Einkopplung in das Geld-Netzwerk

Theorien zum Beziehungsgefüge von Gesellschaften kommen nicht ohne den Begriff von Netzwerken aus. Ein Netzwerk hat als konstituierende Bestandteile Knoten und Kanten. Die Kanten im Netzwerk der Realwirtschaft und der Ökonomie sind die Verträge, und die Knoten sind den Menschen oder Gruppen von Menschen (eine Gruppe kann auch aus einem Menschen bestehen) zugeordnet. Die Kanten in sozialen Netzwerken sind die Beziehungen. Verträge sind spezielle Beziehungen zwischen Menschengruppen.

Betrachtet man diejenigen Beziehungen zwischen Menschengruppen, die keine Verträge sind und welche nicht direkt mit Geld zu tun haben, so erhält man das öko-soziale Netzwerk. Das übrige Netzwerk, bestehend aus allen Austausch-Beziehungen (Verträgen), in denen es um Geld geht, zählt zum Geld-Netzwerk, das sich wiederum in zwei Netzwerke, nämlich das ökonomische Netzwerk und das real-wirtschaftliche Netzwerk unterteilen lässt.

Beziehungen
Unterteilung von allen Austausch-Beziehungen in Beziehungen, die mit Geld zu tun haben und übrige (öko-soziale) Beziehungen. In der Grafik sind die zwei Beziehungsarten für einen Menschen gezeigt, der zur Miete in einer Wohnung lebt und aus seinen Arbeitseinkünften seine Lebensmittel und andere Konsumartikel bezahlt. Er ist (sozial-) versichert und hat sein Konto bei einer Bank. Die zuletzt genannten Beziehungen, die Wirtschaftsverträge, sind in der Grafik rot. Die übrigen, öko-sozialen, Beziehungen des Menschen (in blau) bestehen zu seiner Familie, seinen Freunden und Kollegen und letztlich zu (toten) Dingen, wie zum Beispiel den Gegenständen, welche Teil seiner Freizeitaktivitäten sind.

Das wesentliche Ziel dieses Abschnitts über Zins-Soziologie ist die Frage, wie sich die ökonomischen Verträge vermittels der real-wirtschaftlichen Verträge auf die Vermögensverteilung und damit auf die Räume monetärer Möglichkeiten und wie sich also das Geld-Netzwerk auf die übrigen Beziehungen des öko-sozialen Netzwerks auswirkt.

Ein Hinweis darauf, in welcher Richtung die Entwicklung der Bestimmung verläuft, gibt die Entstehung der Spaltung zwischen Erwerbsleben (dem Sein im Geldnetzwerk) und dem übrigen Leben. In der Geschichte des abendländischen Kapitalismus haben sich die Kernfamilien (die hohen Häuser, Adelsdynastien, Oligarchien, Familienunternehmen) immer schon mithilfe des Zinses über Wasser (die Erosion der materiellen Kapitalgüter, die Wirkung des zweiten Hauptsatzes, des negativen Zinses der Natur, des Zahns der Zeit zog den Wert ihrer Kapitalien unter die Wasserlinie wo alles fließt) gehalten. Ihre Regeln und Werte, ihr Umgang mit Geld, ihre Geldkultur, hat sich im Laufe der Zeit seit der Renaissance auf alle übrigen Familien übertragen.

Simmel schreibt dazu[1, S. 293]:

Schon die Anfänge der Geldwirtschaft zeitigen Entwicklungen der wirtschaftlichen Vereinigung aus demselben Grundmotiv heraus. Die Vermehrung und vermehrte Bedeutung des Kapitals erzeugte vom 14. Jahrhundert an das Bedürfnis, dasselbe in der Familie ungeteilt zu erhalten. Denn indem die Anteile aller Erben einheitlich zusammenblieben, übten sie weit reichere Wirkungen zugunsten eines jeden, als er bei ihrer Aufteilung erreichen konnte.

Es begann also in Deutschland der Eintritt aller Erben in die ungeteilte Erbschaft und der Weiterbestand des alten Geschäfts zu gesamter Hand. Daran knüpften sich nun zwei Konsequenzen.

Es entstand innerhalb der Familie die Trennung von Hauswirtschaft und Geschäft, so dass Familienmitglieder mit getrennter Hauswirtschaft und separatem Vermögen doch Teilhaber der einen ungeteilten »Firma« bleiben konnten; während die Bedeutung des Geldkapitals die alte Familienwirtschaft überhaupt gesprengt hatte, schuf es nun doch über dieser Trennung eine neue Vereinigung, in deren reine Sachlichkeit die von den eigentlichen Privatinteressen gelösten, ausschließlichen Vermögensinteressen eingingen.

Und zweitens, wurde dieser Gemeinsamkeitsmodus nun auch von solchen nachgeahmt, welche nicht einmal in einer ursprünglichen Familienbeziehung standen; nachdem einmal aus der Hauswirtschaft sich das »Geschäft« herausgelöst hatte, wurde es auch von Nichtverwandten als Vereinigungsform der bloßen arbeitenden Kapitalien gewählt, so dass schon anfangs des 15. Jahrhunderts die offene Handelsgesellschaft gebräuchlich wird. Zu einer reinen Vermögensgenossenschaft, d. h. einer solchen, in der das gemeinsam besessene Vermögen sich zu einer selbständigen, jenseits der Einzelanteile stehenden Einheit und Rechtspersönlichkeit objektiviert hat und der Teilhaber nur mit einem bestimmten Teile seines Vermögens und sonst überhaupt nicht mit seiner Person beteiligt ist -ist es erst seit dem Durchdringen der Geldwirtschaft gekommen. Das Geld allein konnte solche Gemeinsamkeiten zustande bringen, die das einzelne Mitglied überhaupt nicht präjudizieren: es hat den Zweckverband zu seinen reinen Formen entwickelt, jene Organisationsart, die sozusagen das Unpersönliche an den Individuen zu einer Aktion vereinigt und uns die bisher einzige Möglichkeit gelehrt hat, wie sich Personen unter absoluter Reserve alles Persönlichen und Spezifischen vereinigen können.

- Die zersetzende und isolierende Wirkung des Geldes ist nicht nur ganz im allgemeinen Bedingung und Korrelat dieser versöhnenden und verbindenden; sondern in einzelnen historischen Verhältnissen übt das Geld zugleich die auflösende und die vereinigende Wirkung.

So z. B. im Familienleben, dessen organische Einheit und Enge einerseits durch die Folgen der Geldwirtschaft zerstört worden ist, während man andrerseits gerade unter Anerkennung hiervon hervorgehoben hat, dass die Familie fast nichts mehr sei, als eine Organisation der Erbfolge.

Wenn unter mehreren Interessen, die die Vereinigung eines Kreises ausmachen, das eine auf alle anderen zerstörend wirkt, so wird natürlich dieses selbst die anderen überleben und schließlich noch die einzige Verbindung zwischen den Elementen darstellen, deren sonstige Zusammenhänge es zernagt hat. Nicht nur auf Grund seines immanenten Charakters, sondern gerade weil es auf so viele andere Verbindungsarten der Menschen destruktiv wirkt, sehen wir das Geld den Zusammenhang zwischen sonst ganz zusammenhangslosen Elementen herstellen.

Und es gibt heute vielleicht keine Assoziation von Menschen mehr, die nicht, als Ganzes, irgendein Geldinteresse einschlösse, und sei es nur die Saalmiete einer religiösen Korporation.

Das Geld hat nicht nur eine zersetzende, sondern auch eine vereinigende soziale Wirkung auf die Zweck-Gemeinschaften. Entscheidend dafür, ob das Geldsystem zersetzend (sozial divergierend) oder vereinigend (sozial konvergierend) wirkt, ist die Betrachtung des NETTO-Zinsflusses. Ist der NETTO-Zinsfluss positiv, fließt also Zins in die Assoziation, die Gemeinschaft, hinein, so ist die Wirkung konvergierend, vereinigend, ist er insgesamt negativ, fließt er also aus dem sozialen Verbund ab, so ist die Wirkung divergierend, zersetzend[1, S. 293f]:

Hier wird nun eine der umfassendsten und tiefgreifendsten soziologischen Normen wirksam.

Zu den wenigen Regeln nämlich, die man mit annähernder Allgemeinheit für die Form der sozialen Entwicklung aufstellen kann, gehört wohl diese: dass die Erweiterung einer Gruppe Hand in Hand geht mit der Individualisierung und Verselbständigung ihrer einzelnen Mitglieder.

Die Evolution der Gesellschaften pflegt mit einer relativ kleinen Gruppe zu beginnen, welche ihre Elemente in strenger Bindung und Gleichartigkeit hält, und zu einer relativ großen vorzuschreiten, die ihren Elementen Freiheit, Fürsichsein, gegenseitige Differenzierung gewährt.

Die Geschichte der Familienformen wie die der Religionsgemeinden, die Entwicklung der Wirtschaftsgenossenschaften wie die der politischen Parteien zeigt allenthalben diesen Typus.

Die Bedeutung des Geldes für die Entwicklung der Individualität steht deshalb in engstem Zusammenhange mit der, die es für die Vergrößerung der sozialen Gruppen besitzt.

Für diese letztere bedarf es hier keines ausführlichen Beweises mehr: die Wechselwirkung zwischen der Geldwirtschaft und der Größe des Wirtschaftskreises habe ich früher aufgezeigt.

Je mehr Menschen miteinander in Beziehung treten, desto abstrakter und allgemeingültiger muss ihr Tauschmittel sein; und umgekehrt, ist erst einmal ein solches geschaffen, so gestattet es eine Verständigung auf sonst unzugängliche Entfernungen hin, eine Einbeziehung der allermannigfaltigsten Persönlichkeiten in die gleiche Aktion, eine Wechselwirkung und damit Vereinheitlichung von Menschen, die wegen ihres räumlichen, sozialen, personalen und sonstigen Interessenabstandes in gar keine andere Gruppierung zu bringen wären.

Vertragsarten, Relationierungsmuster/typen und Erwerbsklassen

Für die Beschreibung von Ökonomie und Wirtschaft sind drei Arten von Kanten von besonderer Bedeutung:

  1. Eigentumsverhältnisse,
  2. Besitz- (Nutzungs-, Gebrauchs-) Verhältnisse und
  3. Arbeitsverhältnisse.

Bezeichnet man die Verträge, die das Kapital bei positivem Zins knüpft, als Faszien, so kommt man über diese Terminologie zu einem speziellen Faschismus, dem sogenannten Zins-Faschismus. Das am stärksten hervortretende Merkmal des Zins-Faschismus bei positivem Zins ist die hierarchische / pyramidiale Organisationstruktur (eine Art „Kapital-Faschismus“). Es wird also der Begriff des Zins-Faschismus' im Geld-Netzwerk definiert, um die hierarchische, pyramidiale Struktur der Bestimmung zu beschreiben, die aus den aus dem Zins resultierenden Eigentümerstrukturen hervorgeht.

Das Gegenteil der Hierarchie ist die Heterarchie, dazwischen befindet sich die Anarchie.

Eine heterarche Organisation weist z.B. der menschliche Körper auf. Die Art und Weise, wie die Organe im menschlichen Körper miteinander arbeiten, ist eine Heterarchie. Auch das Netzwerk der Realwirtschaft ist aufgrund der Arbeitsteilung und Vernetzung heterarchisch organisiert, wird jedoch teilweise hierarchisch bestimmt.

Bei der Frage, wie sich das Gleichgewicht zwischen Hierarchie und Heterarchie unter einem Wechsel des Zins-Vorzeichens verhält, vermute ich, dass man für das Aussehen und die Struktur der Heterarchie die sich unter einer Negativzins-Ökonomie entwickelt, die Negativ-Zins-Wirtschaft, am Ende des Kapitalismus nur eingeschränkt Aussagen treffen kann, da sich dessen Organisationsstrukturen bei anhaltend negativen Zinsen in zunehmendem Maße nicht-linear verhalten. Es ist jedoch logisch, dass sich der heterarchische Charakter der Strukturen verstärken und der hierarchische Anteil gedämpft werden wird.

Bürger und Staat

Der Bürger befindet sich über privatwirtschaftliche Verträge in Beziehung zum Kapital und über die Gesetzgebung in einer Beziehung zum Staat.

Staaten sind gegenüber dem Kapitalismus seit der französischen Revolution eigentlich links stehend, also sozialliberal (soziale Marktwirtschaft) und sollen die grundgesetzlich genannten Rechtsgüter vor dem Zugriff durch das Kapital schützen.

Es sind jedoch, durch entsprechende personelle Besetzungen, auch Verknüpfungen zwischen dem Kapital und dem Staat vorhanden, die dem Staat einen „Rechtsdrift“ geben, das kapitalliberale Element, der Neoliberalismus.

Den Begriff Faschismus habe ich auch schon dafür verwendet, denn die Kapitale sind pyramidial (hierarchisch) organisiert, und die personellen Besetzungen im Staatsapparat spiegeln diese Eigentümerstruktur.

Unten an der Basis gibt es Gewalt, dort frisst das Raubtier: Es ist vielen Angestellten der Verwaltung schlicht nicht bewusst, dass sie in ihrem Handeln insbesondere Artikel 2 Abs.1 und Artikel 12s angreifen, also die Vertragsfreiheit und allgemeine Handlungsfreiheit und, dem nachgeordnet, das Recht, seine Arbeit frei wählen zu dürfen, wenn sie die „Kunden” in irgendwelche Maßnahmen zwingen oder dazu, etwas zu unterschreiben, das sie nicht unterschreiben wollen und laut Grundgesetz auch nicht müssen.

Der Trick und die Crux ist die Eingliederungsvereinbarung (EGV).

Ein Mensch, der zur Miete wohnt und nicht-selbstständig beschäftigt war, bevor er seinen Job verlor, ist existenziell dazu gezwungen (die Crux), eine EGV zu unterschreiben, wenn er nicht auf der Straße landen will. Es ist seine Lebenssituation, seine Unfähigkeit zur autonomen Subsistenz ( = selbstbestimmte, weitgehend unabhängige Selbstversorgung und Selbstunterhalt), die die Einschränkung seiner Privatautonomie begründet und ihm aufgrund dessen einem Kontrahierungszwang gegenüber der Verwaltung unterwirft. Der so Gezwungene ist infolge der funktionalen Differenzierung, der Arbeitsteilung im großen Apparat, abhängig geworden und hat verlernt und ist auch sonst unvermögend, für seine nackte Existenz zu sorgen: die Armen können sich nicht wie Robinson Crusoe auf einer Insel selbst ernähren, weil alles Land einen Eigentümer hat, und deswegen sind sie gezwungen, zum Amt zu gehen und eine EGV zu unterschreiben.

Diesem existenziellen Zwang, die EGV zu unterschreiben, widersetzen sich viele, und die landen dann in einem existenziellen Prekariat. Sie sind zu stolz, um sich vor dem Staat auszuziehen und sich dann knechten zu lassen, denn so fühlt sich das Hartz-IV-System der Bonzenmafia an.

Hat man unterschrieben, dann gilt natürlich pacta sunt servanda, Verträge sind einzuhalten, und so kann das Jobcenter die Kunden knechten. Schuld an der Lebenssituation der Leute, die eine EGV unterschreiben müssen sind die Sparer, denn der vom Lei(t/d)zins verursachte Kontrahierungszwang dient dazu, den in der Vermögensverteilung unten Stehenden wieder in die große Ausbeutungsmaschinerie einzugliedern, damit das Kapital ihm den Zins abzapfen kann. Wer spart, der zwingt andere zur Hingabe des Zinses durch Arbeit und der Staat hilft dabei, solange Verträge einzuhalten sind.

Das Proletariat ist für die Bourgeoisie (siehe NETTO-Zinsflüsse zur mathematischen Trennung der zwei Klassen Herren und Damen und Knechte und Mägde), wie eine Netzwerk aus sich selbst regenerierenden Batterien, deren Energien sie zur Vermehrung des geltenden Toten abzapfen kann. Das Medium über das den Menschen der „Saft abgezapt“ wird ist das Geld-Netzwerk.

Das Geld-Netzwerk

Ein wesentliches Element des Kapitalismus sind Verträge die, soziologisch betrachtet, als spezielle Austausch-Beziehungen einordenbar sind. Diese speziellen Beziehungen des Geld-Systems beeinflussen durch den Zins alle anderen Beziehungen, die öko-sozialen Beziehungen.

Zuordnung von Eigentums und Besitzgütern, Eigentums und Besitzverhältnisse oder Güterbeziehungen

Um die Eigentums und Besitzbeziehungen, die Güterbeziehungen zu erfassen, denke man sich eine durchnummerierte Liste von Personengruppen. Eine Personengruppe kann auch nur eine Person enthalten. Weiter gebe es eine durchnummerierte Liste von Gütern (Geld oder materielle Güter). Von jeder Personengruppe können nun dreierlei Art Verknüpfungen (Verträge, Beziehungen) zu einer Anzahl Güter hergestellt werden, die jeweils einer der Güterbeziehungen entsprechen.

Es werden drei Arten von Beziehungen zu Kapitalgütern unterschieden:

In der ersten Klasse von Beziehungen (Eigentum und Besitztum) besteht also nur eine Beziehung zwischen dem Gut und seinem Eigentümer und Besitzer.

Der Preis des Besitztums an einem Gut im Kapitalismus ist der positive Zins. Der Eigentümer, der ein Gut nicht besitzt sondern verleiht erhält von seinem gegenwärtigen Besitzer Zins. Durch den positiven Zins wird also Eigentum belohnt und Besitz bestraft.

Ist ein Gut sowohl Eigen- als auch Besitztum, dann liegt es beim Eigentümer selbst, durch nützliche Manipulationen den natürlichen negativen Zins zu kompensieren und den Zins insgesamt positiv zu machen (Begriff der Wertschöpfung).

Durch den Verkauf geht ein Gut in das Eigentum des Käufers über. Dieses materielle Eigentum hat aufgrund der Naturgesetze und durch Nutzung einen negativen Zins, die sogenannten Abschreibungen. Der Wertverlust von materiellen Eigentumsgütern bzw. die Abschreibungen lassen sich durch den Nachkauf von Ersatzteilen und sonstigen Betriebsmitteln kompensieren.

Güterbeziehungen und Zins-Flüsse. Materielle Güter haben von Natur aus negativen Zins: Zins-Abfluss an die Umwelt. Ist das Gut Eigentum und in Besitz, so muss man selbst für die Kompensation des Wert-Verlustes aufkommen, wird es jedoch verliehen, so kommt im Kapitalismus für gewöhnlich der Besitzer dafür auf.

Vertragsarten

Für die Quantitätstheorie sind 3 Vertragsarten relevant und entscheidend, nämlich Arbeits-, Kauf- und Kapital-Leih-Verträge.

Matrixzelle
Vertragsarten: Einkauf und Verkauf von Gütern (blau), Ausleihen und Verleihen von Eigentum (rot), Einkauf und Verkauf von Arbeit (grün).
Dies sind zu einen die Arbeitsverträge, die den Fluss der Arbeit und damit den Betrieb des permanenten Stroms an Gütern regeln. Über die Arbeitsverträge werden die Löhne aus dem Güterstrom-Betrieb auf die Haushalten als Einkommen abgezweigt.

Die zweite Vertragsart sind die gewöhnlichen Kaufverträge, bei denen auf der einen Seite die Konsumenten (Käufer) und auf der anderen Seite die Produzenten (Verkäufer) stehen. Händler haben in Bezug auf diese Vertragssorte lediglich eine überbrückende Funktion. Sie kaufen Dinge und verkaufen sie teurer weiter. Aus der Differenz begleichen sie ihre Bereitstellungskosten, darunter die Kosten für die Ausstellung der Güter in den Auslagen/Verkaufsräumen sowie die Löhne der Angestellten.

Die übrigen Verträge sind solche für den Verleih von Eigentum (Vermietung, Sparen) und das entsprechende Gegenteil, nämlich die Leihe von Eigentum. Bei der Leihe eines Gutes (Miete, Kredit) geht das geliehene (eigentümliche) Gut in das Besitztum des Leihnehmers über. Beim Verleih bzw. der Leihe von materiellen Gütern und Geld werden im Kapitalismus Zinsen genommen bzw. gezahlt.

Einteilung in Geld- und Güter-Erwerbsklassen

Um die Transportphänomene, die aufgrund der Struktur der Wirtschaft, also der Vernetzung von Rohstoffförderern, Wertschöpfern, Konsumenten, Nutzern, Verbrauchern und Endnutzern mit dem Bankennetz und den passiven Vermögen sichtbar zu machen, werden die Menschen in Gelderwerbsklassen eingeteilt.

Für jede dieser Erwerbsklassen lassen sich „typische“ Einnahme und Ausgabevektoren definieren. Es gibt natürlich Mischformen dieser Grundtypen. Rein kombinatorisch ergeben sich N = n=06 6! 6 - n ! · n ! = 64 Erwerbsklassen von denen in der Tabelle (rechts) nur solche Erwerbsklassen aufgeführt wurden, welche besonders häufig vorkommen und daher eigene Namen tragen. Einige der Kombinationen tragen mehrere Namen.

Als Stoffdurchsatz eines ökonomisch Handelnden kann man den Strom eingekaufter, verarbeiteter und wieder verkauften Güter betrachten. Eine Tätigkeit ist genau dann monetär vernünftig, wenn der Wert seines Zwecks den Wert der zu seiner Erreichung eingesetzten Mittel übersteigt. Bewertet man nun den Stoffdurchsatz in Hinblick auf seine Vernünftigkeit, so muss also der Verkaufswert den Einkaufswert übersteigen. Die Differenz ist der Gewinn, der Wert der Arbeit, die im Stoffdurchsatz verrichtet wurde.

Verkauf
(Gabe)
von
Arbeit
Kauf
(Nahme)
von
Arbeit
Verkauf
von
Gütern
Kauf
von
Gütern
Miete
Kredit
Vermietung
Verleih
Sparen
Investition
Arbeiter
Angestellter
„Schaf“
x
Unternehmer
Produzent
„Stier“
„Bulle“
x x x x
Händler x x
Zeitarbeits\-firma x x
Bank x x x
Investor
Privatier
„Löwe“
x
Einige der 64 Erwerbsklassen.

Leihverträge, Kaufverträge und Arbeits- und Dienstleistungsverträge

Es werden drei fundamentale Vertragsarten unterschieden:

Verfügungsrechte über Arbeit und Dienstleistung können nicht genau genauso wie für Sachen übertragen werden, auch wenn dieses Gebot über Zeit- und Leiharbeitsverträge aufgeweicht wird. Es ist weiter zu bemerken, dass Tiere von der Rechtsprechung teilweise wie Sachen behandelt werden. Der exakte Unterschied wird im Tierschutz- und Umweltrecht geregelt.

Mengen im Vertrags- und Gesetzesraum: Ökonomie, Politik, Wirtschaft, Handel, Arbeit und Dienstleistung

Als ökonomische Verträge bezeichne ich alle Verträge in denen direkt Bestimmung ausgeübt wird. Dazu gehören Spar/Investitionsverträge und Kreditverträge, aber auch alle anderen Leihverträge wie Miet- und Pachtverträge. Ist eine Bank der Vermittler zwischen Leihgeber und Leihnehmer, so wird in der Bilanz der Bank die Leihnehmerseite als Aktivseite und die Einlagen bzw. Leihgeberseite als Passivseite bezeichnet. Bei Wertpapieren müssen zur Zuordnung zu ökonomischen Verträgen fest- (Anleihen, Wertpapier mit Zinskupon) und variabel verzinsliche Wertpapiere (Aktien und komplexere Kapitalmarkt„produkte“, Derivate wie z.B. Optionsscheine) unterschieden werden. Insbesondere beim Eigentum von Wertpapieren, das Eigentum am Produktionskapital ist, müssen Anteile bzw. Wertpapiere mit und ohne Stimmrecht bzw. fester positiver Verzinsung unterschieden werden.

Die Mengen Ökonomie & Politik, Wirtschaft & Handel und Arbeit & Dienstleistung im Raum der Verträge.

Als wirtschaftliche Verträge bezeichne ich Verträge des Geld-Netzwerks, die direkt mit dem Transport (Handel) der Umformung, Zusammenfügung und Zerlegung von realen Sachen (Industrie, Mittelstand, Verträge in nicht-rein-ökonomischen Unternehmungen wie Banken) zu tun haben. Wirtschaftliche Verträge stehen in direktem Zusammenhang mit dem realen Stoffwechselvorgang des ganzen Währungsraums. Zu den Wirtschaftsverträgen gehören Handels- und übrige Kaufverträge. Es gibt wirtschaftliche Verträge des Geld-Netzwerks, die keine ökonomischen Verträge sind, und es gibt wirtschaftliche Verträge, die ökonomische Verträge sind. Arbeits- und Dienstleistungsverträge können in dieser Schnittmenge liegen, weil in ihnen direkt Bestimmung über Arbeit ausgeübt wird.

Ökonomische Verträge bilden den Umverteilungskern (des Kapitalismus) und sind ursächlich für die (Re-)Strukturierungen des Vertragsnetzes der Klasse der Wirtschaftsverträge, die Gegenstände der Volkswirtschaftslehre sind.

Schließlich gestaltet die Politik politische Verträge in Gesetzesform. Gesetze sind zum einen Bestimmungen, die die Handlungsfreiheit, und damit die Selbstbestimmung, einschränken um das Verhalten im und außerhalb des Geld-Netzwerks zu formen, andererseit ermöglichen sie Selbstbestimmung, da sie Rechte festlegen.

Strukturen und Formen der Bestimmung im Vertrags- und Gesetzesraum

Der Mensch im Rechtsstaat ist über Gesetze an ihn gekoppelt, und über Verträge ist er an das Vertragsnetzwerk des Kapitals, das Geld-Netzwerk gekoppelt. In Rechtsstaaten gilt die Regel, dass Verträge und Gesetze einzuhalten ist. Streng genommen reduziert sich Rechtsstaatlichkeit auf die Einhaltung von Gesetzen, denn das Gebot der Einhaltung von Verträgen (pacta sunt servanda) ist in Rechtsstaaten ein Gesetz, so z.B. im bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) die Paragraphen §241 und §242.

[...]

Zins, Verhalten und Bewertung

In den sozialen Räumen des Berufslebens wie auch in anderen Räumen, in denen es um Geld geht (Begriff des monetären Möglichkeitsraums) erzeugt der Zins auf das Leihkapital sogenannte Sachzwänge. Es sind diese Sachzwänge, die indirekt eine systematische Konditionierung und Erziehung zu einem bestimmten Verhalten bewirken.

Die gesellschaftliche Ordnung also ihre Strukturen, Regeln und Gesetzmäßigkeiten sowie ihre monetären Wirklichkeits-(bzw. Wirkungs)räume lassen sich zur Hälfte aus den Mechanismen und Spielregeln ableiten, die durch das ökonomische System bei positivem Zins festgelegt werden. Der Generator der Ordnung sind die Sachzwänge. Die andere Hälfte ergibt sich aus Handlungen und Verhaltensweisen der in den Staat und das Netzwerk des Kapitals eingekoppelten Menschen, die den Sachzwängen entgegenstehen. Die gesellschaftspolitische Bewegung des linken Liberalismus steht den Sachzwängen entgegen.

In der zinsbetriebenen und über Märkte verbundenen, bei positivem Zins unter Sachzwängen stehenden, arbeitsteiligen Wirtschaft und ihrem Netzwerk bilden sich Beziehungsräume, in denen es eine klare Ordnung der Bestimmung gibt. Diese sozialen Räume unmittelbarer Bestimmung sind die Räume, in denen Menschen ihrer Berufstätigkeit nachgehen. Im Gegensatz dazu sind die öko-sozialen Netzwerke in der Regel nahezu anomisch oder schwach nomisch mit Ausnahme der familiären Beziehungen. Es gibt darin Gesetze und Bestimmungen, doch werden diese nicht wie im Geld-Netzwerk gewaltsam durchgesetzt und Verstöße dagegen verfolgt, sondern anders, informeller und individueller behandelt.

Der Mensch ist Teil beider Netzwerke, und weil beide Netzwerke im Menschen interagieren, beeinflussen sich beide Netzwerke im Menschen. Es gibt Übertragungen (Fortführungen) des Verhaltens, die im und durch den Menschen vom einen Netzwerk auf das andere übergehen. Schwierig wird es, wenn ein nomischer Konflikt zwischen beiden Netzwerken in einem Menschen entsteht. „Das Berufsleben und das Privatleben soll man trennen.“ lautet daher ein berühmtes Gebot des Berufslebens, doch ist es nicht immer leicht einzuhalten.

Der im Geldnetzwerk vorherrschende oberste Zweck ist die Vermehrung des toten Geltenden (des Geldes). Der oberste Zweck ist dem Geld Würde zu verleihen, ihm Selbstbestimmung zu geben und die Fähigkeit zur Reproduktion. In ihrer Funktion im Geldnetzwerk sind die erwerbstätigen Menschen Mittel zu diesem Zweck.

Die im übrigen („öko-sozialen“) Netzwerk vorherrschende Regel ist dem gegenüber hingegen diametral verschieden: Der oberste Zweck ist nicht Vermehrung des Toten, sondern die Vermehrung und wenigstens der Erhalt des Lebens. Simmel schreibt:

Durch den Charakter des Zweckverbandes aber, den das Einungsleben deshalb mehr und mehr annimmt, wird es mehr und mehr entseelt; die ganze Herzlosigkeit des Geldes spiegelt sich so in der sozialen Kultur, die von ihm bestimmt wird.

Vielleicht, dass die Kraft des sozialistischen Ideals zum Teil einer Reaktion auf diese entstammt; denn indem es dem Geldwesen den Krieg erklärt, will es die Isolierung des Individuums seiner Gruppe gegenüber, wie sie in der Form des Zweckverbandes verkörpert ist, aufheben und appelliert zugleich an alle innigen und enthusiastischen Gefühle für die Gruppe, die sich in dem Einzelnen erwecken lassen.

Freilich ist der Sozialismus auf eine Rationalisierung des Lebens gerichtet, auf die Beherrschung seiner zufälligen und einzigartigen Elemente durch die Gesetzmäßigkeiten und Berechnungen des Verstandes; allein zugleich ist er den dumpfen kommunistischen Instinkten wahlverwandt, die als Erbschaft längst verschollener Zeiten noch in den abgelegeneren Winkeln der Seelen ruhen. In dieser Zweiheit von Motivierungen, deren psychische Standorte einander polar entgegengesetzt sind, und die ihn einerseits als das äußerste Entwicklungsprodukt der rationalistischen Geldwirtschaft, andrerseits als die Verkörperung des undifferenziertesten Instinktes und Gefühlslebens zeigen, liegt wohl die Eigenart seiner Anziehungskraft: er ist Rationalismus und Reaktion auf den Rationalismus.

Der Sozialismus hat an der alten Gentilverfassung mit ihrer kommunistischen Gleichheit sein begeisterndes Ideal gefunden, während das Geldwesen das Individuum auf sich rückwärts konzentriert und ihm als Objekte der persönlichen und Gemütshingabe einerseits nur die allerengsten individuellen Beziehungen, wie Familie und Freundschaft, andrerseits nur den weitesten Kreis, etwa des Vaterlandes oder der Menschheit überhaupt, übrig gelassen hat - beides soziale Bildungen, die sich, wenn auch aus verschiedenen Gründen, der objektiven Vereinigung zu isolierten Zwecken völlig fremd gegenüberstellen.
Dies ist ein alt-bekannter Umstand, Matthäus 6:
  1. Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.

Kopplung psychischer und sozialer System: Subjektive, Konsensuale und Oktroyierte Bewertungen

Gemäß dem von dem Ingenieur und Mathematiker George Spencer-Brown in seinem Buch „Gesetze der Form“ geprägten Prinzip der Form, Niklas Luhmann nennt es Differenzenbildung, in der Philosophie nennt man die Unterteilung des vollkommen Unbestimmten, des Ganzen, in einander komplementäre Paare Dichotomien (disjunkte „Hälften“ des Unbestimmten), betrachtet Niklas Luhmann soziale und psychische Systeme als einander gegensätzliche System/Umwelt-Paare, die sich, an einander gekoppelt, in einer Co-Evolution befinden und daher korrespondierende Elemente, nämlich die Werte, die allgemein (konsensual) Sinn machen, enthalten:

Psychische und soziale Systeme sind im Wege der Co-Evolution entstanden. Jeweils eine Systemart ist notwendige Umwelt der jeweils anderen. Die Begründung dieser Notwendigkeit liegt in der diese Systemarten ermöglichenden Evolution. Personen können nicht ohne soziale Systeme entstehen und bestehen, und das Gleiche gilt umgekehrt.

Die Co-Evolution hat zu einer gemeinsamen Errungenschaft geführt, die sowohl von psychischen als auch von sozialen Systemen genutzt wird. Beide Systemarten sind auf sie angewiesen, und für beide ist sie bindend als unerlässliche, unabweisbarer Form ihrer Komplexität und ihrer Selbstreferenz. Wir nennen diese evolutionäre Errungenschaft Sinn.

Vergleicht man also die Arbeit von Soziologen und Psychologen, so stellt man fest, dass diese beiden wissenschaftlichen Disziplinen von unterschiedlichen Seiten auf das gleiche Phänomen schauen, nämlich die Beziehungen, in denen für den einzelnen Wirklichkeit und also Sinn entsteht. Der deutsch-jüdische Soziologe Norbert Elias drückt es ähnlich aus wie Luhmann. In der Einleitung von Band 1 des Buches über den Prozess der Zivilisation schreibt er:

Die umfassende soziale Entwicklung, als deren Repräsentant hier eine ihrer Zentralerscheinungen, eine jahrhundertelange Welle fortschreitender Integrierung, ein Staatsbildungsprozess mit dem komplementären Prozess einer fortschreitenden Differenzierung untersucht und dargestellt wurde, ist ein Figurationswandel, der im Hin und Her der Vor- und Rück Bewegungen - auf längere Sicht betrachtet - über viele Generationen hin in ein und dieselbe Richtung geht. Diese gerichtete Strukturwandlung lässt sich als Faktum nachweisen, gleichgültig, wie man sie bewertet.

Als mir nach einigen vorbereitenden Arbeiten, die gleichzeitig der Durcharbeitung von Dokumenten, von Bildmaterial und der Durcharbeitung der sich allmählich klärenden theoretischen Probleme diente, der Weg zu deren mögliche Lösung deutlicher wurde, war ich mir unter anderem auch dessen bewusst, dass diese Arbeit auch das vertrackte Problem des Zusammenhangs von individuellen, psychologischen Strukturen, also von den sogenannten Persönlichkeitsstrukturen, und von Figurationen, die viele interdependente Individuen miteinander bilden, also von Sozialstrukturen, der Lösung etwas näher bringt und zwar gerade weil hier diese beiden Strukturtypen nicht wie es noch meistens geschieht, als unwandelbare Strukturen, sondern vielmehr als sich wandelnde Strukturen, als interdependente Aspekte der gleichen langfristigen Entwicklung anvisiert werden.
Mit Integration beschreibt Elias die Einbindung und die Verflechtung von Menschen in einer arbeitsteiligen Wirtschaft. Das Wort Differenzierung verweist im Zusammenhang oben auf die Entwicklung der Arbeitsteilung in Funktionsgruppen. ähnlich wie Luhmann zeigt Elias im Entwicklungsprozess der Zivilisation auf die Entstehung von teilweise verallgemeinerbaren, also teilweise sozialisierbaren Handlungsbewertungen Sinn und Vernunft, die korrespondierenden Elemente in psychischen und sozialen Systemen hin, welche die Grundlage von aufklärerischen Morallehren sind, die in engem Zusammenhang mit dem Zins-Vorzeichen stehen. Sinn und Vernunft sind nur teilweise verallgemeinerbar und sozialisierbar, weil wir Menschen nicht nur alle gleich sind, sondern auch alle verschieden.

Generell kann wenigstens gesagt werden, dass ein Mittel genau dann vernünftig (und damit profitabel) ist, wenn dessen Wert an den Märkten, also an den Stellen im Netzwerk, an denen psychische und soziale Systeme interagieren, kleiner ist, als der damit erreichbare Zweck. Dieser Vernunftbegriff bekommt scheinbar nur dann Schwierigkeiten, wenn der Zweck der Handlung unvernünftiges Verhalten ist, doch auch dann ist das Mittel vernünftig, denn es ist dann der Unvernunft zweckdienlich.

Die Bewertung von Mittel und Zweck ist zunächst subjektiv. Bewertungen (z.B. Preise, aber auch ethischer Wert) können jedoch unterschiedlich sein, weil wir nicht nur alle gleich sind sondern auch alle ungleich. Bei unterschiedlichen Bewertungen (Dissens: lat. di für zwei oder doppelt, sens von sensere fühlen, ersinnen) entsteht die Frage, wessen Bewertung dominiert/überwiegt und sich durchsetzt. Auch in der Bewertung von Mitteln und Zwecken ist das Gleichgewicht der Bestimmung zentral.

Der Mensch der kapitalistischen Gesellschaft ist Teil den Geld-Netzwerks und des übrigen Netzwerk, das auch die Umwelt enthält (Abb. oben). Im sozialen Raum des Berufslebens des Einzelnen tritt die hierarchisch organisierte Bestimmung offen zutage, doch findet sich die Hierarchie, mehr versteckt allerdings, auch auf der Größenskala des Gesamtraums in Hinblick auf die Vermögensverteilung und der aus Sicht des Einzelnen damit einhergehenden Höhe des NETTO-Zinsflusses. Das eigene Vermögen bestimmt eine Schichtzugehörigkeit, und einhergehend mit der sozialen Schicht sind jeweils spezifische Handlungsmöglichkeiten und -notwendigkeiten gegeben, wobei die Handlungsfreiheit in der Vermögensverteilung „nach oben“ zu- und „nach unten“ abnimmt und umgekehrt Notwendigkeiten „nach unten“ zu und „nach oben“ abnehmen. Der Geldbeutel entscheidet darüber, wie groß die Schritte sein können, die ein Einzelner in Richtung der eigenen Freiheit unternehmen und was er sich erlauben kann (vgl. zu Begriffen der Budget-Restriktion und der aufgrund des positiven Zinses beschränkten intertemporalen Nutzenfunktion).

Das Gleichgewicht von „Matrix-Funktion“ bzw. dem Arbeits-/Berufs-Leben und dem übrigen Leben. Monetär profitable Mittel haben einen kleineren Wert als der damit erreichbare Zweck. Die Menschen sind in ihrer fremdbestimmten Funktion Mittel zu Erreichung eines für sie fremden Zwecks. Wie werden die Werte von Mittel und Zweck bestimmt?
Als Handelnder an den Märkten befinden sich die Menschen in Austauschbeziehungen mit anderen Menschen und der nicht-menschlichen Umwelt. Hervorzuheben ist hier also insbesondere, dass Bemessungen und Bewertungen, d.h. Quantifizierungen des Gebens bzw. Nehmens, wie sie an den Märkten ständig geschehen subjektiv sind („aus Sicht des Einzelnen“), woraus also eine Verteilung von Bemessungsgrundlagen resultiert. Die jeweilige Bemessungsgrundlage entspricht der Sichtweise des Einzelnen und hängt von seiner individuellen Situation ab, weswegen die Bemessung des Einzelnen nicht unbedingt auf jene des Nächsten übertragbar ist. Dies führt als auf das Problem der Vergleichbarkeit von Nutzenbemessungen. Ein „einfacher“ Hinweis wie die Nutzenbemessung übertragen werden kann, ist die Formulierung der sogenannten goldenen Regel
„Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ (Immanuel Kant, Kategorischer Imperativ)

oder auch

„Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg auch keinem andern zu.“

alternativ und äquivalent (denn wer lässt sich schon gerne missbrauchen?):

„Handle so, daß du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden andern jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest.“

Quelle: freidenker.cc
Die goldene Regel besagt, dass sich aus Sicht des Einzelnen in den Beziehungen zu den Nächsten (incl. der Umwelt) das voneinander Genommene und das einander Gegebene die Waage halten sollen. Grundsätzlich soll die goldene Regel also das Gleichgewicht von Geben und Nehmen anstreben und also auch für die Beziehung zwischen dem Menschen (Innen) zu seiner gesamten Umwelt (Außen) gelten, also aus subjektiver Sicht „absolut“ (also verallgemeiner- und sozialisierbar) wirklich sein. Doch wenn man es so sehen soll wie die anderen, dann muss man es eben erst einmal selbst sehen oder es gezeigt bekommen. Zudem stellt sich die Frage: Kann es denn überhaupt zu einer wirklich konsensualen (mitfühlenden) Bewertung kommen, wenn das Gleichgewicht der Bestimmung aufgrund des positiven Zinses, also aufgrund von Sachzwängen, einseitig gestört ist, Bewertungen des Nutzens von Handlungen, des Werts von Totem und Lebendigem oktroyiert, also erzwungen werden?

Referenzen / Einzelnachweise