Stoffströme und Zins - Zinssog im Kapitalismus - die unsichtbare Hand

Im Zentrum der Betrachtung dieses Abschnitts ist die Frage, wie der Zins durch die Störung des Gütermengengleichgewichts auf den Handelsmärkten effektiv einen zusätzlichen Strom von Gütern und Geld von der Zone niedrigeren hin zu der Zone höheren Zinses erzeugt.

Die Märkte werden von einander gegenläufigen Strömen von Geld und Gütern (Waren) durchflossen. Das Mengenverhältnis der ausgetauschten Dinge ist der Preis. Es stellt sich bei der genauen Analyse heraus, dass der aus dem Kreditzins resultierende Verhaltensbias einen Preisbias und somit NETTO/effektiv einen zusätzlichen Güterstrom erzeugt.

Da das gegen Geld getauschte Gut auch Arbeit sein kann, sind die Ergebnisse dieser Analyse wichtig für die Erklärung der Strukturbildung. Zudem erklärt sie die Notwendigkeit einer, der synthetischen Wertschöpfung und dem primären Nutzen nachgesetzten, analytischen Wertschöpfung bei negativem Zins.

Die nebenstehende Grafik zeigt (schematisch) geographische Zonen (Gebiete auf der Erdoberfläche) in denen unterschiedliche Marktzinsen an den Kapitalmärkten bestehen. Zwischen den Zinsen zi in den Zonen i bestehe die Relation: 0 = z0 < z1 < z2 < z3 < z4. Die Pfeile stehen symbolisch für einen zusätzlichen Güterstrom über einen Markt, der nun erklärt werden soll.

Markt

Am Markt stehen sich zwei Parteien gegenüber und verhandeln über den Preis. Die eine Partei hat Geld, die andere eine Ware. Es wird nun untersucht, wie sich der positive und der negative Zins auf den Güterstrom auswirkt. Dazu wird eine Referenzsituation (mit 0% Zins) konstruiert, auf die die zwei Fälle bezogen werden.

Geografische Zonen mit unterschiedlichen Zins-Niveaus. Die Pfeile symbolisieren eine aus der Zins-Differenz resultierenden Differenz im Güter/Stoffstrom über die Märkte. Der zusätzliche Stoff-Strom bezieht sich auf die Importe und ist gekoppelt an einen entsprechenden kleineren Geld-Strom, während der zusätzliche Geld-Strom sich auf die Exporte bezieht und an einen entsprechend großen Stoff-Strom aus dem Währungs-Raum hinaus gekoppelt ist.

Referenzsituation - freier Markt

In der Referenzsituation verfügt der potenzielle Käufer über eine bestimmte Geldmenge und hat einen Bedarf BG am Gut G des Verkäufers. Der potenzielle Verkäufer besitzt das Gut G und hat eine Gewinnvorstellung BG0. Der sich bildende Preis sei p = NG0 NG , wobei die ausgetauschte Geldmenge NG0 und NG die ausgetauschte Gütermenge ist.

Freier Markt. Keiner der beiden Handelspartner steht unter einer (Zins-)Schuld, so dass sich der Preis frei bilden kann.

Das Wesentliche an der Referenzsituation (freier Markt) ist, dass keiner der beiden Marktpartner unter einer monetären Zins-Schuld steht, dass also die goldene Regel erfüllt und das nomische Gleichgewicht eingehalten ist.

Verhandlungsbias bei positivem Zins (Kapitalismus)

Sei nun die dem Käufer zur Verfügung stehende Geldmenge um einen Betrag von δNG0 verschoben, also von der Geldmenge der Referenzsituation unterschiedlich.

Resultierender Zins-Fluss der sich aus einer Zins-Schuld des Käufers ergibt.

Dies tritt insbesondere in einer Situation auf, in der der Käufer mit Hilfe eines für ihn günstigen Verhandlungsergebnisses, also ein entsprechend vorteilhafter Preis, einen geldwerten Vorteil in der Höhe eines aufgrund von vertraglichen Zwängen gegenüber einem Dritten von ihm zu erwirtschaftenden Zinses erlangen muss. Man denke zum Beispiel an einen Unternehmer, der Rohstoffe am Markt erwirbt und einen Kredit abbezahlen muss (Grafik rechts).

Der Käufer stehe also unter dem Zwang (oder Druck, seine Privatautonomie sei also eingeschränkt) ein gegenüber der Referenzsituation günstigeres Ergebnis zu erzielen. Dies entspricht in Hinblick auf das nomische Gleichgewicht der Übertragung eines Zwanges vom Zins-Schuldner auf den Marktpartner.

Konstanter Preis

Sei die Verhandlungsposition des Verkäufers derart starr, dass der Preis unverändert bleibt, dann muss gelten: NG0 NG = p = NG0 + δNG0 Np=const.G . Die erworbene Gütermenge ist also: Np=const.G = NG · NG0 + δNG0 NG0 = NG · 1 + δNG0 NG0 Ist der Verhandlungsbias des Käufers monetär eingeengt, ist also seine Privatautonomie aufgrund von Verträgen zu Dritten eingeschränkt, so erwirbt er bei starrer Verhandlungsposition des Verkäufers (konstanter Preis) eine um den Faktor f = 1 + δNG0 NG0 < 1 wenn δNG0 < 0 gegenüber der Referenzsituation verschiedene Gütermenge.

Elastischer Preis

Das andere Extrem der Betrachtung ist, dass die erworbene Gütermenge gleich ist gegenüber der Gütermenge der Referenzsituation NG, zum Nachteil des Verkäufers, dass also N G0 p = NG = NG0 + δNG0 pNG=const. .

Ausschnittt aus dem Disney-Zeichtrick-Film Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling.
Der zum Nachteil des Verkäufers verhandelte Preis ist also: pNG=const. = p · NG0 + δNG0 NG0 = p · 1 + δNG0 NG0 = p · f < p wenn δNG0 < 0.

Bei elastischem Preis ist es also dem Käufer möglich, seine Zins-Schuld (seinen Zwang, bzw. seine Einschränkung der Autonomie) auf den Verkäufer zu übertragen. pNG=const. ist genau der Preis bei dem das vollständig passiert.

Gleichgewichtspreis bei einem Zinsbias

Die zwei Preise p und pNG=const. schränken das wahrscheinliche Intervall in der Preisbildung auf pZinsbias p pNG=const. ein. Am wahrscheinlichsten ist, dass sich aufgrund des monetären Bias' (ggf. verursacht durch einen Zins) ein mittlerer Preis von etwa pZinsbias 1 2 · p + pNG=const. = p · 1 2 · 1 + f = p · 1 + δNG0 2·NG0 bildet. Gegenüber der Referenzsituation entsteht also eine relative Verschiebung (Preisbias) von etwa: Δp = pZinsbias - p δNG0 2·NG0 .

Wirkung des Preisbias: Bias im Stoffstrom

Durch den Tausch „Geld gegen Ware“ entstehen am Markt zwei gegenläufige Ströme. Der Geldstrom fließt vom Käufer zum Verkäufer und der Güterstrom in die entgegengesetzte Richtung. Interpretiert man den Preis am Markt wie den Ohm'schen Widerstand eines elektrischen Leiters an den eine Spannung angelegt wird (analog zu Angebot und Nachfrage), entsteht also gegenüber dem Güterstrom in der Referenzsituation bei einem monetären Bias von δNG0 ein zusätzlicher Güterstrom der Größe ΔI = IZinsbias - I = δ t - tTausch · NG0 · 1 p · 1 + δNG0 2·NG0 - 1 p δNG0 2·NG0 1 - δ t - tTausch · NG · δNG0 2·NG0 , der auf die Seite des Zins-Schuldners gerichtet ist.In der Rechnung ist eine Taylor-Entwicklung bis 1. Ordnung ausreichend. Die δ-Funktion in der obigen Gleichung dient zur Modellierung der Zeitabhängigkeit des Güterstroms. Der Tausch findet zum Zeitpunkt tTausch statt.

Zins-Schuld auf der Verkäufer-Seite

Um die Herleitung bezüglich des Kapitalismus' zu vervollständigen, wird nun noch der andere Fall diskutiert, in dem der Verkäufer unter einer Zins-Schuld steht. Es wird im Prinzip genau so argumentiert wie zuletzt.

Resultierender Zins-Fluss bei einer Zins-Schuld auf der Seite des Verkäufers.

Der erste mögliche Ausgang ist wieder der, dass das Tauschwertverhältnis unverändert bleibt (konstanter Preis), der Verkäufer seine Zins-Schuld also behält und trotz der Zins-Schuld die gleiche Geldmenge erhält, weil der Käufer eine starre Verhandlungsposition besitzt. Die Geldmenge, welche der Verkäufer, der die Gütermenge NG besitzt vom Käufer bei konstantem Preis erhält ist also wie in der Referenzsituation: p = NG0 - δNG0 Np=const.G = NG0 NG . Es folgt also für die Gütermenge: Np=const.G = NG · 1 - δNG0 NG0 .

Der zweite mögliche Ausgang ist wiederum, dass der Verkäufer den Gleichgewichtspreis nach oben verzerrt und die Zins-Schuld δNG0 (<0 im Kapitalismus) auf den „Preis draufschlägt“: pNG=const. = NG0 - δNG0 NG = p · NG0 - δNG0 NG0 = p · 1 - δNG0 NG0 > p wenn δNG0 < 0 .

Wie zuletzt wird wieder der Gleichgewichtspreis als arithmetisches Mittel zwischen den beiden extremen Preisen berechnet: pZinsbias 1 2 · p + pNG=const. = p · 1 - δNG0 2·NG0 . Die Preisdifferenz gegenüber der Referenzsituation beträgt also Δp = pZinsbias - p - δNG0 2·NG0 hat diesmal aber genau umgekehrtes Vorzeichen, da ja dieses Mal der Verkäufer unter einer (Zins-)Schuld gegenüber einem Dritten steht.

Der Bias im Güterstrom wird schließlich zu: ΔI = IZinsbias - I δNG0 2·NG0 1 δ t - tTausch · NG · δNG0 2·NG0

Allgemeiner Fall: Unterschiedliche Zins-Schuld bei beiden Markt-Partnern

Im Allgemeinen haben sowohl der Käufer als auch der Verkäufer eine (Zins-)Schuld die sie teilweise oder ganz über den Preis von ihrem Handelspartner weitergeben wollen. Unter der Benutzung der vorherigen Ergebnisse und Arguemente bildet sich die Differenz der Zins-Schuld auf den Preis ab: pZinsbias p · 1 + δNG0 - δNG0 2·NG0 wobei δNG0 die Zins-Schuld auf der Käufer-Seite und δNG0 die Zins-Schuld auf der Verkäufer-Seite beschreibt.

Der Güterstrom-Bias ist entsprechend: ΔI δ t - tTausch · NG · δNG0 - δNG0 2·NG0 .

Der oben beschriebene, bei positivem Zins vom Kapital ausgehende Zins-Sog wird in der Literatur auch als die unsichtbare Hand bezeichnet[6].

Vergleich vom Import und Export und Kompensation des Zins-Sogs

Am Fern/Außen-Handel Beteiligte sind Käufer oder Verkäufer. Käufer geben Geld und nehmen dafür Güter, Verkäufer geben Güter und nehmen dafür Geld. Analysiert wird hier kurz eine Situation, in der das Zins-Niveau im Währungsraum höher ist als außerhalb. Dies bedeutet, dass Währungs-Inlands-Verkäufer und -Käufer jeweils eine Zins-Schuld gegenüber Währungs-Inländern tragen und versucht sind, diese teilweise oder ganz durch entsprechende Beeinflussung des Mark-Preises vom Handels-Partner des Währungs-Auslandes zu verhandeln.

Der Inlands-Käufer (der Importeur) versucht gegenüber dem Fall einer Zins-Differenz bei 0% aufgrund seiner Zins-Schuld einen niedrigeren Preis zu erzielen. gelingt ihm dies ist das Resultat seiner Preis-Verhandlung ein höherer Güter-Strom vom Ausland ins Inland. Beispiele hierfür sind die Rohstoff-Einkäufer der exportierenden Industrie.

Der Inlands-Verkäufer (der Exporteur) versucht entsprechend einen höheren Preis für das verkaufte inländische Gut zu erzielen. Der Geld-Strom vom Ausland ins Inland ist also höher verglichen mit dem 0% Zins-Differenz-Fall.

Um den Export-Fall vollständig zu analysieren, muss man den Import aller derjenigen Güter berücksichtigen, die Teil des exportierten Produkts sind. Aufgrund der Kontinuitätsgleichung (der Massen-Bilanz) folgt zwingend, dass diejenigen importierten Güter, die nicht im Inland verbraucht werden ins Ausland zurück exportiert werden müssen. Damit dieser gesamte Stoff-Wechsel profitabel ist, müssen diese Güter also systematisch zu günstig eingekauft und die daraus Wert-geschöpften weiterverarbeiteten Güter zu teuer weiter verkauft werden. Um diese Import-Export-Profit-Maschine aufrecht zu erhalten benötigt es also Handels-Abkommen, welche (zum Nachteil der Währungs-Ausländer) die Abnahme der Exporte garantiert.

So sind die deutschen Export-Weltmeister geworden.
Gregory Gysi am 23. April 1998: „Man kann einen Kontinent nicht über Geld einen!“. Ab Minute 2:05 wird das das wachsende Ungleichgewicht prophezeit. Es ist mir schleierhaft, warum Gregor Gysi nicht Volks-Wirt geworden ist. Vielleicht, weil er nicht das Lamm in der Löwen-Höhle sein wollte?

In Handelsbeziehungen zwischen einem Währungsgebiet mit niedrigem Zins (innen) und einem Währungsgebiet mit einer Hoch-Zins-Zone (außen) kann und sollte sogar bei einem Handelpartner aus einem sehr hoch-zinsigen Land der Stoffstrom, der aus der Zins-Differenz resultiert durch eine Außenhandels-Steuer (Importzoll), die abhängig von der Differenz des Zinsniveaus ist, kompensiert werden, um einen ungewollten Material und Güterfluss in das Hoch-zinsige Land zu verhindern. Diese Außenhandels-Steuer ist ein notwendiges Handelshemmnis um die Nachteile des Handels mit einem sehr gierigen Land zu kompensieren.

Die Höhe der Steuer sollte in etwa der Differenz des Zins-Niveaus zwischen den Währungsräumen entsprechen: τ zaußen - zinnen, genau dann ist nämlich ungefähr im Mittel die Schuld-Differenz zwischen den Handelspartnern ausgeglichen.

Darstellung des Tauziehens.

Werden diese Art von Schutz-Zölle nicht erhoben, kann es passieren, dass man vom Handelspartner „über den Tisch gezogen“ wird, wenn die Steuer also positiv wäre. Eine negative Steuer (=Subvention) die sich aus der Zinsdifferenz beim Handel mit einem Partner aus einem Währungsraum niedrigerer Zinsen ergibt, dient hingegen dazu, den Handelspartner vor der relativen eigenen Gier zu schützen.

Warum gibt es eigentlich Grenzen zwischen den Währungsräumen?

Es ist ernsthaft zu überlegen, ob die Grenzen zwischen Ländern und die dort erhobenen Zölle nicht eigentlich dem Zweck dienen, ungewollte Güterströme aufgrund unterschiedlicher Kapitalkonzentrationen und Zinsen in den Ländern zu verhindern.

Die Wegwerf und Überflussgesellschaft im Kapitalismus

Bei positivem Zins (Kapitalismus) steht der Käufer unter einer Zinsschuld, so dass δNG0<0. Nach der Kontinuitätsgleichung für Güter und Güterströme und in Hinblick auf die Zinszonen fließen also bei positivem Zins gegenüber dem Fall von Zins-Homogenität NETTO die Konsum-Güter aus den geographischen Gebieten mit niedrigem Zins in die geographischen Gebiete mit hohem Zins.

In der Regel sind die Zonen hohen Zinses Großstädte kapitalistischer Länder. Die Städte ziehen Menschenmassen und ihre Arbeitskraft an. Die Menschen leben dort in erbärmlichen Verhältnissen. Aus der Anhäufung von Müll in vielen Großstädten Asiens, Lateinamerikas, Indiens und Afrikas resultieren oft katastrophale Umweltbedingungen.



Das angebotene Gut kann im Prinzip ein beliebiges handelbares Gut sein: materielle Güter, Arbeit[5] oder auch Wissen. Der oben beschriebene Zinssog im Kapitalismus führt zu einer Anhäufung (Konzentration) dieser Güter in Ballungszentren. Das Aussehen unserer Städte lässt sich sehr gut durch diesen „Verklumpungsvorgang“ erklären.

Elektronik-Schrott Schlachtabfälle Export von Elektroschrott nach Afrika

Diese Zins-induzierte Akkumulation von Gütern verursacht das Problem der Wegwerfgesellschaft mit all seinen negativen Begleiterscheinungen[1]. Der schnelle Verbrauch der nachgefragten Güter und der Drang in immer kürzeren Zeitabständen neue Anschaffungen zu tätigen führt zur Anhäufung von riesiegen Abfallbergen[4]. Es wird bereits laut die Vermutung geäußert, dass die Hersteller die Geräte absichtlich so bauen, dass sie nach einer vom Hersteller bestimmten Zeit kaputt gehen[7][8][9][10][11][12]. Diese These der „geplanten Obsoleszenz“ wird zwar von einer Studie des Umweltbundesamtes zurückgewiesen[13], bestätigt sie aber im Grund deutlich, da die sich die Lebenszeiten der Geräte nachweislich immer mehr verkürzen. Wie in vorherigen Referenzen behauptet, bestätigt das Umweltbundesamt die These der geplanten Obsoleszenz also. Die Verkürzung der Lebenszeit wird nämlich durch die Verwendung minderwertiger Teile ermöglicht. Die Lebensdauer dieser minderwertigen Teile bestimmt dann also die Lebensdauer des ganzen Geräts.

Kapital Konzentration
Die wohl perfideste dieser Begleiterscheinungen des Zinssogs ist die profitable Verdrängung des Abfalls der Industriegesellschaft in die Entwicklungs- und Schwellenländer hinein[3]. Schon in der Bibel ist diese perverse Vorgehensweise dokumentiert. So heisst es in 5. Buch Mose 14:21:
  1. Ihr sollt kein Aas essen. Dem Fremdling in deinem Tor magst du es geben, daß er's esse oder daß er's verkaufe einem Ausländer[2]; denn du bist ein heiliges Volk dem HERRN, deinem Gott.

In Hinblick auf die Frage, wie sich der Herr den Kinder Abrahams darstellte sei darauf verwiesen, dass eine Interpretation der Genesis es zulässt, den Sündenfall als den Beginn und die Einführung des Kapitalismus anzusehen. Der Herr der Kinder Abrahams, seine Vernunft und seine Werte offenbaren sich also im Spiel des Kapitalismus.


Die hier aufgezeigten Phänomene sind nur ein kleiner Ausschnitt aus der gesamten Wirkung des Kapitalismus. Der gesamte Einfluss des Zins-Sogs auf die Umwelt offenbart einen regelrechten Geschwür-artigen Lochfraß.

Stoffstrombias bei negativem Zins: Die „Reparaturgesellschaft“

Bei negativem Zins (Kommunismus) hat der zusätzliche Güterstrom aufgrund des Vorzeichens des Zinses eine umgekehrte Fluss-Richtung. Wenn z.B. der Käufer einen Kredit mit negativem Zins abbezahlen muss, also δNG0>0 ist, dann entsteht eine negativer zusätzlicher Güterstrom, der vom Kapital wegfließt. Der Käufer bekommt also weniger für sein Geld. Wenn der Zins-Sog im Handel mit einem relativ hoch-zinsigen Land kompensiert werden soll (nur wenn!), dann kann die Reparaturgesellschaft in einer Negativzinswirtschaft vermieden werden. Jedoch ist in jeden Fall im Sinne einer möglichst vollständigen Verwertung aller Güter die Aufbereitung und Wiedereinspeisung der verbrauchten Güter in den Stoffkreislauf erstrebenswert.

Prinzip der Reparaturwirtschaft (Recycling): Nach der Nutzphase wird das defekte Gut zerlegt und analysiert. Die intakten Teile werden wieder in den Produktionsprozess eingefügt und so wieder einer Nutzung zugeführt. Der Stoffstrom ist Kreis-förmig, wie der dazugehörige Geldstrom.

Bei negativem Zins, wie auch bei der Berücksichtigung der gesamten Folgekosten der illegalen, nicht sachgemäßen Entsorgung von Umweltgefahrenstoffen lohnt sich also der Aufbau von analytischen (zerlegenden) Wertschöpfungsketten, die sich den synthetischen (zusammensetzenden) Wertschöpfungsketten des Kapitalismus nach der Nutzung des Produkts anschließen. In den analytischen Ketten werden Fehler und Schwachstellen des Produkts analysiert und ausgemerzt um die Lebensdauer des Produkts zu verlängern. Erzwungen wird die analytische Wertschöpfung erst bei negativem Zins!

Übersicht und Zusammenfassung Zins und Preise

Es ist wichtig zu erkennen, dass die Veränderung von Löhnen und Arbeitszeit abhängig vom Vorzeichen des Zinses beide Richtungen aufweisen können. Zur Übersicht ist folgende Tabelle gezeigt in der auch noch andere, wie z.B. sozial-psychologische Wirkungen des Zins-Vorzeichens aufgelistet sind.

Kommunismus Kapitalismus
Zins-Vorzeichen negativ positiv
Preise für Konsumgüter Deflation Inflation
Arbeitszeit Extensivierung,
Zeitverlängerung
Intensivierung,
Zeitverkürzung
Lohn Real-Lohn-Erhöhung,
Lokalisierung
Real-Lohn-Senkung,
Globalisierung
Stoffströme -mengen induktiv,
Zins-Druck,
Verdrängung,
magnetisch,
zirkulär
kapazitiv,
Zins-Sog,
Konzentration
,
elektrisch,
„gravitativ“
Aufbewahrung von Werten Prozess der Realwirtschaft Bankkonto eigene Kapitalien
systemisches Prozessmuster autonome Kooperation heteronome Konkurrenz

Referenzen / Einzelnachweise