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26. Januar 2018

Der grauenhafte Schumpeter-Sozialismus

Nach meiner Auffassung gibt es drei fundamentale Ökonomien.

Die Form der Ökonomie so klar mit dem Zins und seinem Vorzeichen zu verbinden scheint eine recht einzigartige Sache zu sein, aber sie ist letztlich vollkommen logisch.
Die drei möglichen Ökonomien hinsichtlich des Zinses und seines Vorzeichens.

Joseph Alois Schumpeter differenziert nicht zwischen Kollektivismus, Kommunismus und Sozialismus[1, 15. Kapitel, Gefechtsvorbereitungen], und er behandelt all diese Formen der Ökonomie als „anti-kapitalistische“, obwohl sie es eindeutig nicht sein können. Es bleibt mir schleierhaft zu verstehen, warum Schumpeter, der als ein Ausgebildeter der österreichischen Schule, der sich zudem auch mit Nationalökonomen wie Ludwig von Mises auseinandergesetzt hat, nicht konsequent alle Theorie der Ökonomie vom Zins und seinem Vorzeichen her denkt. Dass in einer Zeit des Krieges, in der er sein Werk Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie 1942 schrieb, der viele Jahre „Zinskritik“ vorweg gegangen sind (Silvio Gesell: „Die natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“ 1916, Gottfried Feder: Manifest „Aufruf zur Brechung der Zinsknechschaft“ 1919), sich einer wie Schumpeter nicht ernsthaft theoretisch mit negativen Zinsen beschäftigt hat, ist für mich verwunderlich.

Meine Vermutung ist hierbei, dass es sich auch bei Schumpeter, aus welchen Motiven auch immer, um einen Anhänger des „Zero-Lower-Bound“ (ZLB) Dogmas handelt. Die ZLB Dogmatiker (z.B. auch John Maynard Keynes) beschneiden ihr gesamtes Denken auf die Möglichkeiten, die sich aus positivem oder verschwindendem Zinsvorzeichen ergeben, also auf die kapitalistische, „rechte“ Hälfte der Ökonomie. „Linke Möglichkeiten“ sind systematisch ausgeschlossen, sie sind für die ZLB Dogmatiker irrational. Damit fehlt diesen Menschen praktisch eine Hälfte der Möglichkeiten, oder, anders ausgedrückt, sie sind in ein systematisches gut/schlecht- schwarz/weiß-Schema polarisiert (robotisiert, digitalisiert).

Ökonomie ist nicht Wirtschaft!

Die logische Folge ist natürlich, dass alle Systeme, die im Denken der ZLB Dogmatiker nicht-kapitalistisch sind, Nicht-Zins-Ökonomien sind. Kapitalismus kann man auch als Geldwirtschaft bezeichnen, der Zins ist der Preis des geliehenen Geldes und des Leihkapitals im Allgemeinen. Klassische Geldwirtschaft ist kapitalistische Ökonomie, also Kapitalismus, doch Ökonomie ist nicht Wirtschaft. So hat der im Folgenden kurz anskizzierte „Schumpeter-Sozialismus“ zwar eine Wirtschaft aber keine Geldwirtschaft mehr. Die Funktion der Geldwirtschaft (des Kapitalismus), die Lücke, die durch ihr Fehlen entsteht, muss beim Fehlen des Zinses im „Schumpeter-Sozialismus“ mit etwas gefüllt werden. Schumpeter schreibt dazu, wie aus einer „psychologischen Liquiditätsfalle heraus, [1, 3. Teil, Gefechtsvorbereitungen]:

Wir kommen also in dieser Richtung nicht weiter. Stattdessen sehen wir uns, wie ich es nennen möchte, der »kulturellen Indeterminiertheit des Sozialismus« gegenüber. In der Tat kann gemäß unserer und den meisten anderen Definitionen eine Gesellschaft voll und ganz sozialistisch sein und dennoch durch einen absoluten Herrscher geführt oder in der denkbar demokratischsten Weise organisiert sein; sie kann aristokratisch oder proletarisch sein; sie kann eine Theokratie und Hierarchie oder atheistisch oder religiös indifferent sein; sie kann unter viel strafferer Disziplin stehen als die Menschen in einer modernen Armee oder jeglicher Disziplin ermangeln; sie kann asketischen oder eudämonistischen Geistes sein, energisch oder träge, nur an die Zukunft oder nur an das Heute denken; sie kann kriegerisch und nationalistisch oder friedliebend und internationalistisch, gleichheitstrunken oder das Gegenteil sein; sie kann das Ethos von Herren oder das Ethos von Sklaven haben; ihre Kunst kann subjektiv oder objektiv sein, ihre Lebensformen individualistisch oder standardisiert; und was für einige von uns schon an sich genügen würde, um unsere Gefolgschaft zu sichern oder unsere Verachtung zu wecken: sie kann aus ihrem über normalen oder ihrem unter normalen bestanden nicht fortpflanzen und entsprechend Übermenschen oder Untermenschen hervorbringen.

Warum ist dies so? Der Leser mag selbst entscheiden. Er kann entweder sagen, dass Marx Unrecht hat und dass eine Zivilisation nicht durch das Wirtschaftssystem determiniert wird, oder, dass zwar das vollständige Wirtschaftssystem sie determinieren würde, dass aber das Element, das Sozialismus in unserem Sinne konstituiert, ohne die Hilfe weiterer wirtschaftliche Daten und Voraussetzungen es nicht tut. Es wäre uns übrigens mit dem Kapitalismus nicht besser ergangen, hätten wir versucht, seine kulturelle Welt nur aus den in unserer Definition enthaltenen Fakten zu rekonstruieren. Wir stehen in diesem Falle ohne Zweifel unter dem Eindruck einer Determiniertheit und sehen die Möglichkeit, über Tendenzen in der kapitalistischen Zivilisation zu diskutieren. Das ist aber nur so, weil wir eine historische Realität vor uns haben, die uns alle von uns benötigten zusätzlichen Fakten liefert und via facti eine unbegrenzte Zahl von Möglichkeiten ausschließt.
All dies riecht mir nach grauenhafter Willkür, wenn der Mensch mit dem aufoktroyierten System in Konflikt gerät. Man denke an die Sowjetunion unter Stalin, Deutsches Reich unter Hitler, DDR unter Honecker, China unter der pseudo-„kommunistischen“ Partei, Nordkorea unter Kim Jong Il und Venezuela unter Chavez und dann Maduro.

Zum „Gruselpanoptikum des Sozialismus“ gehören, wie Schumpeter es beschreibt u.a. zentralistische Planwirtschaft, ein Ministerium für Wirtschaftszweige, ein Preisdiktat, eine totalitäre Herrschaft, Willkür in der Regelsetzung und ein Mangel an intrinsischer, an den Bedürfnissen der Menschen orientierter Ökonomie. Der zentrale Verwaltungsapparat, der spiegelgleich versucht, sich zu verbessern in dem er die wirtschaftliche Realität an die Bedürfnisse der Menschen angleicht, sie gleichsam „in Watte“ bettet, ihnen die Verantwortung für die Gestaltung der jeweils eigenen Welt abnimmt, muss irgendwann an seiner eigenen Komplexität scheitern, denn es ist für einen zentralen Verwaltungsapparat unmöglich, sich in jeden Einzelnen hineinzuversetzen, so geschehen beim Zusammenbruch der Sowjetunion.

Betrachtet man Ökonomie als „Wind auf dem Meer der Wirtschaft“, als Antrieb und Gestaltungswerkzeug, dann ist Sozialismus wie eine „Flaute“, eine Nicht - Geld oder Zins - Ökonomie. Irgendwie muss also im Sozialismus Wind gemacht werden, und so treten an die Stelle des Kapitalismus religiöse, personelle („Führerkult“) oder sonstige monopolistische Ideologien, die nicht in Folge einer im Kern einfachen Ökonomie emergieren, sondern verabsolutiert, diktiert, aufoktroyiert werden. Auch das Verständnis des Systems bleibt dem Einzelnen verschlossen, da es sich nicht aus einfachen Regeln ergibt, sondern ein immer komplexer werdendes Flickwerk ist.

Nach meiner Auffassung gab es bisher Sozialismen, doch noch nie gab es einen post-kapitalitischen Kommunismus, einen logischen Anti-Kapitalismus. Das Himmelreich wartet also noch und ist bis heute unbetreten.

Eine Brücke ins Himmelreich

Spieltheoretisch gibt es zwei Arten Spiele: Solche die enden und jene, die nicht enden. Hat schon einmal jemand ein „Ökosystem im Bürgerkrieg“ beobachtet, gleich einem Organismus, der unter einer Art Selbstzerstörung wandelt und einen katastrophalen Kollaps erleidet, der nicht durch Äußeres verursacht wurde? So etwas dürfte nur selten in der Natur zu finden sein. In der Natur regelt sich alles von selbst. Dazu gibt es recht schöne Modelle, z.B. das Räuber-Beute-Modell (Kapital vs. Arbeit, Füchse und Kaninchen auf einer Insel) einer Populationsdynamik. Interessanter Weise tauchen in solchen Modellen dennoch ähnliche Termini auf, wie in der Volkswirtschaft, z.B. überlappende Generationen-Modelle, wie in der Rentenrechnung.

Das von der einen Seite her betrachtet Schöne des Kapitalismus ist seine Einfachheit, die sich in einer einzigen Regel, der unnatürlichen Störung wenn man will, von den Regeln einer von meinem Standpunkt aus betrachtet natürlichen Ökonomie unterscheidet: dem Zins-Vorzeichen. Wirtschaft, Soziologie, Gesellschaft, Psychologie, Ethik und Moral sind dann Folgen dieser Regel und werden unter Hochhaltung des komplementären Prinzips gestaltet: der Freiheit und die Würde, die Möhre, die dem Esel vom Fettsack auf seinem Rücken an einer Angel vor's Maul gehalten wird. Das Hässliche des Kapitalismus sind natürlich die ökologischen und sozialen Kollateralschäden. Das kapitalistische System ist an sich böse und also auch seine Profiteure, darum braucht es das Gute als sein Antagonist.

Vater zum Sohn beim Auszug: „Die Welt ist böse mein Kind, nun bleib' Du aber anständig und auf dem rechten Weg! Behandele andere wie Dich selbst!“

Von genau der gleichen Einfachheit ist aber eben auch die Negativ-Zins-Ökonomie, die ich als Kommunismus bezeichne, und dem zufolge könnte man den Rat des Vaters wie folgt umkehren...

Vater zum Sohn beim Auszug: „Die Welt ist gut mein Kind, Du darfst böse und link sein, aber übertreib' es nicht, behandele andere wie Dich selbst!“
... aber man behält besser einfach seine kapitalistischen Erziehung bei, so wie es der Erste und Letzte in Matthäus 5:[17-20] vorschlug:
  1. Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.
  2. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht.
  3. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.
  4. Denn ich sage euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Dies wird in diesen Zeiten „konservative Revolution“ genannt und bedeutet für die Nicht-Konservativen natürlich, dass auch sie bei ihren Rollen bleiben, bis es eben geschieht. Sicher ist jedoch eins: das Einhalten der Regeln des Vaters, das Konservative, besteht natürlich in Folgendem: Konsumverzicht, harte Arbeit, sparen-sparen-sparen, keinen Kredit aufnehmen, möglichst nicht zur Miete wohnen, nicht mieten, pachten usw. keine Schulden machen, pünktlich sein, dienen, an die Regeln halten! Wer es glaubt wird selig und kommt ins Himmelreich.

Warum die Analyse der Kausalketten des Kapitalismus so wichtig ist - Logik positiver Zinsen vs. Logik negativer Zinsen

Zunächst einmal erscheint die linke Hälfte der Ökonomie, die Negativ-Zins-Ökonomie, völlig unbekannt. Dies ist jedoch nicht richtig. Im Grunde genommen ist die Realität, die dort entsteht aus unserer jetzigen Realität ableitbar, und auch ein Blick auf die Funktionsweise von Ökosystemen und das Zusammenspiel von Spezies darin bietet Anschauung, denn der Negativ-Zins ist ein Naturgesetz (2. Hauptsatz Thermodynamik).

Sich aus der Analyse kapitalistischer Kausalketten durch Urprungsspiegelung ergebende Kausalketten in einer Negativ-Zins-Ökonomie.

Auch Schumpeter argumentiert mit dieser Umkehr der Logik, wobei er seinen Schumpeter-Sozialismus meinte und also nur eine Hälfte davon, nämlich die antikapitalistische:

Wenn wir z.b. wie manche Sozialisten - nach meinem Dafürhalten fälschlicherweise - glauben, dass Kriege [Krieg kommt von kriegen, haben wollen] nichts anderes als eine der Formen des Konfliktes kapitalistischer Interessen [Zins heißt auf englisch interest, english interest heißt auf Deutsch Interesse] sind, sofort ohne Weiteres daraus, dass der Sozialismus pazifistisch und nicht kriegerisch sein wird. Oder wenn wir annehmen, dass sich der Sozialismus parallel zu einem gewissen Typ des Rationalismus entwickelt und von ihm untrennbar ist, so werden wir daraus schließen, dass er wahrscheinlich eher irreligiös, wenn nicht anti-religiös sein wird.

Der Kommunismus (die Negativ-Zins-Ökonomie) ist also theoretisch mindestens genau so groß wie der Kapitalismus (die Positiv-Zins-Ökonomie), man wird meterweise Bücher über seine Eigenschaften schreiben, oder man liest Bücher über den Kapitalismus und „kehrt sie zins-logisch“ um: man leitet die aus der Wirkweise des Zinses folgenden, beobachtbaren Phänomene her, bzw. verknüpft die logischen Folgerungen mit den beobachtbaren Phänomenen der Gegenwart und überlegt sich dann, wie das Phänomen unter negativem Zins emergieren würde.

Ich gebe kurz einige Beispiele, die Marx und andere schon so ähnlich gesehen, sie vielleicht nur anders benannt haben. Der Kommunismus kommt im Zuge seiner Entwicklung mit einem immer kleineren, schlankeren Staat aus. Der Staat, dessen Aufgabe es ist, den kapitalistischen Prozess sozialverträglich zu gestalten, stirbt langsam ab, weil der sich aus der Negativ-Zins-Ökonomie ergebende Prozess selbst sozial ist und der Staat und das politische System nicht mehr in seiner Funktion zum Ausgleich von Interessen der Funktionsgruppen des Gesamtorganismus gebraucht wird. Die Steuern sind niedrig bis verschwindend gering um nicht zu sagen „läppisch“, die Märkte sind überwiegend und zunehmend frei, es gibt freie Vertragsbildung. Es gibt keine störenden Konjunkturzyklen mehr, der Wandel ist ständig, der Prozess ist im Gleichgewicht stationär in der Bewegung, panta rhei. Aus dem Kapitalismus heraus betrachtet erscheint er als Paradoxie. Vermietung und Verpachtung sind unter sinkenden Mietzinsen weiter möglich. Die Gewinne (Zinsen) aus solchen Unternehmungen gelangen auf Konten mit negativem Zins und werden von dort aus umverteilt. Aus Globalisierung wird Lokalisierung, Regionalisierung und Saisonalisierung (Synchronisation mit der Natur), aus Zentralisierung wird Dezentralisierung, fremdbestimmter Wettbewerb („heteronome Konkurrenz“) wandelt sich in selbstbestimmte(r) Zusammenarbeit („autonome Kooperation“), Hierarchien wandeln sich in Heterarchien jedoch ohne dabei ganz zu verschwinden. Die Komplementarität von Eigenschaften des Kapitalistismus hebt sich auf, logische Widersprüche verschwinden, gut und böse sind nicht mehr scharf voneinander zu trennen. „Die Ersten werden die Letzten“ sein, doch wird zunehmend unklar, wie denn das Erste vom Letzten unterscheidbar ist.

Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit besteht in der Analyse der emergierenden Eigenschaften der Negativ-Zins-Ökonomie, und es wird Jahre brauchen sie alle zu finden. An anderer Stelle meiner Ergebnisse sind solche Analysen bereits zu finden, z.B. bei der Analyse belohnter und bestrafter Verhaltensweisen oder in der Analyse makro-ökonomischer Kräfte (Tabelle im Aufsatz am Ende).

Zusammenfassung und Fazit

Der Sozialismus ist gegenüber dem Kapitalismus und dem Kommunismus maximal unbestimmt. In ihm ist die größte Freiheit und Anarchie aber auch der schärfste Zwang und die undurchsichtigste unbarmherzigste Willkür möglich. Eingeschränkt wird die Kontingenz des Begriffes des Sozialismus durch ein Modell der Führung. Das von Schumpeter propagierte Führungsmodell ist das einer Meritokratie, einer Elitenherrschaft, die das System regelt und den Mechanismus des Zinses ersetzt. Die Systemtheorie lehrt uns dazu, dass in einem solchen System das Ganze nur so schlau ist wir seine Führung, also ein armes auf die Schläue seine Führung limitiertes Ganzes, dessen intrinsische Intelligenz an den Märkten nicht zum Tragen kommen kann.

Der Sozialismus darf historisch als gescheitert betrachtet werden. Er ist an seiner Komplexität und dem Wahn gescheitert, eine Wirtschaft zentralistisch steuern zu können. Den gleichen Wahn hatte man schon im Absolutismus gegen den am Ende der (rechte) Liberalismus aufbegehrte und ihn jedoch nur in neuer, dynamischerer, freierer Form rekonstituierte: das Zinsnehmen wurde im Zuge der Aufklärung und beginnend mit den Revolutionen Europas jedermann ermöglicht, die großen Pyramiden bekamen viele neue Stufen, überlappten und führten Kriege gegeneinander. Die Motivation des Monopols des Absolutismus war die Gleiche wie das Motiv des kapitalistischen Monopols, nämlich die Bereicherung am Wirtsprozess und das Erlangen absoluter Macht, also der altbekannte Grund aus dem heraus jede Form des Kapitalismus (alt oder neu) erfolgreich scheitert, wie es Schumpeter bestimmt auch sagen würde. Jetzt also bitte kein Sozialismus mehr, bitte!

„Kein Zins, ob positiv oder negativ, ist auch keine Lösung!“
An freigelassenen Märkten mit, innerhalb der Ökonomie, freier Preisbildung, wobei der Markt erst im Kommunismus wirklich frei ist, kommt das demokratische Element der Wirtschaft, die Intelligenz des Ganzen zum Tragen. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wirklich freie Märkte, also Märkte unter einer Negativ-Zins-Ökonomie, das erreichbar machen, was kapitalistische Ökonomen seit der Aufklärung versprechen: Den Wohlstand der Menschen (vormals Nationen).

Schumpeter nennt die Theorien zum negativen Zins „Anti-Spar-Theorien“[1, 14. Kapitel, Zersetzung]. Das Sparen ist Rationalisierung, die Rationen werden eingeteilt. Negative Zinsen bieten Anreize zur irrationalem Verhalten. Auch das Paradoxe ist irrational und so fürchten sich Kapitalisten vielleicht, wenn sie die negativen Zinsen und ihre teils paradoxen Folgen ablehnen, in Wahrheit vor ihrem Irrationalem, ihren eigenen Gefühlen. Doch sollten wir nach fast 6.000 Jahren Kapitalismus / Zivilisation / Mensch-Domestizierung wie Norbert Elias vielleicht sagen würde gerlernt haben, mit dem Es umzugehen und es zu beherrschen, statt dass es uns beherrscht. Die Betrachtung von Ausnahmen (Differenzen, Abweichungen) bestätigt dabei die Regel (den Hintergrund). Wir wissen am Ende, was gut und was böse ist.

Wenn wir irgendwann in der Zukunft auf diese jetzige Zeit des Übergangs zurückblicken, dann werden wir uns sicher an den Kopf fassen um sein Schütteln zu beenden und uns sagen: „Mein Gott, was war das für ein Drama um das Vorzeichen!“. Doch noch wackelt der Kopf nicht genügend. In diesem Sinne: „Arschbacken zusammenkneifen, solange es geht“ und dann, wenn es soweit ist, ... lasst die Märkte frei denn Märkte sind geldwerte Beziehungen, die bei negativem Zins nicht mehr der Vermehrung des toten Geldes dienen, sondern dem Leben!

Referenzen / Einzelnachweise

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