Einkopplung in das Geld-Netzwerk

Theorien zum Beziehungsgefüge von Gesellschaften kommen nicht ohne den Begriff von Netzwerken aus. Ein Netzwerk hat als konstituierende Bestandteile Knoten und Kanten. Die Kanten im Netzwerk der Realwirtschaft sind die Verträge, und die Knoten sind den Menschen oder Gruppen von Menschen (eine Gruppe kann auch aus einem Menschen bestehen) zugeordnet. Die Kanten in sozialen Netzwerken sind die Beziehungen. Verträge sind spezielle Beziehungen zwischen Menschengruppen. Betrachtet man diejenigen Beziehungen zwischen Menschengruppen, die keine Verträge sind und welche nicht direkt mit Geld zu tun haben, so erhält man das öko-soziale Netzwerk. Das übrige Netzwerk, also bestehend aus Beziehungen, in denen es um Geld geht, zählen zum Geld-Netzwerk, das sich wiederum in zwei Netzwerke, nämlich das ökonomische Netzwerk und das real-wirtschaftliche Netzwerk unterteilen lässt.

Beziehungen
Unterteilung von allen Austausch-Beziehungen in Beziehungen, die mit Geld zu tun haben und übrige (öko-soziale) Beziehungen. In der Grafik sind die zwei Beziehungsarten für einen Menschen gezeigt, der zur Miete in einer Wohnung lebt und aus seinen Arbeitseinkünften seine Lebensmittel und andere Konsumartikel bezahlt. Er ist (sozial-) versichert und hat sein Konto bei einer Bank. Die zuletzt genannten Beziehungen, die Wirtschaftsverträge, sind in der Grafik rot. Die übrigen, öko-sozialen, Beziehungen des Menschen (in blau) bestehen zu seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen und letztlich zu (toten) Dingen, wie zum Beispiel den Gegenständen, welche Teil seiner Freizeitaktivitäten sind.

Das wesentliche Ziel dieses Abschnitts über Zins-Soziologie ist die Frage, wie sich die ökonomischen Verträge vermittels der real-wirtschaftlichen Verträge auf die Vermögensverteilung und damit auf die Räume monetärer Möglichkeiten und wie sich also das Geld-Netzwerk auf die übrigen Beziehungen des öko-sozialen Netzwerks auswirkt.

Bezeichnet man die Verträge, die das Kapital bei positivem Zins knüpft als Faszien, so kommt man über diese Terminologie zu einem speziellen Faschismus, dem sogenannten Zins-Faschismus. Das am stärksten hervortretende Merkmal des Zins-Faschismus bei positivem Zins ist die hierarchische / pyramidiale Organisationstruktur (eine Art „Kapital-Faschismus“). Es wird also der Begriff des Zins-Faschismus' im Geld-Netzwerk definiert, um die hierarchische, pyramidiale Struktur der Bestimmung zu beschreiben, die aus den aus dem Zins resultierenden Eigentümer-Strukturen hervorgeht.

Das Gegenteil der Hierarchie ist die Heterarchie, dazwischen befindet sich die Anarchie.

Eine heterarche Organisation weist z.B. der menschliche Körper auf. Die Art und Weise, wie die Organe im menschlichen Körper miteinander arbeiten, ist eine Heterarchie. Auch das Netzwerk der Realwirtschaft ist aufgrund der Arbeitsteilung und Vernetzung heterarchisch organisiert, wird jedoch teilweise hierarchisch bestimmt.

Bei der Frage, wie sich das Gleichgewicht zwischen Hierarchie und Heterarchie unter einem Wechsel des Zins-Vorzeichens verhält, vermute ich, dass man für das Aussehen und die Struktur der Heterarchie die sich unter einer Negativzins-Ökonomie entwickelt, die Negativ-Zins-Wirtschaft vorherrscht am Ende des Kapitalismus nur eingeschränkt Aussagen treffen kann, da sich dessen Organisationsstrukturen bei anhaltend negativen Zinsen in zunehmendem Maße nicht-linear verhalten. Es ist jedoch logisch, dass sich der heterarchische Charakter der Strukturen verstärken und der hierarchische Anteil gedämpft werden wird.

Das Geld-Netzwerk

Ein wesentliches Element des Kapitalismus sind Verträge die, soziologisch betrachtet, als spezielle Austausch-Beziehungen einordenbar sind. Diese speziellen Beziehungen des Geld-Systems beeinflussen durch den Zins alle anderen Beziehungen, die öko-sozialen Beziehungen.

Leihverträge, Kaufverträge und Arbeits- und Dienstleistungsverträge

Es werden drei fundamentale Vertragsarten unterschieden:

Verfügungsrechte über Arbeit und Dienstleistung können nicht genau genauso wie für Sachen übertragen werden, auch wenn dieses Gebot über Zeit- und Leiharbeitsverträge aufgeweicht wird. Es ist weiter zu bemerken, dass Tiere vom Recht teilweise wie Sachen behandelt werden. Der exakte Unterschied wird im Tierschutz- und Umweltrecht geregelt.

Mengen im Vertrags- und Gesetzesraum: Ökonomie, Politik, Wirtschaft, Handel, Arbeit und Dienstleistung

Als ökonomische Verträge bezeichne ich alle Verträge in denen direkt Bestimmung ausgeübt wird. Dazu gehören Spar/Investitionsverträge und Kreditverträge, aber auch alle anderen Leihverträge wie Miet- und Pachtverträge. Ist eine Bank der Vermittler zwischen Leihgeber und Leihnehmer, so wird in der Bilanz der Bank die Leihnehmerseite als Aktivseite und die Einlagen bzw. Leihgeberseite als Passivseite bezeichnet. Bei Wertpapieren müssen zur Zuordnung zu ökonomischen Verträgen fest- (Anleihen, Wertpapier mit Zinskupon) und variabel verzinsliche Wertpapiere (Aktien und komplexere Kapitalmarkt„produkte“, Derivate wie z.B. Optionsscheine) unterschieden werden. Insbesondere beim Eigentum von Wertpapieren, das Eigentum am Produktionskapital ist, müssen Anteile bzw. Wertpapiere mit und ohne Stimmrecht bzw. fester positiver Verzinsung unterschieden werden.

Die Mengen Ökonomie & Politik, Wirtschaft & Handel und Arbeit & Dienstleistung im Raum der Verträge.

Als wirtschaftliche Verträge bezeichne ich Verträge des Geld-Netzwerks, die direkt mit dem Transport (Handel) der Umformung, Zusammenfügung und Zerlegung von realen Sachen (Industrie, Mittelstand, Verträge in nicht-rein-ökonomischen Unternehmungen wie Banken) zu tun haben. Wirtschaftliche Verträge stehen in direktem Zusammenhang mit dem realen Stoffwechselvorgang des ganzen Währungsraums. Zu den Wirtschaftsverträgen gehören Handels- und übrige Kaufverträge. Es gibt wirtschaftliche Verträge des Geld-Netzwerks, die keine ökonomischen Verträge sind, und es gibt wirtschaftliche Verträge, die ökonomische Verträge sind. Arbeits- und Dienstleistungsverträge können in dieser Schnittmenge liegen, weil in ihnen direkt Bestimmung über Arbeit ausgeübt wird.

Ökonomische Verträge bilden den Umverteilungskern (des Kapitalismus) und sind ursächlich für die (Re-)Strukturierungen des Vertragsnetzes der Klasse der Wirtschaftsverträge, die Gegenstände der Volkswirtschaftslehre sind.

Schließlich gestaltet die Politik politische Verträge in Gesetzesform. Gesetze sind zum einen Bestimmungen, die die Handlungsfreiheit, und damit die Selbstbestimmung, einschränken um das Verhalten im und außerhalb des Geld-Netzwerks zu formen, andererseit ermöglichen sie Selbstbestimmung, da sie Rechte festlegen.

Strukturen und Formen der Bestimmung im Vertrags- und Gesetzesraum

Der Mensch im Rechtsstaat ist über Gesetze an ihn gekoppelt, und über Verträge ist er an das Vertragsnetzwerk des Kapitals, das Geld-Netzwerk gekoppelt. In Rechtsstaaten gilt die Regel, dass Verträge und Gesetze einzuhalten ist. Streng genommen reduziert sich Rechtsstaatlichkeit auf die Einhaltung von Gesetzen, denn das Gebot der Einhaltung von Verträgen (pacta sunt servanda) ist in Rechtsstaaten ein Gesetz, so z.B. im bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) die Paragraphen §241 und §242.

[...]

Zins, Verhalten und Bewertung

In den sozialen Räumen des Berufslebens wie auch in anderen Räumen, in denen es um Geld geht (Begriff des monetären Möglichkeitsraums) erzeugt der Zins auf das Leihkapital sogenannte Sachzwänge. Es sind diese Sachzwänge, die indirekt eine systematische Konditionierung und Erziehung zu einem bestimmten Verhalten bewirken.

Die gesellschaftliche Ordnung also ihre Strukturen, Regeln und Gesetzmäßigkeiten sowie ihre monetären Wirklichkeits-(bzw. Wirkungs)räume lassen sich zur Hälfte aus den Mechanismen und Spielregeln ableiten, die durch das ökonomische System bei positivem Zins festgelegt werden. Der Generator der Ordnung sind die Sachzwänge. Die andere Hälfte ergibt sich aus Handlungen und Verhaltensweisen der in den Staat und das Netzwerk des Kapitals eingekoppelten Menschen, die den Sachzwängen entgegenstehen. Die gesellschaftspolitische Bewegung des linken Liberalismus steht den Sachzwängen entgegen.

In der zinsbetriebenen und über Märkte verbundenen, bei positivem Zins unter Sachzwängen stehenden, arbeitsteiligen Wirtschaft und ihrem Netzwerk bilden sich Beziehungsräume, in denen es eine klare Ordnung der Bestimmung gibt. Diese sozialen Räume unmittelbarer Bestimmung sind die Räume, in denen Menschen ihrer Berufstätigkeit nachgehen. Im Gegensatz dazu sind die öko-sozialen Netzwerke in der Regel nahezu anomisch oder schwach nomisch mit Ausnahme der familiären Beziehungen. Es gibt darin Gesetze und Bestimmungen, doch werden diese nicht wie im Geld-Netzwerk gewaltsam durchgesetzt und Verstöße dagegen verfolgt, sondern anders, informeller und individueller behandelt.

Der Mensch ist Teil beider Netzwerke, und weil beide Netzwerke im Menschen interagieren, beeinflussen sich beide Netzwerke im Menschen. Es gibt Übertragungen (Fortführungen) des Verhaltens, die im und durch den Menschen vom einen Netzwerk auf das andere übergehen. Schwierig wird es, wenn ein nomischer Konflikt zwischen beiden Netzwerken in einem Menschen entsteht. „Das Berufsleben und das Privatleben soll man trennen.“ lautet daher ein berühmtes Gebot des Berufslebens, doch ist es nicht immer leicht einzuhalten. Dies ist ein alt-bekannter Umstand, Matthäus 6

  1. Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Kopplung psychischer und sozialer System: Subjektive, Konsensuale und Oktroyierte Bewertungen

Gemäß dem von dem Ingenieur und Mathematiker George Spencer-Brown in seinem Buch „Gesetze der Form“ geprägten Prinzip der Form, Niklas Luhmann nennt es Differenzenbildung, in der Philosophie nennt man die Unterteilung des vollkommen Unbestimmten, des Ganzen, in einander komplementäre Paare Dichotomien (disjunkte „Hälften“ des Unbestimmten), betrachtet Niklas Luhmann soziale und psychische Systeme als einander gegensätzliche System/Umwelt-Paare, die sich, an einander gekoppelt, in einer Co-Evolution befinden und daher korrespondierende Elemente, nämlich die Werte, die allgemein (konsensual) Sinn machen, enthalten:

Psychische und soziale Systeme sind im Wege der Co-Evolution entstanden. Jeweils eine Systemart ist notwendige Umwelt der jeweils anderen. Die Begründung dieser Notwendigkeit liegt in der diese Systemarten ermöglichenden Evolution. Personen können nicht ohne soziale Systeme entstehen und bestehen, und das Gleiche gilt umgekehrt.

Die Co-Evolution hat zu einer gemeinsamen Errungenschaft geführt, die sowohl von psychischen als auch von sozialen Systemen genutzt wird. Beide Systemarten sind auf sie angewiesen, und für beide ist sie bindend als unerlässliche, unabweisbarer Form ihrer Komplexität und ihrer Selbstreferenz. Wir nennen diese evolutionäre Errungenschaft Sinn.

Vergleicht man also die Arbeit von Soziologen und Psychologen, so stellt man fest, dass diese beiden wissenschaftlichen Disziplinen von unterschiedlichen Seiten auf das gleiche Phänomen schauen, nämlich die Beziehungen, in denen für den einzelnen Wirklichkeit und also Sinn entsteht. Der deutsch-jüdische Soziologe Norbert Elias drückt es ähnlich aus wie Luhmann. In der Einleitung von Band 1 des Buches Über den Prozess der Zivilisation schreibt er:

Die umfassende soziale Entwicklung, als deren Repräsentant hier eine ihrer Zentralerscheinungen, eine jahrhundertelange Welle fortschreitender Integrierung, ein Staatsbildungsprozess mit dem komplementären Prozess einer fortschreitenden Differenzierung untersucht und dargestellt wurde, ist ein Figurationswandel, der im Hin und Her der Vor- und Rück Bewegungen - auf längere Sicht betrachtet - über viele Generationen hin in ein und dieselbe Richtung geht. Diese gerichtete Strukturwandlung lässt sich als Faktum nachweisen, gleichgültig, wie man sie bewertet.

Als mir nach einigen vorbereitenden Arbeiten, die gleichzeitig der Durcharbeitung von Dokumenten, von Bildmaterial und der Durcharbeitung der sich allmählich klärenden theoretischen Probleme diente, der Weg zu deren mögliche Lösung deutlicher wurde, war ich mir unter anderem auch dessen bewusst, dass diese Arbeit auch das vertrackte Problem des Zusammenhangs von individuellen, psychologischen Strukturen, also von den sogenannten Persönlichkeitsstrukturen, und von Figurationen, die viele interdependente Individuen miteinander bilden, also von Sozialstrukturen, der Lösung etwas näher bringt und zwar gerade weil hier diese beiden Strukturtypen nicht wie es noch meistens geschieht, als unwandelbare Strukturen, sondern vielmehr als sich wandelnde Strukturen, als interdependente Aspekte der gleichen langfristigen Entwicklung anvisiert werden.
Mit Integration beschreibt Elias die Einbindung und die Verflechtung von Menschen in einer arbeitsteiligen Wirtschaft. Das Wort Differenzierung verweist im Zusammenhang oben auf die Entwicklung der Arbeitsteilung in Funktionsgruppen. Ähnlich wie Luhmann zeigt Elias im Entwicklungsprozess der Zivilisation auf die Entstehung von teilweise verallgemeinerbaren, also teilweise sozialisierbaren Handlungsbewertungen Sinn und Vernunft, die korrespondierenden Elemente in psychischen und sozialen Systemen hin, welche die Grundlage von aufklärerischen Morallehren sind, die in engem Zusammenhang mit dem Zins-Vorzeichen stehen. Sinn und Vernunft sind nur teilweise verallgemeinerbar und sozialisierbar, weil wir Menschen nicht nur alle gleich sind, sondern auch alle verschieden.

Generell kann wenigstens gesagt werden, dass ein Mittel genau dann vernünftig (und damit profitabel) ist, wenn dessen Wert an den Märkten, also an den Stellen im Netzwerk, an denen psychische und soziale Systeme interagieren, kleiner ist, als der damit erreichbare Zweck. Dieser Vernunftbegriff bekommt scheinbar nur dann Schwierigkeiten, wenn der Zweck der Handlung unvernünftiges Verhalten ist, doch auch dann ist das Mittel vernünftig, denn es ist dann der Unvernunft zweckdienlich.

Die Bewertung von Mittel und Zweck ist zunächst subjektiv. Bewertungen (z.B. Preise, aber auch ethischer Wert) können jedoch unterschiedlich sein, weil wir nicht nur alle gleich sind sondern auch alle ungleich. Bei unterschiedlichen Bewertungen (Dissens: lat. di für zwei oder doppelt, sens von sensere fühlen, ersinnen) entsteht die Frage, wessen Bewertung dominiert/überwiegt und sich durchsetzt. Auch in der Bewertung von Mitteln und Zwecken ist das Gleichgewicht der Bestimmung zentral.

Der Mensch der kapitalistischen Gesellschaft ist Teil den Geld-Netzwerks und des übrigen Netzwerk, das auch die Umwelt enthält (Abb. oben). Im sozialen Raum des Berufslebens des Einzelnen tritt die hierarchisch organisierte Bestimmung offen zutage, doch findet sich die Hierarchie, mehr versteckt allerdings, auch auf der Größenskala des Gesamtraums in Hinblick auf die Vermögensverteilung und der aus Sicht des Einzelnen damit einhergehenden Höhe des NETTO-Zinsflusses. Das eigene Vermögen bestimmt eine Schichtzugehörigkeit, und einhergehend mit der sozialen Schicht sind jeweils spezifische Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten gegeben, wobei die Handlungsfreiheit in der Vermögensverteilung „nach oben“ zu- und „nach unten“ abnimmt und umgekehrt Notwendigkeiten „nach unten“ zu und „nach oben“ abnehmen. Der Geldbeutel entscheidet darüber, wie groß die Schritte sein können, die ein Einzelner in Richtung der eigenen Freiheit unternehmen und was er sich erlauben kann (vgl. zu Begriffen der Budget-Restriktion und der aufgrund des positiven Zinses beschränkten intertemporalen Nutzenfunktion).

Das Gleichgewicht von „Matrix-Funktion“ bzw. dem Arbeits-/Berufs-Leben und dem übrigen Leben. Monetär profitable Mittel haben einen kleineren Wert als der damit erreichbare Zweck. Die Menschen sind in ihrer fremdbestimmten Funktion Mittel zu Erreichung eines für sie fremden Zwecks. Wie werden die Werte von Mittel und Zweck bestimmt?
Als Handelnder an den Märkten befinden sich die Menschen in Austauschbeziehungen mit anderen Menschen und der nicht-menschlichen Umwelt. Hervorzuheben ist hier also insbesondere, dass Bemessungen und Bewertungen, d.h. Quantifizierungen des Gebens bzw. Nehmens, wie sie an den Märkten ständig geschehen subjektiv sind („aus Sicht des Einzelnen“), woraus also eine Verteilung von Bemessungsgrundlagen resultiert. Die jeweilige Bemessungsgrundlage entspricht der Sichtweise des Einzelnen und hängt von seiner individuellen Situation ab, weswegen die Bemessung des Einzelnen nicht unbedingt auf jene des Nächsten übertragbar ist. Dies führt als auf das Problem der Vergleichbarkeit von Nutzenbemessungen. Ein „einfacher“ Hinweis wie die Nutzenbemessung übertragen werden kann, ist die Formulierung der sogenannten goldenen Regel
„Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ (Immanuel Kant, Kategorischer Imperativ)

oder auch

„Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu.“

alternativ und äquivalent (denn wer lässt sich schon gerne missbrauchen?):

„Handle so, daß du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden andern jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest.“

Quelle: freidenker.cc
Die goldene Regel besagt, dass sich aus Sicht des Einzelnen in den Beziehungen zu den Nächsten (incl. der Umwelt) das voneinander Genommene und das einander Gegebene die Waage halten sollen. Grundsätzlich soll die goldene Regel also das Gleichgewicht von Geben und Nehmen anstreben und also auch für die Beziehung zwischen dem Menschen (Innen) zu seiner gesamten Umwelt (Außen) gelten, also aus subjektiver Sicht „absolut“ (also verallgemeiner- und sozialisierbar) wirklich sein. Doch wenn man es so sehen soll wie die anderen, dann muss man es eben erst einmal selbst sehen oder es gezeigt bekommen. Zudem stellt sich die Frage: Kann es denn überhaupt zu einer wirklich konsensualen (mitfühlenden) Bewertung kommen, wenn das Gleichgewicht der Bestimmung aufgrund des positiven Zinses, also aufgrund von Sachzwängen, einseitig gestört ist, Bewertungen des Nutzens von Handlungen, des Werts von Totem und Lebendigem oktroyiert, also erzwungen werden?