definitiv nicht sagen, dass der Standpunkt, den ich vor viereinhalb Jahre eingenommen habe leicht ist. Am Anfang bin ich regelmäßig aus Foren bei FB rausgeflogen. Manche deuteten in Konversationen unterschwellig an, ich sei „zum Abschuss” freigegeben und „würde eh' nicht mehr lange leben”, sei „vogelfrei” o.ä.. Heute werde ich auf allen Kanälen von Verfechtern der kapitalistischen Ordnung, also der positiven Zinsen verdeckt und unterschwellig bedroht, eingeschüchtert und gedrängt, meine Tätigkeit zugunsten einer anderen aufzugeben. Ich werde gemobbt, belächelt und gemieden, bin relativ isoliert.

Doch damit schneiden sich die meisten dieser Irren ins eigene Fleisch, denn ginge dieser Wahnsinn mit positiven Zinsen weiter, würden Vermögende erfahrungsgemäß auf eine sehr gewaltsame und unkontrollierte Art ihr Vermögen verlieren, wenn sich der (Volks-) Zorn (Gottes) entzündet. Zündstoff ist genügend vorhanden. Wie das abläuft, kann man in den Geschichtsbüchern zu Ereignissen wie

finden, weswegen ich das „brüllende Schweigen” über die derzeitigen Veränderungen im Geldsystem für absolut verantwortungslos erachte.

Die Leute haben einfach keine Ahnung, welche Bedeutung dieses Thema Zinsvorzeichen hat und begreifen nicht, welch' fatale Wirkung die Unterdrückung dieses elementaren Wissens zur Funktionsweise des Systems hat.

Meine Darstellung dazu reiht sich ein in eine Reihe Darstellungen ein und derselben Sache anderer berühmter Zeitgenossen, die man auf meiner Seite unter dem Stichwort 'Zinskritik' finden kann. Meine vielen Kolleginnen und Kollegen und ich, wir beschreiben den Kapitalismus, die abendländische Kulturform des Zinsnehmens und seine Ausbreitung über die Welt. Ich bin also bei Weitem nicht der Einzige. Jeden Tag werden es mehr, die verstehen, welche Wirkung positive Zinsen in der Vergangenheit hatten, warum die Welt also in diesem gefährlichen Zustand ist und welche Möglichkeiten uns negative Zinsen bieten.

Wer hätte gedacht, dass man das Ende der kapitalistischen Welt einfach dadurch bewirkt, dass man sich miteinander über das Zinsvorzeichen unterhält?

Querverweise auf 'Heulen und Zähneklappern wegen Enteignungsforderungen'