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9. August 2017

Warum es in Hinblick auf die Zukunft vollkommen irrational ist, nicht noch deutlich mehr Flüchtlinge als bisher aufzunehmen.

70 Millionen Menschen auf der Flucht, 500 Millionen Europäer. Das wären zeitweilig 14%.

Das Damocles-Schwert der Zukunft über dem kollektiven Über-Ich

Die Menschen sind dort geflohen, wo es Fluchtursachen gab.

Morgen suchen die reichen Europäer und europäische institutionelle Anleger unter der EZB-Geldpolitik nach Anlagemöglichkeiten für Kapital, weil in Europa die Zinsen negativ werden. Die Inländer werden irgendwann „satt“ sein. Wir werden in Zukunft darauf angewiesen sein, zu wissen, welche Investitionen sicher sinnvoll sind und zurückkommen, und Kredite, die in die Beseitigung von Fluchtursachen fließen, sind solche sicheren Geldanlagen.

AfD: „Nö!“

Wir machen ein gedankliches Planspiel, ein Gedankenexperiment. Wenn wir verhindern, dass die EZB-Zinsen weiter absinken, dann werden wir nicht Fluchtursachen bekämpfen müssen, sondern höchstens wollen dürfen. Nehmen dann also die Flüchtlingszahlen weiter zu, incl. der zu erwartenden Zahl von Klimaflüchtlingen, dann wird die AfD wohl stärker werden. Somit fährt die AfD-Strategie voll auf Machtgewinn.

Die Frage ist, ob hinsichtlich der historischen Verantwortung und der relativen Kapitalkonzentration in Ländern der „1.“, „2.“ und „3.“ Welt eine zumindest temporäre Migrationswelle (wohlmöglich) gewaltsam, wie durch Zäune und Grenzeinrichtungen, in 2017 verhinderbar wäre.

Ich denke nicht.

Die Leute werden also kommen, so oder so, und eine Festung Europa kann und wird es nicht geben.

Die Geflohenen kommen dort, wo sie geflohen sind „in den Himmel“ und werden „später wiedergeboren“

Am Ort der Fluchtursache muss ein Mensch sein bisheriges soziales Umfeld verlassen, weil die Lebensbedingungen mindestens langfristig lebensbedrohlich sind. Wie aus einem Schlaf gerissen folgt der fliehende Mensch dem Ruf (des selbernannten, vom Zins getriebenen) „Gottes“ und flieht ins gelobte Land. Vielleicht wurde der Mensch auch durch Waffengewalt gezwungen oder versuchte der Armut, der Gewalt und der Aussichts- und Perspektivlosigkeit zu entfliehen.

Für die zurückgelassene soziale Umgebung ist das Loch, welches der Geflohene hinterlässt, eine schmerzhafte Wunde. Ein von der Seele Entrissenes. Die Hoffnung der erfolgreichen Rückkehr ist der einzige Unterschied zum physischen Tod ohne Leichnam.

Wir werden die, die da kommen, weil wir sie durch die Art, wie wir hier leben riefen und von dort vertrieben, wo sie ohne uns hätten sein können, bei uns aufnehmen, sie ausbilden. Sie werden kulturelle Brücken sein, über die über entsprechende Kredite mit negativen Zinsen also Geld und technisches Wissen (der Schatz des Kapitalismus) direkt dorthin fließt, wo das Loch, unsere verdrängte Zins-Schuld, die sich für diesen Bereich dort real manifestiert hat ist.

Der Garten Eden, wo die Zeit rückwärts läuft, wo man den Entropie-Fluss auf den Kopf gestellt hat, ist dort, wo Pippi Langstrumpf sich die Welt gemacht hat wie sie wollte.

Da fliehen die Menschen hin und von dort wird die Beseitigung der Fluchtursachen über den Geflohenen als Mittler (Kultur- und Gerechtigkeitsbrücke) die Beseitigung der Fluchtursache durch entsprechende Ausbildung, Information und Ausstattung des Geflohenen ermöglicht.

Sie wollen zu Hause Heldinnen und Helden sein. Das können bekommen. Der Geflohene wird wiedergeboren und kommt mit Geld und Wissen aus dem Garten Eden zurück, weil er sein soziales Umfeld vermisst.

Daher ist es völlig irrational, nicht mit dem Geflohenen auf der Welt, und es sind „nur“ 70 Millionen im Vergleich zu 500 Millionen Europäern, in Kommunikation zu treten, um sie nach den Investitionsmöglichkeiten der Zukunft zu befragen.

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