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1. September 2018

Dietrich Bonhoeffer zur Dummheit

Zu den noch zu lesenden Schriften, die auf meiner Liste stehen, zählen mit hoher Wahrscheinlichkeit solche von Dietrich Bonhoeffer, der nur wenige Tage vor Kriegsende am 9. April 1945 von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Er war ein katholischer Widerstandskämpfer. Bietet dieser Mann nicht eine annehmbare Projektionsfläche für einen gesunden Widerstand?

Eine zeitgenössische Verfilmung des Lebens von Dietrich Bonhoeffer.

Grundsätzlich sollte jeder, der Bonhoeffer und überhaupt jeden Autor der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts liest, den Autor darauf überprüfen, wieviel er von den wesentlichen Mechanismen der „wuchernden Erbsünde“, dem Zinsnehmen, dem Kapitalismus, versteht. Es kann, wie Bonhoeffer selbst schreibt, nicht einfach davon ausgegangen werden, dass „intellektuell anspruchsvolle Lektüre“ einem wenn nicht voll, dann jedenfalls hinreichend aufgeklärtem Urheber entspringt. Diese Beurteilung gelingt logischerweise nur denjenigen, die die „Details“ des ökonomischen Diesseits und Jenseits kennen. Erkennen kann sie jeder selbst, wenn er oder sie an der Wurzel, dem Zinsvorzeichen, mit dem Denken anfängt und entsprechend logische Folgerungen anstellt (Markus 13:[30-32]):

  1. Und er sprach: Womit wollen wir das Reich Gottes vergleichen, und durch welches Gleichnis wollen wir es abbilden?
  2. Es ist wie mit einem Senfkorn: Wenn das gesät wird aufs Land, so ist's das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden;
  3. und wenn es gesät ist, so geht es auf und wird größer als alle Kräuter und treibt große Zweige, sodass die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können.

Die kleinste logische Einheit in der Mathematik ist ein Vorzeichen, und mit Sicherheit meinte er das Zinsvorzeichen, siehe Simmel am Ende von Philosophie des Geldes (Eintrag vom 25. August 2018). Schumpeter sagte, dass es sich lohne, die Leute aufzuklären (Eintrag vom 16. Februar 2016) und auch für Luhmann wird sich alles durch Kommunikation (Soziale Systeme) lösen.

Ich für meinen Teil halte am Ende eine Revision sämtlicher Literatur des 20. und frühen 21. Jahrunderts aus den Bereichen Soziologie, Psychologie, Philosophie, Rechts- und Politikwissenschaften (!) hinsichtlich der Bekanntheit der Wirkweise des Zinsvorzeichens für unumgänglich, wollte man den jeweiligen Text sinnvoll in den zum „Kernsystem der Zivilisation“ gehörigen logischen Zusammenhang einorden.

Auf das folgende Zitat von Dietrich Bonhoeffer machte mich mein Kollege Stefan Wehmeier aufmerksam. Es enthält viel Wahrheit rund um den unbewussten sensiblen Bereich:


Dietrich Bonhoeffer - Von der Dummheit

Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung [nicht auch schöpferische Zerstörung?] in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt.

Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden - in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch - und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden.

Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährlich.

[Deswegen sollten wir die Dummheit bekämpfen und nicht den Dummen oder gar versuchen, ihn zu überzeugen.]

Um zu wissen, wie wir der Dummheit beikommen können, müssen wir ihr Wesen zu verstehen suchen. Soviel ist sicher, daß sie nicht wesentlich ein intellektueller, sondern ein menschlicher Defekt ist.

Es gibt intellektuell außerordentlich bewegliche Menschen, die dumm sind, und intellektuell sehr Schwerfällige, die alles andere als dumm sind. Diese Entdeckung machen wir zu unserer Überraschung anläßlich bestimmter Situationen. Dabei gewinnt man weniger den Eindruck, daß die Dummheit ein angeborener Defekt ist, als daß unter bestimmten Umständen die Menschen dumm gemacht werden, bzw. sich dumm machen lassen.

[Kant nannte das selbstverschuldete Unmündigkeit, wir haben Bildungslücken an entscheidenden Stellen rund um den Umverteilungskern, und das erzeugt die sog. kognitive Dissonanz. Die Leute wollen die negativen Zinsen nicht, wollen nicht die Aufhebung ihrer Versklavung.]

Wir beobachten weiterhin, daß abgeschlossen und einsam lebende Menschen [vgl. Typus des Schizoiden bei Riemann, der „rationale, distanzierte Einzelgänger“] diesen Defekt seltener zeigen als zur Gesellung neigende oder verurteilte Menschen und Menschengruppen [vgl. Typus des Depressiven, das „gesellige, näheliebende Herdentier“].

So scheint die Dummheit vielleicht weniger ein psychologisches als ein soziologisches Problem zu sein. Sie ist eine besondere Form der Einwirkung geschichtlicher Umstände auf den Menschen, eine psychologische Begleiterscheinung bestimmter äußerer Verhältnisse.

Bei genauerem Zusehen zeigt sich, daß jede starke äußere Machtentfaltung, sei sie politischer oder religiöser Art, einen großen Teil der Menschen mit Dummheit schlägt. Ja, es hat den Anschein, als sei das geradezu ein soziologisch-psychologisches Gesetz. Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen.

Der Vorgang ist dabei nicht der, daß bestimmte - also etwa intellektuelle - Anlagen des Menschen plötzlich verkümmern oder ausfallen, sondern daß unter dem überwältigenden Eindruck der Machtentfaltung dem Menschen seine innere Selbständigkeit geraubt wird und daß dieser nun - mehr oder weniger unbewußt - darauf verzichtet, zu den sich ergebenden Lebenslagen ein eigenes Verhalten zu finden.

[Der Depressive ist niedergedrückt unterworfen, hat Angst vor Selbstwerdung und Selbstbestimmung.]

Daß der Dumme oft bockig ist, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß er nicht selbständig ist. Man spürt es geradezu im Gespräch mit ihm, daß man es gar nicht mit ihm selbst, mit ihm persönlich, sondern mit über ihn mächtig gewordenen Schlagworten, Parolen etc. zu tun hat. Er ist in einem Banne, er ist verblendet, er ist in seinem eigenen Wesen mißbraucht, mißhandelt. So zum willenlosen Instrument geworden, wird der Dumme auch zu allem Bösen fähig sein und zugleich unfähig, dies als Böses zu erkennen.

Hier liegt die Gefahr eines diabolischen Mißbrauchs [Die Zwanghaften und Depressiven passten reibungs- und nahtlos in die gleichgeschaltenen Pyramidensysteme der Nationalsozialisten.]. Dadurch werden Menschen für immer zugrunde gerichtet werden können. Aber es ist gerade hier auch ganz deutlich, daß nicht ein Akt der Belehrung, sondern allein ein Akt der Befreiung die Dummheit überwinden könnte.

[Jawohl! Und zuerst sollten Denk- und Diskursverbote aufgehoben werden. Reden wir über das Zinsvorzeichen bei Kredit- und Sparzinsen!]

Dabei wird man sich damit abfinden müssen, daß eine echte innere Befreiung in den allermeisten Fällen erst möglich wird, nachdem die äußere Befreiung vorangegangen ist; [Marx: „Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Fesseln“, Vater unser: ... vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, löse uns von dem was uns bindet...] bis dahin werden wir auf alle Versuche, den Dummen zu überzeugen, verzichten müssen.

In dieser Sachlage wird es übrigens auch begründet sein, daß wir uns unter solchen Umständen vergeblich darum bemühen, zu wissen, was »das Volk« eigentlich denkt, und warum diese Frage für den verantwortlich Denkenden und Handelnden zugleich so überflüssig ist - immer nur unter den gegebenen Umständen. Das Wort der Bibel, daß die Furcht Gottes der Anfang der Weisheit sei (Psalm 111, 10), sagt, daß die innere Befreiung des Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott die einzige wirkliche Überwindung der Dummheit ist.

Übrigens haben diese Gedanken über die Dummheit doch dies Tröstliche für sich, daß sie ganz und gar nicht zulassen, die Mehrzahl der Menschen unter allen Umständen für dumm zu halten. Es wird wirklich darauf ankommen, ob Machthaber sich mehr von der Dummheit oder von der inneren Selbständigkeit und Klugheit der Menschen versprechen.

[Man beurteile Ideen zur asymmetrischen Demobilisierung!]

Quelle: Dietrich Bonhoeffer. Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft, hrsg. von E. Bethge. TB Siebenstern. Gütersloh 1985. S. 14 f, kopiert von cleansed.de

Kommentierung

Das Böse zerstört sich am Ende selbst, wie Marx es sah (siehe Marxistische Krisentheorie) und wie es Schumpeter, der sich ja mit den Zinsen als ein Schüler der österreichischen Schule bestens auskannte, in Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie bestätigte.

Die (Positiv-) Zinsnahme (Kapitalismus) bringt nach sich wiederholenden (Konjunktur-) Zyklen (vgl. zum Begriff Samsara aus dem Hinduismus und Buddhismus) Wirtschaft und Gesellschaft in eine Art Starre: wir erleben in den reifen Kapitalismen global eine säkulare Stagnation aufgrund eines globalen Überhangs an Ersparnissen (siehe einschlägige Publikationen von Ben Bernanke, Carl Christian von Weizsäcker et al.), eine sog. Sparschwemme, die in der Vergangenheit entweder relativ friedlich durch die Verfestigung der bis zu diesem Zeitpunkt durch quasi-evolutionäre Mechanismen enstandene Ordnung (funktionale Differenzierung und Arbeitsteilung in Berufsbilder, Kastensysteme) oder ansonsten kriegerisch durch Revolutionen, Bürger- und Völkerkriege entspann- oder lösbar war.

Die Wahrheit, dass sich das System am Ende selbst zerstört, zelebriert ja gerade die Kombination „Donald Trump plus steigende Zinsen in den USA“: das Projekt heißt „Apokalypse der Schwellen- und Entwicklungsländer“. Bei Pleite und dann Insolvenz muss ein Offenbarungseid geleistet werden, und Offenbarung heißt auf griechisch Apokalypse. Das geht so lange bis sie es endlich sein lassen.

Bonhoeffers Analyse teile ich, doch muss ich ihm hinsichtlich der Strategie widersprechen.

Sicher bringt es nichts, gegen die Symptome der Unwissenheit, die Verblendung, anzureden, ohne an die Ursachen heranzutreten. Irgend so ein intellektueller Schwarzmaler, Pessimist, Angst- oder Scharfmacher in diesen Zeiten in Europa, der logisch folgern kann und dem auch bewusst ist, dass er das beherrscht, dem „intellektuellen Dummen“, wird man nicht beikommen können, wenn man versucht, seine Folgerungen anzugreifen. Er würde einfach seine Folgerungen begründen, doch wird er dabei in der Regel nicht weit genug an die Prämissen, Axiome oder Dogmen seines Denkgebäudes herangehen, die nicht selten hinter einem „Angstpanzer“ versteckt liegen, denn Geld bedeutet vielen persönliche Sicherheit und wenigstens bei der „kapitalistischen Kunstspezies“, die ausschließlich von den Zinsen lebt, hat man es mit massiven Existenzängsten zu tun, mit einem Jammern auf z.T. sehr hohem Niveau. Doch ist vielen armen Teufeln dieser Bevölkerungsschicht nicht bewusst, wie die sozialen Missstände mit dem eigenen Wohlstand korrelieren, weil sie es verdrängen (müssen).

Deswegen: man muss an die Prämissen ran und dabei muss man behutsam vorgehen, weil sonst mit Angstabwehr reagiert und geblockt wird. Dies geschieht, so meine Erfahrung, am einfachsten durch vorsichtige (!) „Warum“-Fragen zu den Aussagen. Bei hinreichend hartnäckiger doch behutsamer Hinterfragung nach den Ursachen der Probleme und Ängste landet man immer beim Geld, und von dort ist es ein Katzensprung zum Zinsvorzeichen. In Bezug auf die Berechtigung der Ängste ist am Ende entscheidend, ob der Patient zu den NETTO Begünstigten negativer Zinsen bzw. den NETTO Geschädigten positiver Zinsen gehört: In Deutschland sind das die unteren 85%-90% der Vermögensverteilung, also die große Mehrheit. Auf der Welt sind es wahrscheinlich 99% (Eisenstein).

Warum warten die Menschen alle auf den Messias oder den Führer?

Er wird nicht kommen, das ist schon mal klar, besser gesagt: es wird nicht einer oder eine kommen, sondern 7 Milliarden, denn so viele Menschenhirne hat dieser Planet. Es ist offenkundig, dass Viele regelrecht „devot“ nach Führung, also Fremdbestimmung, schreien: die AfD beklagt einen Führungsmangel der Regierung, dabei geht es doch in einer Demokratie nicht um eine Bevormundung der Bürger, sondern darum, dem Bürger die Selbstständigkeit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit (GG Artikel 2 Abs. 1), also die Selbstbestimmung, zu ermöglichen!

Ich vermute: die Leute wollen deswegen Führung, weil ihnen selbst die zum selbstbestimmten Handeln notwendige Orientierung fehlt und weil sie Angst vor Selbstbestimmung haben, also „depressiv“ sind. Das „Kapital-Devote“ in uns, der „erbsündige Götzendienst“ ist das Depressive. Die fehlende Orientierung geht auf die Nebelkerzen, die systematische Gehirnwäsche der vielen „Ökonomie-Verdreher“, die vielen Lücken („Von wem bekommen denn die Sparer die Zinsen?“) die Angst- und Tabubarrieren im Denken und im Diskurs, die Angstmache der Zins-Demagogen zurück. Einige Beispiele, samt „Exorzismus“:

Lüge/Irrtum Exorzismus
„Jetzt nehmen sie Euch auch noch Euer Geld weg.“ In Wahrheit bekommt man immer noch Zins, nur eben nicht mehr für das Sparen, sondern für das Kreditnehmen.
„Die Rente ist nicht mehr sicher.“, „Altersarmut droht, wenn die Zinsen negativ werden.” Durch die negativen Kreditzinsen werden die Lebenshaltungskosten, die Konsumpreise, die Mieten sinken und die Löhne und also die Kaufkraft steigen.
„Die Lebensversicherung wirft nicht genügend Zinsen ab.“, In Bezug auf die große Mehrheit, die ärmeren 90% der Bevölkerung ist das glatt gelogen: denn es wird bei negativem Zins vom Kapital zum Leben und zur Arbeit umverteilt.
„Über Geld spricht man nicht.“ Ha, von wegen... bis er bricht!

Es ist relativ einfach, die Lügen zu widerlegen, wenn man sich erst einmal auskennt. Schwieriger ist es, dem Gegenüber seine Ängste bewusst zu machen, die den Diskurs und das Denken verhindern, denn Angst blockiert!
Dazu Matthäus 13:

  1. Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht, so kommt der Arge und reißt hinweg, was da gesät ist in sein Herz; und das ist der, bei welchem an dem Wege gesät ist.
  2. Das aber auf das Steinige gesät ist, das ist, wenn jemand das Wort hört und es alsbald aufnimmt mit Freuden;
  3. aber er hat nicht Wurzel in sich, sondern ist wetterwendisch; wenn sich Trübsal und Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so ärgert er sich alsbald.
  4. Das aber unter die Dornen gesät ist, das ist, wenn jemand das Wort hört, und die Sorge dieser Welt und der Betrug des Reichtums erstickt das Wort, und er bringt nicht Frucht.
  5. Das aber in das gute Land gesät ist, das ist, wenn jemand das Wort hört und versteht es und dann auch Frucht bringt; und etlicher trägt hundertfältig, etlicher aber sechzigfältig, etlicher dreißigfältig.
Die Früchte sind das Fortpflanzungsprodukt der Kommunikation, der Mündigkeit, das Gelernte, Bewusstgewordene.

Viele befinden sich in einer Art „Abwartehaltung“. Sie warten und hoffen darauf, dass irgendetwas passiert oder dass jemand kommt (ein Messias oder einen Führer) und ihnen sagt, was sie tun sollen. Das Abwarten und die fehlende Fähigkeiten zu selbstbestimmtem Handeln, Denken und Reden in Bezug auf den blinden Fleck der Zivilisation gehen auf den Zins zurück. Sie sind Produkte der kapitalistischen Ordnung, die die Menschen der Reproduktion des geltenden Toten unterworfen hat. Der Zins erzieht den zivilisierten Menschen zum sog. Belohnungsaufschub. (Marshmallow-Test). Dargestellt ist der Belohnungsaufschub in allen möglichen Formen von religiöser oder weltlicher Askese: Verzichtsformen, viel arbeiten, wenig schlafen, usw..., denn wenn man den Zins bekommen will, muss man warten, verzichten, dienen, hörig sein, usw... (Max Weber Religionssoziologie).

Die Fremdbestimmtheit, das Devote, Gefügige in uns, ist eine Folge der Sachzwänge: Zinsschulden sind Forderungen. Es sind Rationalisierungszwänge und Arbeitsforderungen, die im Marktnetz verteilt werden müssen, wenn sie nicht vom Einzelnen ge- oder ertragen, also z.B. durch Introjektion internalisiert, werden können. So entstehen geführte und mehr oder weniger wohlerzogene jedoch unmündige Schafe, Lämmer, Kühe, Ziegen, Tauben, Papageien....

... Muuuh ... M ä ä ä ä ...
... also das Beutevieh der Löwen und Wölfe, der Adler und Geier, der Räuber.
Die AfD ist die wohl am leichtesten zu kontrollierende Partei: es ist die Partei der Reichen, die die armen Dummen mit ihrer eigenen Unmündigkeit missbraucht. Doch wehe, wenn die Schafe unten in der Partei kapieren, dass der Räuber oben in der Partei sitzt, denn wer profitiert denn von steigenden Zinsen und wer zahlt sie in Wirklichkeit?

Unwissenheit in Kombination mit einer Unsicherheit oder gar Weigerung, der Logik und den logischen Vorhersagen des eigenen Verstandes zu folgen, ist das grundsätzliche Problem. Ich denke, dass Bonhoeffer dies mit „Dummheit“ meinte. Die Folgen dieser Art von Unvermögen sind: Inselartige Kenntnisse des ganzen Zusammenhangs rund um das Zinsvorzeichen (die Blätter des Baumes) können nicht richtig bewertet werden, weil sie unzusammenhängend erscheinen. Einzige Lösung: von fundamentalen Daten ausgehen und logische Folgerungen machen. Ergebnis prüfen. Das ganze Ding um das Zinsvorzeichen hat eine baumartige Struktur. Die Wurzel des Baums ist das Vorzeichen.

Die Leute haben Angst, wissen nicht was kommt, haben Befürchtungen, sind besorgt, weil sie in Kapitalismus sozialisiert wurden. Sie haben, weil sie logisch denken können, bei Vielem Recht, denn kommen, wie in 2015/2016 geschehen „auf den billigen Plätzen“ Menschen dazu, dann gibt es bei wieder steigenden Zinsen Gerangel um Arbeit, Wohnung und Intim- und Fortpflanzungspartner, also um Lebenswesentliches!

Die AfD, deren Kernforderung die Wiederherstellung der Geldmarktordnung positiver Zinsen ist, nutzt also die Unwissenheit und die Affekte. Insgesamt ist sie weder die Lösung noch eine Alternative, sondern sie ist das Problem! Wie ein kluger kleiner junger Mann sagte, gilt: Die Initiative braucht es, die Alternative nicht!

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