Wirkung des Kapitalismus auf die Umwelt

Diesem Artikel liegen die Kausalitäts-, Wirklichkeits-, Wissens- und Informationsbegriffe zugrunde, die im Abschnitt über Philosophie dargestellt werden.

Ein uralter messbarer Vernunftbegriff: der „Urzins“

Mit dem, was wir tun, verfolgen wir Zwecke. Das, was wir tun ist ein Mittel um den Zweck zu erreichen. Vernünftige Mittel sind genau solche, deren Wert (bzw. deren Kosten, Aufwand) kleiner ist als der Wert des damit zugänglich gewordenen Zwecks. Im Unterschied der Werte des Mittels und des Zwecks liegt der Nutzen.

Vernünftige Mittel haben positiven Urzins und sind solche, deren Wert kleiner ist, als der damit zugänglich gewordene Zweck.
Das vernünftige Wert-Verhältnis von Zweck und Mittel wird in der Literatur als Urzins bezeichnet. Um einen logischen Riss zu vermeiden stehe ich entgegen der Auffassung Silvio Gesells[3: Kapitel 5.2] und teile die Auffassung des Urzinses von Ludwig von Mises[4] ohne jedoch Silvio Gesell insgesamt zu widersprechen.

Beispielsweise ist Mobilität ein Zweck und das gewählte Fahrzeug ist das Fortbewegungsmittel, die Wohnung ist das Mittel zum Wohnen und das Essen dient als Mittel zur Stillung des Hungers. Das Auto kaufen wir aber nur, wenn uns die Mobilität wertvoller erscheint als das, was das Auto kostet. Die Wohnung muss bezahlbar sein und um satt zu werden, müssen wir keinen Kaviar essen, wenn es auch etwas günstigeres gibt.

Für das Folgende braucht es eine präzise Definition des Urzinses: Urzins = 1 Zeit zur Mittelherstellung · log WZweckZukunft WMittelGegenwart = log WZweckZukunft - log WMittelGegenwart Zeit zur Mittelherstellung dabei ist Wxt die Funktion, die den subjektiven Wert des Guts x zum Zeitpunkt t angibt.

So weit - so gut. Nun wird aber, wie das Teilwort „Zins“ schon suggeriert, diese Vernunft mit dem universellen, also allgemein vereinbarten Tauschmittel Geld in Verbindung gebracht. Verfügt jemand über das Mittel, dann ist das Mittel für denjenigen, der also entsprechende Zwecke erreichen kann profitabel. Der in Einheiten des Geldes gemessene Nutzen (Profit), der aus dem Unterschied der Wertigkeiten von Mittel und Zweck hervortritt, ist positiv, wenn das Mittel vernünftig ist.

Der Kerngedanke und Fehler des Kapitalismus ist die ungefähre Gleichsetzung des Urzinses (insbesondere seines Vorzeichens) mit dem Zins des Geldmarktes.

Warum das so ist, wird im Verlauf dieser Seite deutlich werden.

Aufbau von Netzwerken aus Austauschbeziehungen

Ein wesentlicher Teil der Beziehungen eines Menschen zu seiner sozialen und materiellen Umgebung sind Austauschbeziehungen, in denen bestimmte Dinge (ökonomisch: Güter) ausgetauscht werden. (Liebes)beziehungen der Menschen untereinander und auch Marktbeziehungen gehören zu diesen Austauschbeziehungen, aber auch die Beziehung des Menschen zu seiner nicht-menschlichen Umwelt ist von einem Geben und Nehmen gekennzeichnet.

Insgesamt betrachtet, lassen sich die Beziehungen der Menschen untereinander und zu ihrer Umwelt als dynamische, sich also mit der Zeit verändernde Netzwerke begreifen. Auch die Stoff-Kreisläufe in der Natur sind als komplexe arbeitsteilige Netzwerke beschreibbar.

Die Wirkung des Sparens und der dadurch verursachten Zins-Schuld auf das gegenwärtige Verhalten im arbeitsteilgen Netzwerk in den Austauschbeziehungen insbesondere derjenigen, die den Zins zahlen äußert sich in Störungen des Verhaltens und des nomischen Gleichgewichts in diesen Beziehungen.

In diesem Abschnitt werden einige Ergebnisse der makro-ökonomischen Analyse von Geld- und Güterströmen auf die Austausch-Beziehungen der kapitalistischen Menschheit zu ihrer nicht-menschlichen Umgebung übertragen.

Austauschbeziehungen - freie Märkte

Goldene Regel und Preis
Ein freier Markt besteht, wenn keiner der beiden Markt-Teilnehmer unter einen Zins-Schuld steht und versucht den Zins über den Preis von seinem Markt-Partner zu erhandeln.
Vom goldenen Gleichgewicht spricht man im Allgemeinen, wenn das Geben und Nehmen aus Sicht beider Beziehungsteilnehmer einer Austauschbeziehung jeweils in einem Gleichgewicht ist und wenn gleichzeitig die Austauschbeziehung ihrem Wesen nach im Mittel nicht von Dritten beeinflusst ist.

Im nomischen Gleichgewicht dieser Austauschbeziehungen gibt es eine Ordnung der Bestimmung über den Beziehungsgegenstand bzw. über die ausgetauschten Güter.

Kommt es in einer Beziehung zu einem freien, von Außen unbestimmten Austausch, entsteht also eine freie Austauschbeziehung, die nicht durch Dritte beeinflusst wird, dann ist die sogenannte goldene Regel erfüllt. In der Grafik rechts ist die Freiheit oder auch Selbstbestimmung des Marktes durch die zwei Nullen angedeutet, die besagen, dass die Markt-Teilnehmer jeweils schuldlos gegenüber Dritten sind.

Im ökonomischen Sinn ist das durch den Austausch zustandekommende Mengenverhältnis gleich dem Verhältnis der Mengen der ausgetauschten Güter also dem Preis.

Durch den Handel auf den Märkten entstehen einander entgegengerichtete Güter- und Geldströme. Im physikalischen Bild einer von einer Spannung oder einem Druck verursachten Strömung durch ein räumliches Gebiet mit einem Strömungswiderstand ist der Preis analog zum Widerstand, die Nachfrage-Angebotsdifferenz entspricht der Spannung bzw. dem Druck dem das strömende Medium ausgesetzt ist und der Eigentümer-Wechsel des Gutes durch den Kauf einem Güterstrom, der von einem dem Preis entsprechenden Geld-Strom in umgekehrter Richtung begleitet wird.

Wirkung des Zinses auf Austauschbeziehungen: die unsichtbare Hand, die Schlange

Käufer Zins und Preis Verkäufer Zins und Preis
Die Wirkung der unsichtbaren Hand tritt ein, wenn entweder der Käufer (links) oder der Verkäufer (rechts) unter einer Zins-Schuld steht und versucht wird, die Zins-Schuld auf den Markt-Partner zu übertragen.
Steht einer der beiden Markt-Teilnehmer unter einer Zins-Schuld und gelingt es ihm, diese Schuld in der Verhandlung um den Preis von seinem Marktteilnehmer zu erhandeln, indem er entsprechend auf die Preisbildung einwirkt, dann entsteht gegenüber dem Zins-losen Fall (der eingehaltenen goldene Regel) ein zusätzlicher Güterstrom, der im Mittel immer auf die Seite des Zins-Schuldners gerichtet ist.

Man betrachte dazu die beiden Grafiken links und rechts und mache sich klar, dass eine Zins-Schuld auf einer Markt-Seite im Mittel einen kleinen Güter-Strom-Bias erzeugt, der immer auf die Seite des Zins-Schuldners gerichtet ist. Entweder wird ein kleiner, der Zins-Schuld proportionaler Teil der Gütermenge zurückgehalten oder ein der Zins-Schuld proportionaler Teil der Gütermenge zusätzlich erhandelt.

Die gesamte Wirkung dieses vom verzinsten Kapital ausgehenden Sogs wird in der Literatur als die unsichtbare Hand (Adam Smith) bezeichnet und als mit-ursächlich für den Wohlstand der kapitalistischen Zonen der Erde angeführt. In Hinblick auf die Störung des goldenen Gleichgewichts ist die unsichtbare Hand dann im Sinne des Gebens und Nehmens logischerweise auch ursächlich für die Armut und das Elend der Zonen der Erde aus denen der Zins abfließt.

Die Wirkung des Zinses gliedert sich nach der Art der gegen Geld gehandelten Güter auf. Die dem Geld am Markt gegenüberstehenden Güter sind materielle Güter (Eigentum), Arbeit (oder auch Dienstleistung) und Besitz.

Organe der menschlichen Produktionsmatrix: Unternehmen

Unternehmen
Ein einzelnes Unternehmen als Teil der menschlichen Produktionsmatrix. Aus dem Element wird Zins gesogen. Sind die Rahmenbedingungen des Staates so, dass ein Zwang besteht, einer angebotenen Beschäftigung nachzugehen, werden die nicht selbstständig Beschäftigen in die Maschine eingegliedert („eingefädelt“).
Der Erwerb eines Mittels wird auch als Investition bezeichnet. Für Unternehmensgründungen wird investiert bzw. bei ungenügendem Eigenkapital ein Kredit aufgenommen. Der Geldmarkt-Zins wird nach dem Nutzen des Mittels bemessen[5].

Über die Höhe des Nutzens entscheidet der Markt. Wenn die Märkte frei sind, dann entscheidet das Volk absolut über den Nutzen, also die Relation des Werts des Mittels und des Werts des Zwecks, indem es das Mittel, welches der Unternehmer herstellt kauft. Es ist also etwas Demokratisches im Handeln.

Die Investition des Kreditgebers kommt genau dann zurück, wenn dem Investitionsvolumen entsprechend genügend viele Menschen durch ihren Kauf entscheiden, dass das Mittel nützlich ist. Bei erfolgreicher Investition hat den primären Nutzen im Kapitalismus der Investor, nach Abbezahlung des Kredits geht das durch den Zins aufgespannte Maß des Nutzens als Gewinn an den Unternehmer. Dies sind die zwei Teile der Wertschöpfung: Zins und Gewinn.

Der Zins greift in das nomische Gleichgewicht ein und verschiebt die Bestimmung auf die Seite desjenigen, der das Kapital verleiht, des Eigentümers. Der Unternehmer leitet die Zins-Schuld an seine Nachgesetzten weiter. Der daraus resultierende Zins-Sog auf das „Gut“ Arbeit „fädelt“ die Menschen durch Autonomieeinschränkung (Zwang) in die Produktionsmatrix, also das Netzwerk von Verträgen der Realwirtschaft ein.

Die Wirksamkeit des Zwangs einen Vertrag zu unterschreiben (Kontrahierungszwang) ist dadurch gegeben, dass die Menschen am Ort ihres Lebensschwerpunkts, insbesondere der Stadt, aufgrund der Eigentums und Besitzverhältnisse nicht mehr in der Lage sind, sich selbst unter Nutzung ihres Eigentums zu versorgen. In Deutschland lebten in 2013 etwa 57% der Menschen zur Miete[1] und 74% bezogen Einkommen aus nicht-selbstständiger Arbeit[2].

Der Strom der Arbeit ist ursächlich für die Erzeugung eines Güter-Stroms. Die Quelle dieses Güterstroms liegt immer in der Umwelt. Die Güter werden von einem Förderunternehmen als natürlich vorkommende Ressource in die Wertschöpfungsketten (die Produktionsmatrizen) der Menschen eingespeist, dort weiterverabeitet und einem Konsumenten zugeführt. Aus diesem Prozess ziehen die Eigentümer der Unternehmen Gewinn und die Sparer und Investoren Zins.

Die Anbindung der Unternehmen an den Kapitalmarkt einerseits und an die Märkte für Roh- und Betriebsstoffe, Ersatzteile, Energie, Kommunikation, Arbeit, Abfallbeseitigung und Konsum andererseits lässt es zu das Unternehmen als einen Verteilungsknoten für Zins-Schulden anzusehen. Durch die Entscheidungen der Eigentümer des Unternehmens wird die am Kapitalmarkt aufgenommene Zins-Schuld an die angeschlossenen Märkte weitergereicht, wenn die Zinsen nicht innerhalb des Unternehmens durch Einsparungen, Rationalisierung bzw. Optimierung erwirtschaftet werden.

Aufbau von Wertschöpfungsketten

Wertschöpfungsketten
Größerer Ausschnitt aus einer Wertschöpfungskette, die aus mehreren Unternehmen zusammengesetzt ist.
Die Metalle in Gehäusen von Computern, Karosserien von Autos und das Eisen in den Schienen, auf denen Züge fahren, kommen als Erz in der Umwelt vor. Das Metall wird aus dem Erz z.B. unter Benutzung von Stein- oder Braunkohle herausgeschmolzen, abgekühlt bis es fest wird und in langen Walzen in eine Zwischenform gebracht. Die in der Wertschöpfungskette nachfolgenden Unternehmen in der Kette verarbeiten es dann z.B. zu Bestandteilen von Maschinen weiter.

Ähnlich wie mit Metall aus Erz, verläuft es mit den Derivaten von Rohöl. Rohöl wird aus der Umwelt gefördert, in die Wertschöpfungsketten der Menschen eingespeist und dann zu Treib-, Schmier- und Kunststoffen, Lacken, Farben verarbeitet. Rohöl ist also einer der wichtigsten Grundstoffe der chemischen Industrie.

Auch die Rohstoffe der Lebensmittelindustrie werden der Umwelt entnommen. Die Zutatenliste für Brot enthält Getreide, Salz, Wasser, Hefe und Gewürze.

Das Getreide wächst auf Äckern, das Salz wird teilweise aus unterirdischen Lagerstätten zutage gefördert, Hefe wird in Kulturen herangezüchtet. Für den Herstellungsprozess benötigt der Bäcker schließlich Maschinen (Rührmaschinen, Öfen) und Energie zum Backen.

Die Maschinen des Bäckers sind auch wieder das End-Produkt einer langen Kette von hintereinandergeschalteten Unternehmen.

So besteht das gesamte Netzwerk der Realwirtschaft aus langen Ketten hintereinander geschalteter Unternehmen. Die Rohstoffe kommen anfänglich immer aus der Umwelt. Die Produkte eines Unternehmens der Wertschöpfungskette sind die Roh/Ausgangsstoffe des nächsten und die Kette endet vorläufig beim Konsumenten.

Ordnung der Nomie bei positivem Zins: kapitalistischer Faschismus

Die Organisation der Handlung der Menschen, also ihrer Arbeit, geschieht über eine Ordnung der Nomie, die sich in den Eigentums und Besitzverhältnissen, also der Vermögensverteilung widerspiegelt.

Die Bestimmung über die Arbeit geht von den Kapitalseignern aus, denen auch der Gewinn zufließt.

Agens/Medium Institution biblisches
Symbol
Zinsfluss
Kapital Sparer Löwen ·
Kapitalmarkt Banken/Staat Adler/Falken
Arbeitsmarkt Unternehmer Stiere
Arbeit Arbeiter Knecht/Schaf
Zuordnung von Rollen im Kapitalismus zu biblischen Symbolen und das Medium der Verkopplung der Rollen. Der Zins fließt von der Basis der Pyramide in die Spitze.

Die äußeren Gesetze und Regeln (die äußere Nomie) sind im sich entwickelnden Kapitalismus immer stärker von immer weniger werdenden Menschen bestimmt, denen sich in der Folge immer mehr Menschen fügen müssen. Diese ungleiche Verteilung der Bestimmung (Nomie, Gesetzgebung) resultiert aus der Ungleichheit der Vermögen.

Ordnung der Nomie
Nomisches Teil-Netzwerk im Kapitalismus: Es gibt eine hierarchische Ordnung der Direktion (links). Die Zins-Flüsse (rechts) sind der Direktion entgegengesetzt.
Ein Vermögen ist ein monetäres Maß von Möglichkeiten. Selbst bestimmte Handlungsmöglichkeiten haben aufgrund des Zinses im reifen Kapitalismus immer weniger Menschen. In der Folge sind immer mehr Menschen relativ zu den Wenigen fremdbestimmt und müssen sich der Anstrebung der Zwecke der Wenigen unterordnen.

Die sich im Kapitalismus, also bei positivem Zins entwickelnde Ordnung der Nomie ist eine Hierarchie. Dies ist in der Grafik rechts oben zu erkennen, wenn das im Knoten mit dem Index 0 zusammenlaufende Netzwerk nach absteigender Ordnung sortiert wird. Das Bild welches man auf diese Weise erhält ist eine Pyramide.

Auf nahezu allen Skalen der menschlichen Organisation findet sich die Form der Hierarchie. Sie spiegelt die Struktur der Direktion im Militär, in Unternehmen und auch, auf der makro-ökonomischen Skala in der gesamten Wirtschaft und Gesellschaft, denn die Vermögensverteilung, die die Eigentums und Beteiligungsverhältnisse an Unternehmen darstellt, ist eine Verteilung der monetären Nomie.

Kapitalistische Strukturbildung: Spaltung, Trennung und Ignoranz

Der Teufel steckt im kapitalistischen Vernunftbegriff, der eben auf den ersten Blick betrachtet vernünftig erscheint, auf den zweiten Blick hingegen nicht hinreichend vernünftig ist.

Spaltung der Funktion von lebendigen Mitteln (Menschen, Tiere, Pflanzen, Teile von Ökosystemen) in die Kategorien nützlich und unnütz.
Das Grundproblem des kapitalistischen Vernunftbegriffs ist die Beschränkheit des menschlichen Wissens in Kombinatition mit der Illusion der Objektivität. Die Konsequenzen des eigenen Handelns sind für Viele nicht überschaubar. Wir glauben nur allzu gerne, dass wir schon alles wissen und die Dinge richtig einschätzen können.

Insbesondere an Könige 8:12 ist zu sehen, dass der Mechanismus der Schöpfung verborgen, also vom Bewusstsein abgespalten bleiben soll:

  1. Da sprach Salomo: Die Sonne hat der HERR an den Himmel gestellt; er hat aber gesagt, er wolle im Dunkel wohnen.
  2. So habe ich nun ein Haus gebaut dir zur Wohnung, eine Stätte, dass du ewiglich da wohnest.

Es ist eine weit verbreiteten Haltung, nicht alles wissen zu wollen. Hierbei wiegt und wirkt die Ignoranz (Abspaltung) der Bestimmenden (die Mächtigen der Welt) gegenüber der ganzen Wirkung des eigenen Handelns besonders schwer. Nur allzugerne übersehen einige von uns die negativen Folgen des Tuns von denen sie selbst profitieren.

„Wir bauen uns ein Haus mit Mauern und mit einem Zaun drum herum und grenzen (spalten) uns von der Umwelt ab. Unser Bewusstsein reicht nur bis zum Gartenzaun. Das Möbelstück oder die Innenauskleidung der Yacht aus Tropenholz ist zwar teuer aber auch schick, und die Kosten für die Abholzung tragen andere oder spätere Generationen. Das Kleidungsstück soll günstig sein. Uns interessiert nicht, dass Menschen am Ort der Herstellung regelrecht ausgebeutet werden.“

„Wir wissen es nicht. Wir spalten uns davon ab. Mit uns hat das nichts zu tun, nein, wir nicht.“

Jesaja Kapitel 6

  1. Und er sprach: Geh hin und sprich zu diesem Volk: Höret und verstehet's nicht; sehet und merket's nicht!
  2. Verstocke das Herz dieses Volks und lass ihre Ohren taub sein und ihre Augen blind, dass sie nicht sehen mit ihren Augen noch hören mit ihren Ohren noch verstehen mit ihrem Herzen und sich nicht bekehren und genesen.

Wir Menschen haben alle eine jeweils eigene Sicht auf die Welt. Dies liegt im Wesentlichen in der Konstruktion unseres Wahrnehmungs- und Gedächtnisapparats, dem Gehirn, sowie den individuellen Lebenswegen auf denen und den unterschiedlichen Kontexten in denen wir uns aufgehalten haben und wodurch sich unsere individuellen Wirklichkeitsauffassungen gebildet haben begründet.

Es ist eine sehr alte Weisheit, alle Lebewesen anzuhören die von unserem Tun beeinflusst sind und ihnen gegenüber barmherzig zu sein. In Könige 8 heisst es weiter:

  1. Aber sollte Gott wirklich auf Erden wohnen? Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?
  2. Wende dich aber zum Gebet deines Knechts und zu seinem Flehen, HERR, mein Gott, damit du hörst das Flehen und Gebet deines Knechts heute vor dir:
  3. Lass deine Augen offen stehen über diesem Hause Nacht und Tag, über der Stätte, von der du gesagt hast: Da soll mein Name sein. Du wollest hören das Gebet, das dein Knecht an dieser Stätte betet,
  4. und wollest erhören das Flehen deines Knechts und deines Volkes Israel, wenn sie hier bitten werden an dieser Stätte; und wenn du es hörst in deiner Wohnung, im Himmel, wollest du gnädig sein.

Wieviele von uns sprechen denn schon für die Armen und Ausgebeuteten der Welt, die uns unsere Kleider nähen und die Rohstoffe für unsere Smartphones und Fernseher aus der Erde holen? Wer spricht für die Tiere und die übrige Natur, die unter den Zerstörungen und dem Hunger leiden?

  1. Wenn eine Hungersnot oder Pest oder Dürre oder Getreidebrand oder Heuschrecken oder Raupen im Lande sein werden oder sein Feind im Lande seine Städte belagert oder irgendeine Plage oder Krankheit da ist -
  2. wer dann bittet und fleht, es seien Einzelne oder dein ganzes Volk Israel, die da ihre Plage spüren, jeder in seinem Herzen, und breiten ihre Hände aus zu diesem Hause,
  3. so wollest du hören im Himmel, an dem Ort, wo du wohnst, und gnädig sein und schaffen, dass du jedem gibst, wie er gewandelt ist, wie du sein Herz erkennst - denn du allein kennst das Herz aller Menschenkinder -,
  4. damit sie dich fürchten allezeit, solange sie in dem Lande leben, das du unsern Vätern gegeben hast.

Es benötigt nicht viel Nachdenkens um zu verstehen, dass die Bewertung von Zweck und Mittel subjektiv ist. Die Subjektivität der so definierten Vernunft ist der wesentliche Grund, warum es nur selten gelingt, eine absolute Vernunft zu definieren. Dass wir den Dingen unterschiedliche Wertigkeiten zuweisen, sehen wir insbesondere dann, wenn wir uns mit Anderen darüber unterhalten. Entfernt man sich in der Wahl des Gesprächspartners im sozialen Graphen von der gewohnten Umgebung oder redet man innerhalb der näheren Umgebung (Freundeskreis, Familie) über Strittiges treten diese Bewertungs-Unterschiede deutlich zutage.

Ist der Wert des Mittels in Wahrheit größer als der Wert des Zwecks, bzw. ist der Wert des Zwecks kleiner als der Wert des Mittels, ist es nicht vernünftig, das Mittel für die Verfolgung des Zwecks einzusetzen. Es dennoch zu tun, ist ein Missbrauch des Kapitalismus.
Letztlich ist es nur möglich, zu einer absoluten Bewertung von Mitteln und Zwecken zu gelangen, indem jedes vom Kapitalismus betroffene Lebewesen das gleiche Stimmrecht in seiner Bewertung hat. Doch genau dies ist nicht der Fall, weil die Märkte eben nicht frei sind und weil es eine faschistische Struktur der Bestimmung über Mittel gibt, an deren Spitze der reiche Kapitalist steht und unter den sich alles andere Leben unterordnen muss.

Selbst wenn die Reichen durch das entsprechende Abhören und Verfolgen der Meinungen und Stimmungen in der Gesellschaft von den Problemen wüssten, wären sie absolut überfordert, sich in die Lage jedes Einzelnen hineinzuversetzen um den Problemen zu begegnen. Zudem werden die Reichen im Verlauf des reifen Kapitalismus immer weniger und sind schon allein mit der Verwaltung ihres Vermögens völlig überfordert.

Kapitalismus ist in seiner Endphase eine Planwirtschaft der Reichen. Das kollektive Bewusstsein und die Handlungsfähigkeit der Bestimmenden wird zum Ende des Kapitalismus immer weiter eingeengt, so wie sich die Pyramide nach oben zuspitzt.

Sind Wertigkeiten von Mittel und Zweck also von ihren wirklichen Wertigkeiten abweichend, z.B. da der Wert des Zwecks, der eigentlich kleiner ist als der Wert des Mittels künstlich überhöht wird oder weil der Wert, insbesondere des lebendigen Mittels künstlich reduziert wird, um kleiner zu sein als der Wert des angestrebten Zwecks, dann ist das ein Missbrauch der monetären Vernunft (des Urzinses) durch eine Lüge.

Beispiele für diese Fehlbewertungen gibt es zahlreich. Viele lassen sich mit der Formel

„Gewinne werden privatisiert und die Kosten aus Folgeschäden und das Risiko wird sozialisiert.“
beschreiben.

So wollen die Energiekonzerne in den Industrienationen nicht für die Endlagerung der radioaktiven Materialien nach dem Ausstieg aus der Kernenergie aufkommen[6][7][8][9][10].

Betreiber von Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen wie Kohle wehren sich der Beteiligung an der Bewältigung von Folgekosten der CO2 und Hg (Quecksilber) Emissionen für Umwelt und Gesundheit[11]. Unter Berücksichtigung der Folgekosten ist der Betrieb von Kohlekraftwerken volkswirtschaftlich betrachtet unrentabel[12]. Dennoch werden weiter Kohlekraftwerke gebaut[13].

Die Gesundheitsschäden, die durch Autoabgase entstehen, werden von der Allgemeinheit gezahlt, die Gewinne fließen an die Konzerne[14][15][16]. Die im Zuge des VW-Abgas-Skandals aufgedeckten Manipulationen der Emissionswerte durch frisierte Tests werden die Folgekosten voraussichtlich noch einmal deutlich in die Höhe treiben[17].

In den genannten Fällen werden also aus dem Zweck-Wert die Kosten für die Nutzung des Mittels (Zweck-Folgekosten) herausgerechnet und so die Allgemeinheit betrogen und belogen.

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Die zweite Möglichkeit des Missbrauchs des Urzinses ist die Unterdrückung des Werts des Mittels. Der Wert des Mittels wird auf den Wert seiner Funktion reduziert. Der Wert der übrigen Funktion, der, wie im Fall vieler lebendiger Mittel häufig unmessbar/unbestimmbar groß ist, wird nicht berücksichtigt, weil sich sonst eine Investition nicht lohnen würde.

Auch hierfür gibt es zahlreiche Beispiele.

Das für die Menschen selbst wohl wichtigste Beispiel ist der Missbrauch der Menschen für die Zwecke des Kapitals. Das Gleichgewicht von Arbeit und Leben ist gestört. Menschen sollen in Geld gemessen nur so viel Wert haben wie es ihre Funktion im Produktionsprozess definiert. Die natürliche Funktion, die ein Mensch außerhalb des Berufs wahrnehmen könnte, nämlich für Familie, Freunde und die soziale Gemeinschaft da zu sein wird durch die Funktionalisierung im Beruf im fortschreitenden Kapitalismus immer weiter eingeschränkt. Der Wert des Menschen jenseits seiner Rolle als Arbeiter wird in der Gesamtrechnung unberücksichtigt gelassen und den Zwecken des Kapitals untergeordnet.

Weitere Beispiele, die nicht-menschliche lebendige Mittel betreffen sind im Folgenden aufgelistet.

Glücklicherweise gibt es bereits Alternativen zu auf Erdöl basierenden Kunststoffen, die biologisch abbaubar sind[21].

Die Reduktion des Werts eines lebendigen Mittels auf den Wert seiner kapitalistische Funktion und sein Missbrauch verursacht letztendlich eine Einschränkung seiner Selbstbestimmung. Das Mittel ist heteronom gegenüber dem Eigentümer des Unternehmens. Das Lebewesen kann also nicht mehr seinen natürlichen Zweck verfolgen, sondern wird funktionalisiert. Seine Würde ist eingeschränkt.

Die Ausbeutung und Tötung von Tieren in Konzentrationslagern

Plastik in der Nahrungskette



Der Lochfrass am Antlitz der Erde

Die Schlange sagte: „An dem Tag, an dem ihr davon esset, werden Euch die Augen aufgetan, Ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“ Ob Gott das alles so gewollt hätte?

Jesaja Kapitel 6

  1. Ich aber sprach: Herr, wie lange? Er sprach: Bis die Städte wüst werden, ohne Einwohner, und die Häuser ohne Menschen und das Feld ganz wüst daliegt.
  2. Denn der HERR wird die Menschen weit wegtun, sodass das Land sehr verlassen sein wird.
  3. Auch wenn nur der zehnte Teil darin bleibt, so wird es abermals verheert werden, doch wie bei einer Eiche und Linde, von denen beim Fällen noch ein Stumpf bleibt. Ein heiliger Same wird solcher Stumpf sein.

Jesaja Kapitel 24

  1. Siehe, der HERR macht die Erde leer und wüst und wirft um, was auf ihr ist, und zerstreut ihre Bewohner.
  2. Und es geht dem Priester wie dem Volk, dem Herrn wie dem Knecht, der Frau wie der Magd, dem Verkäufer wie dem Käufer, dem Verleiher wie dem Borger, dem Gläubiger wie dem Schuldner.
  3. Die Erde wird leer und beraubt sein; denn der HERR hat solches geredet.
  4. Das Land verdorrt und verwelkt, der Erdkreis verschmachtet und verwelkt, die Höchsten des Volks auf Erden verschmachten.
  5. Die Erde ist entweiht von ihren Bewohnern; denn sie übertreten das Gesetz und ändern die Gebote und brechen den ewigen Bund.
  6. Darum frisst der Fluch die Erde, und büßen müssen's, die darauf wohnen. Darum nehmen die Bewohner der Erde ab, sodass wenig Leute übrig bleiben.

Das Wachstum des Spaltpotentials und die Unterdrückung der Aufdeckung des logischen Widerspruchs

Hat man einmal den Mechanismus des Kapitalismus verstanden, dann erkennt man, dass er irgendwann ein Ende haben muss, das durch die Grenze der Würde des Lebens definiert wird. Ist diese Grenze erreicht, kann nicht weiter gespart und gespalten werden, da das Einsparpotential (die Autonomie, die Beute der Löwen) versiegt ist.

blaah blubb...
Einer der ersten Crash-Propheten in Könige 13 sagte das Ende des Kapitalismus während der Zeit des alten Testaments voraus. In der Bibel wird von einem Riss im Altar gesprochen. Dieser Riss könnte in der Beziehung der Sparer zu den wohlhabenden Unternehmern aufkommen, wenn offenbar wird, dass bei negativem Zins der Unternehmer Zins vom Sparer nimmt. Der Riss könnte jedoch auch das erste Symbol für das Teilen sein, das die Ungleichheit der Vermögen und der Bestimmung ausgleicht.

Doch die Menschen sind durch den Kapitalismus so verwirrt und durcheinander, dass sie die kapitalistische Realität nicht mehr hinterfragen können. Menschen die die Wahrheit sagen, so wie Jesus im Jahr 30, stoßen auf taube Augen und Ohren.

So heisst es z.B. in Matthäus Kapitel 13, Vom Sinn der Gleichnisse:

  1. Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?
  2. Er antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber ist's nicht gegeben.
  3. Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.
  4. Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht.
  5. Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die da sagt (Jesaja 6,9-10): »Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet es nicht erkennen.
  6. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt: Ihre Ohren hören schwer und ihre Augen sind geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, und ich ihnen helfe.«
Das Himmelsreich ist aller Wahrscheinlichkeit nach die Negativzinswirtschaft, denn die von Jesus gepredigten Werte ergeben sich aus einer Umkehr des Zins-Vorzeichens (siehe Übersichtsbild) . Das Vaterunser der Christen sehnt die Ankunft dieses Reiches herbei.

Ist der Urzins noch zu retten?

Die Vernunft und der Urzins ja, aber die positiven Geldmarkt-Zinsen am Ende des reifen Kapitalismus nicht.

Jesaja 28

  1. So höret nun des HERRN Wort, ihr Spötter, die ihr herrscht über dies Volk, das in Jerusalem ist.
  2. Ihr sprecht: Wir haben mit dem Tod einen Bund geschlossen und mit dem Totenreich einen Vertrag gemacht. Wenn die brausende Flut daherfährt, wird sie uns nicht treffen; denn wir haben Lüge zu unsrer Zuflucht und Trug zu unserm Schutz gemacht.
  3. Darum spricht Gott der HERR: Siehe, ich lege in Zion einen Grundstein, einen bewährten Stein, einen kostbaren Eckstein, der fest gegründet ist. Wer glaubt, der flieht nicht.
  4. Und ich will das Recht zur Richtschnur und die Gerechtigkeit zur Waage machen. So wird Hagel die falsche Zuflucht zerschlagen, und Wasser sollen den Schutz wegschwemmen,
  5. dass hinfalle euer Bund mit dem Tode und euer Vertrag mit dem Totenreich nicht bestehen bleibe. Wenn die Flut daherfährt, wird sie euch zermalmen;
  6. sooft sie daherfährt, wird sie euch erfassen. Denn Morgen für Morgen wird sie kommen, des Tags und des Nachts. Da wird man nur mit Entsetzen Offenbarung deuten.
  7. Denn das Bett ist zu kurz, um sich auszustrecken, und die Decke zu schmal, um sich dreinzuschmiegen.
  8. Denn der HERR wird sich aufmachen wie am Berge Perazim und toben wie im Tal Gibeon, dass er sein Werk vollbringe, aber fremd ist sein Werk, und dass er seine Tat tue, aber seltsam ist seine Tat!
  9. So lasst nun euer Spotten, auf dass eure Bande nicht fester werden; denn ich habe von einem Verderben gehört, das von Gott, dem HERRN Zebaoth, beschlossen ist über alle Welt.

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Referenzen / Einzelnachweise