Definition des Kapitalismus

Der Kapitalismus ist so alt wie die Jahrtausende alte Zivilisation und war schon immer ihr Kern, Antrieb und integrierendes, kontrahierendes, also zusammenziehendes Element. Nachdem die Menschen sesshaft wurden und begannen, Ackerbau und Viehzucht zu betreiben und bevor es die Idee gab, eigentümliche Güter, wie eine Menge Nahrungsmittel, ein Stück Land oder vielleicht eine Behausung um Mehrung, also gegen Zins, zu verleihen, hatten die Menschen einen bestimmten Grad von Arbeitsteilung entwickelt und betrieben untereinander Tauschwirtschaft. Vorratshaltung war klug und sinnvoll, um sich gegen Ernteausfälle aufgrund klimatorischer Schwankungen oder ähnlicher Naturereignisse abzusichern, doch hatten alle natürlichen Vorräte die Eigenschaft, dass sie mit der Zeit verdarben, denn der natürliche Zins auf materielle Vorräte wie z.B. Nahrungsmittel ist negativ.

Geografische Zonen mit unterschiedlichen Zinsniveaus. Die Pfeile symbolisieren eine aus der Zinsdifferenz resultierenden Differenz im Güter/Stoffstrom über die Märkte. Der zusätzliche Stoffstrom bezieht sich auf die Importe und ist gekoppelt an einen entsprechenden kleineren Geldstrom, während der zusätzliche Geldstrom sich auf die Exporte bezieht und an einen entsprechend großen Stoffstrom aus dem Währungsraum hinaus gekoppelt ist. Details dazu hier.
Irgendwann (war dies nicht der Zeitpunkt der neolithischen Revolution?) entdeckten die Menschen, dass sie den natürlichen Zerfall der materiellen Dinge durch den Verleih gegen Zins nicht nur kompensieren, sondern sogar sogar umkehren (das lateinische Wort revolvere heißt Umkehrung, Verkehrung oder Umdrehung) konnten. Zerfällt beispielsweise jährlich ein bestimmter Anteil einer Menge Nahrungsmittel NG mit einer Zerfallsrate λ, so entwickelt sich die verbleibende, unverdorbene Menge nach dem einfachen Gesetz Nnat.Gt = NGt0 · exp -λ· t-t0 wobei G für das Gut steht, t für einen Zeitpunkt nach einer Anfangszeit t0, z.B. den Zeitpunkt der Ernte oder Herstellung des Guts und Nnat.Gt (nat. für natürlich) für die genieß- bzw. nutzbare (Rest-) Menge des Gutes G zum Zeitpunkt t. Wird die Menge durch Abschluss einer Leihvereinbarung (Leihvertrag) zum Zeitpunkt t0 jedoch verliehen und verlangt man nach einem Jahr die gleiche Menge zurück (0% Zins), so hat man zumindest den Zerfall kompensiert.

Leiht man sogar auf Zins z>0 und verleiht jeweils nach einem Jahr die verliehene Menge samt Zins erneut, so wächst die verfügbare Menge nach dem einfachen Gesetz Np.v.Gt = NGt0 · exp z · t - t0 exponenziell an (Zinseszins-Effekt).

Anzumerken ist in Bezug auf das „moderne“ Geld, dass Np.v. (p.v. für positiv verzinst) die Höhe einer Forderung ist. Ob der Leihnehmer die Menge Np.v.Gt real (zurück-) geben kann und sie auch zurück gibt, ist eine andere Frage, denn es gibt ein gewisses Ausfallrisiko beim Verleih: das Verliehene kehrt vom Besitzer nicht zum Eigentümer zurück, der Kredit wird nicht zurückgezahlt oder die Mietsache wird nicht zurückgegeben.

Vergleicht man nun die Vorzeichen des Exponenten von Np.v.Gt und Nnat.Gt, dann stellt man fest, dass durch die Gesetzmäßigkeit des positiven Zinses der naturgesetzliche Zerfall (Hauptsätze der Thermodynamik) in Höhe von Δ = λ + z „überlistet“ und regelrecht „auf den Kopf“ gestellt („pervertiert“) wird.

Die Gegenleistung des Zinses ist immer irgendeine Form von Arbeit, also Muskelkraft und Nervenleistung, wie Marx es nennen würde. Betrachtet man also die zur Aufhäufung von Np.v.Gt verrichtete Arbeit, so wurde nicht nur gegen den natürlichen Zerfall mit der Rate λ angearbeitet, sondern auch noch für der Zins des Leihgebers. Aus Sicht des Leihnehmers sind die Naturgesetze also quasi „überlagert“ von einem zweiten, erosiven Prozess der Kapitalakkumulation, dem sog. „Mammon“.

Es ist nun weiter relativ leicht, sich vorzustellen, dass eine Gruppe von Menschen, die Produzenten verleihbarer Güter sind und diese auch im Überschuss herstellen und verleihen durch den Zins exponenziell anwachsende Macht, (Sach-) Herrschaft oder Forderung erhält. Wie im Abschnitt über die Antinomie der Bestimmung (das nomische Gleichgewicht) gezeigt, gedeiht dieser Machtzuwachs in den gesellschaftlichen Beziehungen durch eine Zunahme der Fremdbestimmung der Leihnehmer, denn diese müssen nicht nur gegen den Zerfall der geliehenen Güter anarbeiten, sondern auch noch den Zins abarbeiten.

Das Endziel dieser Entwicklung ist eine Zweiteilung der Menschen in zwei komplementäre Gruppen: die Einen, Vielen sind im Seinszustand eines nihil habentes omnia possidentes (Habenichtse und alles Besitzende), die vergleichsweise sehr viel Wenigeren hingegen sind die omnia habentes nihil possidentes (entsp. Alles Habenden Nichts Besitzenden). Die, die haben, sind die Eigentümer. Die, die besitzen und nutzen, sind die Besitzer. Die Besitzer zahlen Zins an die Eigentümer.

Menschen stehen im Geldnetzwerk miteinander in Austauschbeziehungen, den Märkten, über die sich Zinsschulden ausbreiten. Eine Geldschuld ist juristisch betrachtet ein Handlungszwang, und so breiten sich Zwänge zur Arbeit zur Beschaffung des Zinses aus und erzeugen ein über (Zins-) Schuldbeziehungen integriertes Gefolge (Volk).

Kapitalismus (vmtl. um 3760 v.Chr.[1][2])

Die zeitweilige Transaktion von Verfügungsrechten gegen Zins ist das Kernprinzip des Kapitalismus. Der Besitzer leiht ein Gut von einem Eigentümer und erwirbt so bestimmte Verfügungsrechte am Gut, z.B. die im Vertrag bestimmte Nutzung. Der Besitzer (bzw. Nutzer) zahlt den Zins an den Eigentümer.
Zinsm. 'Abgabe, Steuer', landschaftlich (bes. südd. öst. schweiz.) 'Miete, Pacht', ahd. (8. Jh.),

mhd. zins 'Abgabe, Tribut, Pachtgeld, Miete' und (nd. Lautverhältnissen angeglichenes) asächs. mnd. tins sind entlehnt aus lat. cēnsus 'Vermögensschätzung, Steuerliste, Vermögen, Besitz, Vermögenssteuer', spätlat. auch 'Grundsteuer'; zu lat. cēnsēre (cēnsum) 'begutachten, schätzen, taxieren, (nach Prüfung aller Umstände) der Meinung sein, (an)raten, beschließen'.

Im mittelalterlichen Feudalsystem bezeichnet Zins 'die dem Lehnsherrn zu leistenden Abgaben an Vieh, Ernteerträgen und (Pacht)geld'.

Die finanzwirtschaftliche Bedeutung 'Entgelt für die Überlassung von Kapital' (vereinzelt im 14. Jh.) wird im 16. Jh. allgemein; die heute dafür übliche Pluralform Zinsen setzt sich im 18. Jh. durch. - verzinsen Vb. 'Zinsen zahlen', refl. 'Zinsen einbringen, abwerfen', mhd. verzinsen 'den Zins wovon oder wofür bezahlen', präfigierte Bildung zu heute nur noch im historischen Sinne gebrauchtem zinsen Vb.

'Steuern, Abgaben, Zins entrichten', ahd. (9. Jh.), mhd. zinsen 'den Zins geben, zahlen', refl. 'Zinsen (ein)bringen', trans. 'als Zins geben, hin-, preisgeben'.

Zinseszins m. 'Verzinsung von Zinsen' (2. Hälfte 18. Jh.), Zinsenzins (Ende 17. Jh.); vorauf gehen Umschreibungen wie Zins von Zinsen (16. Jh.), Zinß und Zinß Zinsen (Anfang 17. Jh.); in fester Fügung mit Zins und Zinseszins (Mitte 19. Jh.).

Der positive Zins macht die Vorratshalter und Verleiher im sozial-ökonomischen System zum Parasiten des realwirtschaftlichen Prozesses und zum schöpferischen Zerstörer.

Der Zins kann prinzipiell auch negativ sein, war aber in der Vergangenheit (vor 2015) in den eingehaltenen Verträgen nahezu immer positiv und führte daher zu einer Anhäufung von Kapital in der Hand von immer weniger werdenden Menschen. Es offenbaren sich deutliche Parallelen zwischen Kapitalismus und Feudalismus, denn die Vasallen (die heutigen Banker), welche das Lehen (Wortherkunft von 'leihen', die Einlage) von ihrem Herren erhalten, treiben den Fron (den Zins) ein, genau wie es auch im Feudalismus geschah, allerdings ist die Herrschaft der „Unternehmerfürsten“ (die Herrscher über die Stillung unserer Bedürfnisse, Hühnerbarone, Schweinekönige, Branchenkönige bzw. -primi usw., das Monopol des jeweiligen Wirtschaftszweiges, das die Kartellbehörden in seiner Machtnahme einschränken), teilweise, nämlich durch das Kaufverhalten des Verbrauchers, demokratisch legitimiert.

Zinsverbote in den abrahamitischen Weltreligionen

Seit der Prozess der Zinsnahme des Menschen vom Menschen, der Kapitalismus, begann, sind in der Weltgeschichte immer wieder Menschen aufgetaucht, die verstanden haben, welche Bedeutung der Zins hat und dass es neben der kapitalistischen Realität noch eine zweite Realität gibt, die sich den im Diesseits Lebenden nur durch Nachdenken und Beobachtung der nicht-kapitalistischen Welt offenbart. Eine Liste mit Bezeichnungen dieses ökonomischen Jenseits findet sich in der Definition des Kommunismus.

Der Schutz des Eigentums (Exodus 20:15: „Du sollst nicht stehlen!“) und das Einhalten von Verträgen finden sich bereits in den 10 Geboten (Exodus 20), und seit dieser Zeit wissen die Menschen auch, wie gefährlich der sich „wie ein Krebsgeschwür“ ausbreitende kapitalistische Prozess ist. In der Folge des Prozesses kommt es zu Rechtsverletzungen, der Kapitalismus produziert Konflikte[11, Widerspruch und Konflikt], die durch Einhaltung der 10 Gebote (Exodus 20) verhindert werden sollen:

  1. Und Gott redete alle diese Worte:
  2. Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthause, geführt habe.
  3. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
  4. Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.
  5. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen;
  6. und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und meine Gebote halten.
  7. Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht mißbrauchen; denn der HERR wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. (3. Mose 24.16)
  8. Gedenke des Sabbattags, daß Du ihn heiligest.
  9. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle dein Dinge beschicken;
  10. aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes; da sollst du kein Werk tun noch dein Sohn noch deine Tochter noch dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist.
  11. Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der HERR den Sabbattag und heiligte ihn.
  12. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange lebest in dem Lande, daß dir der HERR, dein Gott, gibt.
  13. Du sollst nicht töten.
  14. Du sollst nicht ehebrechen.
  15. Du sollst nicht stehlen.
  16. Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
  17. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechtes noch seiner Magd, noch seines Ochsen noch seines Esels, noch alles, was dein Nächster hat.
  18. Und alles Volk sah den Donner und Blitz und den Ton der Posaune und den Berg rauchen. Da sie aber solches sahen, flohen sie und traten von ferne
  19. und sprachen zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen gehorchen; und laß Gott nicht mit uns reden, wir möchten sonst sterben.
  20. Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht; denn Gott ist gekommen, daß er euch versuchte und daß seine Furcht euch vor Augen wäre, daß ihr nicht sündigt.
  21. Also trat das Volk von ferne; aber Mose machte sich hinzu in das Dunkel, darin Gott war.
Speziell im Hinblick auf die Geschichte des sog. „Abendlandes” sind einige wichtige Dinge in Bezug auf die Verwandschaft der abrahamitischen Religionen zu nennen, um insbesondere dem Antisemitismus (der Judenfeindlichkeit) entgegenzutreten.

Zunächst einmal ist hinsichtlich der absoluten Zinsverbote (Lukas 6:[27-35] und Zitat der 2. Sure des Koran weiter unten) und der aus den Textstellen und der einfachen Logik folgenden Gebote des Gewährens von Kredit mit negativem Zins in Christentum und Islam festzustellen, dass es auf der Erde nicht ein einziges Land gibt, das sich „christlich” oder „muslimisch” nennen darf, da die Zinsen in den Volkswirtschaften aller Länder durchweg positiv und also die dazugehörigen Ökonomien kapitalistisch sind. Sieht man Christentum und Islam als Weiter- oder Fortentwicklungen des Judentums an, sind die gott-gläubigen Erdenbürger (wir) also bestenfalls Juden, wenn nicht Ungläubige und jedenfalls Unwissende.

Das Bilderverbot und das goldene Kalb

Um dem im Abendland weit verbreiteten Antisemitismus entgegenzutreten, stelle ich hier die These auf, dass das sogenannte Bilderverbot, gegen das mit der Anfertigung des goldenen Kalbes verstoßen wurde, ein absolutes Zinsverbot im Judentum ist. Das Judentum ist (wir sind) an der Frage des Zinses in zwei Teile gespalten. Die einen befürworten ihn, die anderen nicht. Die Spaltung, hier also das Handeln wider des göttlichen Gebots, das von den Propheten nach Mose beständig wiederholt wurde, ist dokumentiert und symbolisiert in der Anfertigung des berühmten goldenen Kalbes (Exodus 32:[1-6]):

  1. Da aber das Volk sah, daß Mose verzog, von dem Berge zu kommen, sammelte sich's wider Aaron und sprach zu ihm: Auf, mache uns Götter, die vor uns her gehen! Denn wir wissen nicht, was diesem Mann Mose widerfahren ist, der uns aus Ägyptenland geführt hat.
  2. Aaron sprach zu ihnen: Reißt ab die goldenen Ohrenringe an den Ohren eurer Weiber, eurer Söhne und eurer Töchter und bringet sie zu mir.
  3. Da riß alles Volk seine goldenen Ohrenringe von ihren Ohren, und brachten sie zu Aaron.
  4. Und er nahm sie von ihren Händen und entwarf's mit einem Griffel und machte ein gegossenes Kalb. Und sie sprachen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben!
  5. Da das Aaron sah, baute er einen Altar vor ihm und ließ ausrufen und sprach: Morgen ist des HERRN Fest.
  6. Und sie standen des Morgens früh auf und opferten Brandopfer und brachten dazu Dankopfer. Darnach setzte sich das Volk, zu essen und zu trinken, und standen auf zu spielen.

Die Bedeutung der damals begangenen Sünde wird in den folgenden Textzeilen deutlich (Exodus 32:[7-35]):

  1. Der HERR aber sprach zu Mose: Gehe, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat's verderbt.
  2. Sie sind schnell von dem Wege getreten, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben.
  3. Und der HERR sprach zu Mose: Ich sehe, daß es ein halsstarriges Volk ist.
  4. Und nun laß mich, daß mein Zorn über sie ergrimme und sie vertilge; so will ich dich zum großen Volk machen.
  5. Mose aber flehte vor dem HERRN, seinem Gott, und sprach: Ach HERR, warum will dein Zorn ergrimmen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand hast aus Ägyptenland geführt?
  6. Warum sollen die Ägypter sagen und sprechen: Er hat sie zu ihrem Unglück ausgeführt, daß er sie erwürgte im Gebirge und vertilgte vom Erdboden? Kehre dich von dem Grimm deines Zornes und laß dich gereuen des Übels über dein Volk.
  7. Gedenke an deine Diener Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will euren Samen mehren wie die Sterne am Himmel, und alles Land, das ich euch verheißen habe, will ich eurem Samen geben, und sie sollen's besitzen ewiglich.
  8. Also gereute den HERRN das Übel, das er drohte seinem Volk zu tun.
  9. Mose wandte sich und stieg vom Berge und hatte zwei Tafeln des Zeugnisses in seiner Hand, die waren beschrieben auf beiden Seiten.
  10. Und Gott hatte sie selbst gemacht und selber die Schrift eingegraben.
  11. Da nun Josua hörte des Volks Geschrei, daß sie jauchzten, sprach er zu Mose: Es ist ein Geschrei im Lager wie im Streit.
  12. Er antwortete: Es ist nicht ein Geschrei gegeneinander derer, die obliegen und unterliegen, sondern ich höre ein Geschrei eines Singetanzes.
  13. Als er aber nahe zum Lager kam und das Kalb und den Reigen sah, ergrimmte er mit Zorn und warf die Tafeln aus seiner Hand und zerbrach sie unten am Berge
  14. und nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und zerschmelzte es mit Feuer und zermalmte es zu Pulver und stäubte es aufs Wasser und gab's den Kindern Israel zu trinken
  15. und sprach zu Aaron: Was hat dir das Volk getan, daß du eine so große Sünde über sie gebracht hast?
  16. Aaron sprach: Mein Herr lasse seinen Zorn nicht ergrimmen. Du weißt, daß dies Volk böse ist.
  17. Sie sprachen zu mir: Mache uns Götter, die vor uns her gehen; denn wir wissen nicht, wie es diesem Manne Mose geht, der uns aus Ägyptenland geführt hat.
  18. Ich sprach zu ihnen: Wer Gold hat, der reiß es ab und gebe es mir. Und ich warf's ins Feuer; daraus ist das Kalb geworden.
  19. Da nun Mose sah, daß das Volk zuchtlos geworden war (denn Aaron hatte sie zuchtlos gemacht, zum Geschwätz bei ihren Widersachern),
  20. trat er an das Tor des Lagers und sprach: Her zu mir, wer dem HERRN angehört! Da sammelten sich zu ihm alle Kinder Levi.
  21. Und er sprach zu ihnen: So spricht der HERR, der Gott Israels: Gürte ein jeglicher sein Schwert um seine Lenden und durchgehet hin und zurück von einem Tor zum andern das Lager, und erwürge ein jeglicher seinen Bruder, Freund und Nächsten.
  22. Die Kinder Levi taten, wie ihnen Mose gesagt hatte; und fielen des Tages vom Volk dreitausend Mann.
  23. Da sprach Mose: Füllet heute eure Hände dem HERRN, ein jeglicher an seinem Sohn und Bruder, daß heute über euch der Segen gegeben werde.
  24. Des Morgens sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan; nun will ich hinaufsteigen zu dem HERRN, ob ich vielleicht eure Sünde versöhnen möge.
  25. Als nun Mose wieder zum HERRN kam, sprach er: Ach, das Volk hat eine große Sünde getan, und sie haben sich goldene Götter gemacht.
  26. Nun vergib ihnen ihre Sünde; wo nicht, so tilge mich auch aus deinem Buch, das du geschrieben hast.
  27. Der HERR sprach zu Mose: Was? Ich will den aus meinem Buch tilgen, der an mir sündigt.
  28. So gehe nun hin und führe das Volk, dahin ich dir gesagt habe. Siehe, mein Engel soll vor dir her gehen. Ich werde ihre Sünde wohl heimsuchen, wenn meine Zeit kommt heimzusuchen.
  29. Also strafte der HERR das Volk, daß sie das Kalb hatten gemacht, welches Aaron gemacht hatte.
Der Verstoß hat den Charakter eines erneuten Sündenfalls, dem wie anfangs der Brudermord (Kain erschlug Abel) folgte (Verse 25-28).

Das Bilderverbot lautet (Exodus 20:[3-5]):

Du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifriger Gott, der da heimsucht der Väter Missetat an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied, die mich hassen;
Man soll also kein Bild vom Ewigen erschaffen. Die Textstelle Exodus 3:14 definiert genauer, was JHWH ist:
Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Ich werde sein.
Im Hebräischen gibt es in Bezug auf die Textstelle keinen Unterschied zwischen Präsens und Futur, weswegen es vier mögliche Übersetzungen gibt: Der Ewige ist der, der das Leben erschuf, der in allem ist, was ist und das sein wird und das nicht vergeht, weil es sich erhält und fortpflanzt. Etwas freier übersetzt kann man Exodus 3:14 daher auch so übersetzen:
„Ich bin das Gesetz des Lebens.“
Nur etwas Lebendiges ist ein sich selbst reproduzierendes und erhaltendes Sein. Nur etwas, das lebt ist und wird sein. Die Systemtheorie greift dieses fundamentale Prinzip, dass sich das Leben selbst Mittel zum Zweck ist als Selbstreferenz (Selbstbezüglichkeit) und autopoietische Reproduktion (Nachbildung) auf und entwickelt daraus konsequent die Theorie.

Alle Materie ist dem zweiten Hauptsatz unterworfen, nur das Leben erscheint als physikalische Anomalie oder Paradoxie. Dies ist aber eine Täuschung, weil auch ein Lebewesen stirbt und sich nur dadurch erhalten kann, dass es sich reproduziert. Sich also vom Gesetz des Lebens ein Abbild zu machen bedeutet, in etwas Totem, also in der Substanz des Bildes, das Bild von etwas Lebendigem zu erschaffen. Genau das tun wir, indem wir dem toten Geld erlauben, zu wachsen. Wir erlauben dem Geld die Reproduktion. Der Zins ist das Kind des Geldes mit demjenigen, der ihn gebiert. Der Zinssatz ist eine Wachstumsrate mit der Einheit Zeit-1.

In diesem Zusammenhang ist zu sagen, dass die altägyptische Silbe ms 'Leben geben' bedeutet und Zins! Bei den alten Sumerern heißt Mash junges Rind und Zins. Bei den alten Griechen heißt das Wort tokos junges Rind, Wehentätigkeit, Geburt (zu finden in den Worten Oxytocin, Kardiotokographie) und Zins[9]!

Es sei hier auch auf den pelasgischen Schöpfungsmythos verwiesen, nach dem Eurynome den Nordwind einfängt und ihn zwischen ihren Händen zerreibt, so dass er zur Schlange Ophion wird, mit der sie sich paart und das Weltenei gebiert.

Auch die etymologische Bedeutungen von Kain und Abel verweisen auf ein wiederkehrendes Motiv in der Bibel, das zudem den zentralen Konflikt zweier Klassen symbolisiert: Das hebräische Wort Kain ist verwandt mit dem Wort schaffen[10], und der Acker ist die Welt (Matthäus 13:38). Das hebräische Wort Abel bedeutet Atem oder (Wind-)Hauch und dem Menschen wurde das Leben durch die Nase eingehaucht:

Und Gott der HERR machte den Menschen aus einem Erdenkloß, und blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele. (Genesis 2:7)
... und wenn man sich anstrengt, dann muss man schnaufen.

Der an ein Stück Land gebundene Ackerbauer Kain erschlägt unmittelbar nach dem Sündenfall seinen als ein Viehhirt umherziehenden Bruder. Es ist denkbar, dass mit der Metapher „Kain erschlägt Abel” gemeint ist, dass infolge der einsetzenden Zinsnahme die Sesshaftigkeit aufgrund der Bindung an Eigentum wie Land und akkumulierte Güter gegenüber dem Nomadentum zu überwiegen begann. Wie zu einer Erinnerung dieses vergessenen Modus des Seins kommen sowohl Mose als auch Jesus wie Abel als Hirten daher und zogen mit ihren Anhängern wie Nomaden umher.

Nur kurze Zeit nach Verkündung der 10 Gebote erschufen die Exilanten ein Bildnis Gottes und begingen damit den Sündenfall erneut, die Substanz bestand aus dem in Ägypten geraubten Gold (Exodus 3:22 sowie Exodus 12:34). Mose ließ 3000 seiner Leute erschlagen (Exodus 32:[25-28]), sein Volk zog 40 Jahre durch die Wüste und wurde dann im Bereich des heutigen Israel sesshaft. Das goldene Kalb vereint zwei Aspekte in sich: seine Substanz ist aus Gold, besteht also aus etwas Totem, und es ist das Abbild von etwas Lebendigen. Das goldene Kalb ist also ein Verstoß gegen das Bilderverbot, weil es das Bild vom Prozess des Lebens erschafft. Nur lebendige Materie kann wachsen, tote Materie hingegen nicht.

Etwas weiter gefasst, und so sah es mutmaßlich auch Mohammed, symbolisiert das goldene Kalb das Zinsnehmen, also den Kapitalismus. Mutmaßlich deswegen heißt die längste und wichtigste Sure 2 des Korans, in der die letzten Verse ab 275 das Zinsnehmen strengstens verbieten, auch „die Kuh“.

  1. Diejenigen, die Zins verschlingen, werden nicht anders aufstehen als jemand, den der Satan durch Wahnsinn hin und her schlägt. Dies (wird sein), weil sie sagten: „Verkaufen ist das gleiche wie Zinsnehmen.“ Doch hat Allah Verkaufen erlaubt und Zinsnehmen verboten. Zu wem nun eine Ermahnung von seinem Herrn kommt, und der dann aufhört, dem soll gehören, was vergangen ist, und seine Angelegenheit steht bei Allah. Wer aber rückfällig wird, jene sind Insassen des (Höllen)feuers. Ewig werden sie darin bleiben.
  2. Dahinschwinden lassen wird Allah den Zins und vermehren die Almosen. Allah liebt niemanden, der ein beharrlicher Ungläubiger und Sünder ist.
  3. Gewiß, diejenigen, die glauben und rechtschaffene Werke tun, das Gebet verrichten und die Abgabe entrichten, die haben ihren Lohn bei ihrem Herrn, und keine Furcht soll sie überkommen, noch werden sie traurig sein.
  4. O die ihr glaubt, fürchtet Allah und laßt das sein, was an Zins(geschäften) noch übrig ist, wenn ihr gläubig seid.
  5. Wenn ihr es aber nicht tut, dann laßt euch Krieg von Allah und Seinem Gesandten ansagen! Doch wenn ihr bereut, dann steht euch euer (ausgeliehenes) Grundvermögen zu; (so) tut weder ihr Unrecht, noch wird euch Unrecht zugefügt.
  6. Und wenn er (der Schuldner) in Schwierigkeiten ist, dann sei (ihm) Aufschub (gewährt,) bis eine Erleichterung (eintritt). Und daß ihr (es) als Almosen erlaßt, ist besser für euch, wenn ihr (es) nur wißt.
  7. Und hütet euch vor einem Tag, an dem ihr zu Allah zurückgebracht werdet. Dann wird jeder Seele in vollem Maß zukommen, was sie verdient hat, und es wird ihnen kein Unrecht zugefügt.
  8. O die ihr glaubt, wenn ihr auf eine festgesetzte Frist, einer vom anderen, eine Geldschuld aufnehmt, dann schreibt es auf. Und ein Schreiber soll (es) für euch gerecht aufschreiben. Und kein Schreiber soll sich weigern zu schreiben, so wie Allah (es) ihn gelehrt hat. So soll er denn schreiben, und diktieren soll der Schuldner, und er soll Allah, seinen Herrn, fürchten und nichts davon schmälern. Wenn aber der Schuldner töricht oder schwach ist oder unfähig, selbst zu diktieren, so soll sein Sachwalter (es) gerecht diktieren. Und bringt zwei Männer von euch als Zeugen. Wenn es keine zwei Männer sein (können), dann sollen es ein Mann und zwei Frauen sein, mit denen als Zeugen ihr zufrieden seid, – damit, wenn eine von beiden sich irrt, eine die andere erinnere. Und die Zeugen sollen sich nicht weigern, wenn sie aufgefordert werden. Und seid nicht abgeneigt, es – (seien es) klein(e) oder groß(e Beträge) – mit seiner (vereinbarten) Frist aufzuschreiben! Das ist gerechter vor Allah und richtiger für das Zeugnis und eher geeignet, daß ihr nicht zweifelt; es sei denn, es ist ein sofortiger Handel, den ihr unter euch tätigt. Dann ist es keine Sünde für euch, wenn ihr es nicht aufschreibt. Und nehmt Zeugen, wenn ihr untereinander einen Verkauf abschließt. Und kein Schreiber oder Zeuge soll zu Schaden kommen. Wenn ihr (es) aber (dennoch) tut, so ist es ein Frevel von euch. Und fürchtet Allah! Und Allah lehrt euch. Allah weiß über alles Bescheid.
  9. Und wenn ihr auf einer Reise seid und keinen Schreiber findet, dann sollen Pfänder in Empfang genommen werden. Und wenn dann einer von euch dem anderen (etwas) anvertraut, so soll derjenige, dem (es) anvertraut wurde, das ihm anvertraute Pfand (wieder) aushändigen, und er soll Allah, seinen Herrn, fürchten. Und verheimlicht kein Zeugnis. Wer es aber verheimlicht, dessen Herz ist gewiß sündhaft. Und Allah weiß über das, was ihr tut, Bescheid.
  10. Allah gehört (alles), was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Und ob ihr offenlegt, was in euch selbst ist, oder es verbergt, Allah wird euch dafür zur Rechenschaft ziehen. Dann vergibt Er, wem Er will, und straft, wen Er will. Und Allah hat zu allem die Macht.
  11. Der Gesandte (Allahs) glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn (als Offenbarung) herabgesandt worden ist, und ebenso die Gläubigen; alle glauben an Allah, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten – Wir machen keinen Unterschied bei jemandem von Seinen Gesandten. Und sie sagen: „Wir hören und gehorchen. (Gewähre uns) Deine Vergebung, unser Herr! Und zu Dir ist der Ausgang.“
  12. Allah erlegt keiner Seele mehr auf, als sie zu leisten vermag. Ihr kommt (nur) zu, was sie verdient hat, und angelastet wird ihr (nur), was sie verdient hat. „Unser Herr, belange uns nicht, wenn wir (etwas) vergessen oder einen Fehler begehen. Unser Herr, lege uns keine Bürde auf, wie Du sie denjenigen vor uns auferlegt hast. Unser Herr, bürde uns nichts auf, wozu wir keine Kraft haben. Verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser! Du bist unser Schutzherr. So verhilf uns zum Sieg über das ungläubige Volk!“
Eine Strömung des Judentums, die sich strikt an das Bilderverbot hält, müsste nach dieser Interpretation das Zinsnehmen, also den Kapitalismus, ablehnen. Diese Strömung ist dann logischerweise „zinskompatibel“ zum Christentum und zum Islam.

Relative Zinsverbote in der Bibel

Nach der Textstelle Exodus 32 relativiert Mose das Bilderverbot, das absolute Zinsverbot, so dass von bestimmten Menschen Zinsen genommen werden dürfen. Um überhaupt Zinsen nehmen zu dürfen, muss das Judentum (müssen wir) die zur Hergabe des Zinses bestimmten Menschen (u.a. Fremde) diskriminieren. So finden sich in der Tora und im übrigen alten Testament für die Anwendung des Zinses folgenden Textstellen:

Exodus 22:
  1. Wenn du Silber leihst einem aus meinem Volke, dem Armen neben dir, sei gegen ihn nicht wie ein Schuldherr; legt ihm nicht Zins auf.
Leviticus 25 (Verbot des Zinsnehmens):
  1. Wenn dein Bruder neben dir verarmt und nicht mehr bestehen kann, so sollst du dich seiner annehmen wie eines Fremdlings oder Beisassen, dass er neben dir leben könne;
  2. und du sollst nicht Zinsen von ihm nehmen noch Aufschlag, sondern sollst dich vor deinem Gott fürchten, dass dein Bruder neben dir leben könne.
  3. Denn du sollst ihm dein Geld nicht auf Zinsen leihen noch Speise geben gegen Aufschlag.
  4. Ich bin der HERR, euer Gott, der euch aus Ägyptenland geführt hat, um euch das Land Kanaan zu geben und euer Gott zu sein.
Hesekiel 18:
  1. Wenn er aber einen gewalttätigen Sohn zeugt, der Blut vergießt oder eine dieser Sünden tut,
  2. während der Vater all das nicht getan hat: wenn er von den Höhenopfern isst und seines Nächsten Frau befleckt,
  3. die Armen und Elenden bedrückt, mit Gewalt etwas nimmt, das Pfand nicht zurückgibt, seine Augen zu den Götzen aufhebt und Gräuel begeht,
  4. auf Zinsen gibt und einen Aufschlag nimmt – sollte der am Leben bleiben? Er soll nicht leben, sondern weil er alle diese Gräuel getan hat, soll er des Todes sterben; seine Blutschuld komme über ihn.
Hesekiel 22:
  1. Und des HERRN Wort geschah zu mir:
  2. Du Menschenkind, willst du nicht richten die mörderische Stadt? Zeige ihr alle ihre Gräueltaten
  3. und sprich: So spricht Gott der HERR: O Stadt, die du das Blut der Deinen vergießt, damit deine Zeit komme, und die du dir Götzen machst, damit du unrein werdest!
  4. Durch das Blut, das du vergossen hast, wurdest du schuldig, und durch die Götzen, die du dir machtest, hast du dich unrein gemacht. Damit hast du deine Tage herbeigezogen und bewirkt, dass deine Jahre kommen müssen. Darum will ich dich zum Spott unter den Heiden und zum Hohn in allen Ländern machen.
  5. In der Nähe wie in der Ferne sollen sie über dich spotten; befleckt ist dein Name und groß die Verwirrung.
  6. Siehe, die Fürsten in Israel, ein jeder in dir pocht auf seine Macht, Blut zu vergießen.
  7. Vater und Mutter verachten sie, den Fremdlingen tun sie Gewalt und Unrecht an, die Witwen und Waisen bedrücken sie.
  8. Du verachtest, was mir heilig ist, und entheiligst meine Sabbate.
  9. Verleumder trachten bei dir danach, Blut zu vergießen. Sie essen von den Höhenopfern und treiben Schandtaten in deiner Mitte.
  10. Sie decken die Blöße der Väter auf und nötigen Frauen während ihrer Unreinheit.
  11. Sie treiben Gräuel mit der Frau ihres Nächsten; sie entehren ihre eigene Schwiegertochter durch Schandtat; sie tun ihren eigenen Schwestern Gewalt an, den Töchtern ihres Vaters.
  12. Sie lassen sich bestechen, um Blut zu vergießen. Du nimmst Zinsen und Aufschlag und suchst unrechten Gewinn an deinem Nächsten mit Gewalt – und mich vergisst du!, spricht Gott der HERR.
  13. Siehe, ich schlage meine Hände zusammen über den unrechten Gewinn, den du gemacht hast, und über das Blut, das in deiner Mitte vergossen ist.
  14. Meinst du aber, dein Herz kann standhalten oder deine Hände werden festbleiben zu der Zeit, wenn ich an dir handle? Ich, der HERR, habe es geredet und will's auch tun
  15. und will dich zerstreuen unter die Heiden und dich verstoßen in die Länder und will mit deiner Unreinheit ein Ende machen;
  16. und du wirst bei den Heiden als verflucht gelten. Dann wirst du erfahren, dass ich der HERR bin.

Eine ausführlichere Beschreibung der Rolle des Zinses aus Sicht von jüdischen Rabbinen findet sich in einem Artikel der jüdischen Allgemeinen vom 12.01.2012 in der Rubrik Wirtschaftsethik mit dem Titel „Geld und gute Worte - Markt, Zins und Finanzkrise aus Sicht der Rabbinen“[2] von Abraham de Wolf und Rabbinerin Elisa Klapheck.

1000 Jahre Zinsnahme in Europa

Bevor die Zinsnahme in der Folge der französichen Revolution liberalisiert wurde und sich in den im Vergleich zu heute ehemals relativ flachen pyramidialen Herrschaftssystemen durch den Aufstieg des Bürgertums im nunmehr freien Kapitalismus mehr Schichten bzw. Treppenstufen einzogen, war das gegen die Zahlung von Zinsen (im Mittelalter hießen Zinsen Steuern) übertragene Verfügungsrecht die Verfügungsgewalt über Grund und Boden, insbesondere das, Recht (Grund-) Steuern oder Zinsen einzutreiben, das Zehnt.

Der Soziologe Norbert Elias beschreibt die Fortpflanzung des kapitalistischen Grundprinzips, die Bildung hierarchischer, pyramidialer Herrschaftsstrukturen im Mittelalter Europas und den im Grundprinzip des Kapitalismus enthaltenen Konflikt um das nomische Gleichgewicht folgendermaßen, wobei die zentralisierenden Kräfte den Kontrahierungszwängen entsprechen und die dezentralisierenden Kräfte in Autonomiebestrebungen gegenüber der Zentralgewalt[7]:

Über Jahrhunderte hin zeigen sich immer wieder die gleichen Tendenzen und Figuren in dieser Herrschaftsapparatur: die jeweils vorhandenen Herren über ein Teilgebiet des Zentralherren, die Stammesherzoge oder Stammeshäuptlinge sind jederzeit der Zentralgewalt gefährlich. Erobernde Fürsten und Könige, stark als Heerführer und Schützer gegen äußere Feinde, suchen zunächst mit Erfolg dieser Gefahr im Inneren ihres Herrschaftsgebiete zu begegnen. Sie setzen nach Möglichkeit anstelle der vorhandenen Stammesfürsten ihre eigenen Vertrauten, Verwandten oder Diener, als Herrschaftsrepräsentanten über die Teilgebiete ihres Reiches.

[...]

In immer neuen Schüben schicken kriegsstarke Erobererkönige ihre Vertrauten, Verwandten, Bediensteten als Beauftragte ins Land, und in immer neuen Schüben kämpfen die Beauftragten von ehemals oder deren Nachkommen als Stammesfürsten oder Territorialherren gegen die Zentralgewalt um die Erblichkeit und die faktische Unabhängigkeit ihres Gebietes, das ursprünglich eine Art von Lehen war.
Die Könige auf der einen Seite waren gezwungen, die Verfügungsgewalt über die Teilgebiete ihrer Herrschaft an einzelne Andere zu delegieren. Der Stand der Kriegs-, Wirtschafts- und Transportorganisation ließ ihnen keine andere Wahl. Die Gesellschaft bot Ihnen keine Geldsteuerquellen von solchem Ausmaß, dass sie ein besoldetes Heer oder die delegierten Beamten auch in ferneren Gebieten durch ein Geldgehalt von sich abhängig zu halten vermocht hätten. Sie konnten Ihnen zur Besoldung, als Belohnung oder Belehnung nur Boden zuweisen, und sie mussten ihnen viel Land zuweisen, damit sie als Repräsentanten der Zentralgewalt in ihrem Gebiet auch tatsächlich mächtiger waren, als alle anderen Krieger oder Gutsherren dieses Gebiets.
Die Belehnten, die Repräsentanten der Zentralgewalt, auf der anderen Seite hielt kein Lehnseid und keine Vasallentreue von dem Kampf um die Selbständigkeit des Gebietes, über das sie verfügten, zurück, wenn sich die wechselseitige Angewiesenheit des Zentralherren und seiner ehemaligen Delegierten zu deren Gunsten verschoben hatte. Sie, die Territorialherren oder Stammesfürsten, haben das Land, über das ehemals der König zu ihren Gunsten verfügte, tatsächlich zu eigen. Sie brauchen, von bestimmten Fällen der äußeren Bedrohung abgesehen, den König nicht mehr. Sie entziehen sich seiner Gewalt. Wenn Sie ihn brauchen, wenn die Funktion des Königs als Kriegsherr in Erscheinung tritt, wird die Bewegung wieder rückläufig, und das Spiel fängt unter Umständen von Neuem an, vorausgesetzt, dass der Zentralherr im Kriege erfolgreich ist. Dann erhält er durch die Kraft und Bedrohung, die von seinem Schwert ausgeht, wieder die tatsächliche Verfügung über die Böden des ganzen Gebiets und kann eine Neuverteilung dieser Böden vornehmen. Das ist eine der stehenden Figuren oder Prozesse im Entwicklungsmechanismus der abendländischen Gesellschaft im frühen Mittelalter und, etwas modifiziert, auch noch gelegentlich in der späteren Zeit.
Auf Seite 40[8] schreibt Elias weiter:

Was im Aufbau der Gesellschaft begünstigt die Zentralisierung, hier die der Zentralisierung entgegenwirkende Kräfte?

[...]

Was den dezentralisierenden Kräften in der mittelalterlichen, besonders in der frühmittelalterlichen Gesellschaft beständig von Neuem ein Übergewicht über die zentralisierenden gab, ist nicht schwer zu sehen, und es ist von den Historikern dieser Epoche zuweilen in dieser oder jener Form hervorgehoben worden. »Die Feudalisierung der Staatenwelt« sagt z.b. Hampe bei der Darstellung des abendländischen Hochmittelalters, »zwang allenthalben die Herrscher, ihre Truppführer und Beamten mit Grundbesitz auszustatten; wollten sie darüber nicht in Armut versinken und die militärischen Gegenleistungen der Vasallen ausnutzen, so wurden sie zu kriegerischen Ausdehnungsversuchen geradezu getrieben, die sich fast zwangsläufig gegen die machtleeren Räume der Nachbarschaft richteten. Für eine Überwindung solcher Gebundenheit durch die Ausbildung des modernen Beamtentums fehlte damals vor allem die wirtschaftliche Voraussetzung.«
Diese Sätze zeigen in der Tat Implizite so gut, wie alles Wesentliche, was sich über das Zwingende jener zentrifugalen Kräfte und zugleich über die Mechanismen, in die das Königtum dieser Gesellschaft verstrickt war, sagen lässt, vorausgesetzt, dass man die »Feudalisierung« nicht als außenstehende »Ursache« aller dieser Veränderungen begreift; diese Verstrickungen: Zwang zur Ausstattung der Krieger und Beamten mit Böden, zwangsläufige Verringerung des Königsbesitzes, solange nicht neue Eroberungszüge stattfanden, Tendenz zur Schwächung der Zentralgewalt in Friedenszeiten, alles das sind Teilprozesse in dem großen Prozess der »Feudalisierung« selbst. Die angeführten setze weisen zugleich darauf hin, wie unablösbar diese spezifische Herrschaftsform und ihr Herrschaftsapparat mit einer bestimmten Wirtschaftsform verbunden war.
In dieser Beschreibung Elias' erkennt der aufmerksame Leser schon deutlich den Mechanismus der Kolonialisierung, der späteren Globalisierung: Dem Stammgebiet wurden durch Eroberungen neuer „Claims“ Stammkapital hinzugefügt, von dem die Zentralgewalt dann auch Zinsen (anfangs Kriegssteuern, dann Steuern zur Subsistenz des Verwaltungsapparats) nahm. In der Kolonialzeit und in der Globalisierung wurden die Zinsen über den sog. „freien“, in Wahrheit jedoch erzwungenen und (Kontrahierungs) Zwänge vermittelnden Handel (die unsichtbare Hand) von den Akkumulationsgebieten der Zollunion erpresst.

Das Thema des Zinses und seiner sozialen Wirkung ist historisch bedingt äußerst heikel, da es zuletzt in vollem Umfang von den Nationalsozialisten Anfang des 20. Jahrhunderts untersucht und teilweise an das Licht der Öffentlichkeit gebracht wurde. Mit Aussagen zur Wirkung des Zinses wiederholt man nur allzuleicht Aussagen z.B. des NS-Ökonomens Gottfried Feder von 1919 in „Aufruf zu Brechung der Zins-Knechtschaft!“[3] und wird deswegen und trotz einer sachlich geführten Diskussion schnell als antisemitisch diffamiert. Angesichts der mittlerweile unübersehbaren Auswirkungen des Zinses erscheint es mir jedoch äußerst schwierig, keine Bewertung des Zinses vorzunehmen und auch ein Blick auf die Zinskritik insbesondere des jüdischen Propheten Hesekiels beweist, dass Zinskritik nicht antisemitisch ist.

Phasen des Kapitalismus

Wie die Urzeit des Kapitalismus genau ablief, bevor die Menschen verstanden, diesen gewaltigen Prozess zu kontrollieren, ist in der Bibel mit der Metapher des Turmbaus zu Babel beschrieben. Wir bauen nach fast 6.000 Jahren Kapitalismus immer noch solche Türme, und immer noch brechen sie ständig (sobald sie stehen) zusammen. Sie werden immer größer, und mit immer lauterem Getöse brechen sie zusammen, zuletzt 1789, 1914-1918, 1939-1945, und nun wieder 2017?

Motiv und Metapher des Turmbaus zu Babel von Gustave Doré (1832–1883).
  1. Urkommunismus, Natural(tausch)wirtschaft, Subsistenzwirtschaft,
  2. Sündenfall (Beginn der Zinsnahme des Menschen vom Menschen) und Entstehung der Ursekte der Menschheit: die (kapitalistische) Zivilisation
  3. Ur/Anarcho-Kapitalismus: Turmbau zu Babel, Sodom und Gomorra
  4. Entwicklung und Erlernen der Kontrolle des Prozesses
    • Monotheismus
    • Entwicklung des Schuldrechts
    • erste permanente Über-Ich Strukturen: 10 Gebote, Psycho-Immun-Abwehr gegen die Angriffe des Kapitals
    • erste Staatsstrukturen
  5. soziale Marktwirtschaft
  6. erste lokale Monopol-Bildungen unter demokratischer und geistlicher Kontrolle (Saul-David), die Hohepriester des kapitalistischen Wirtschaftsprozesses sind heute die Ökonomen. Ihr heimliche Religion ist die Umkehr (Perversion) des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik. Ihre Arbeit besteht in der möglichst sozialverträglichen Gestaltung des im Kern asozialen kapitalistischen Prozesses.
  7. Finanz/Wirtschafts-Diktatur
  8. Finanz/Wirtschafts-Feudalismus und Finanz/Wirtschafts-Fürstentümer
  9. Ein-Herrschaft Monarchie, totales Monopol, Zaren- und Kaisertum (Salomon)
  10. Apokalypse und dann
Der Zyklus der Staatsformen. Der (kapitalistische) Zeitfluss verläuft entgegen dem Uhrzeigersinn.

Betrachtet man eine Weltkarte mit Währungsräumen, dem Zinsniveau, dem NETTO-Privatvermögen und der Staatsverschuldung (für die Bestimmung der Phase), dann bekommt man einen Überblick über die monetären Kraftfelder im Netzwerk der globalen Wirtschaft.

Anscheinend lassen sich die sog. BRICS-Staaten, vorneweg Russland nicht auf dem Weg des Kapitalismus in Richtung einer eigenen Apokalypse beirren. Russland entwickelt sich gemäß der bisherigen Stadien und Phasen des Kapitalismus in einen Monarchie zurück. Die Russen müssen selbst wissen, wann sie wieder bei 1917 angekommen sind und den „Neo-Zaren Putin“ stürzen. Man kann sie weder zwingen noch sind sie anscheinend gewillt der Vernunft der Elmau-G7 zu folgen.

Gegenwart: Die Rezeption des Kapitalismus und die seiner einzigen Alternative in Wissenschaft und Praxis

In 2017 haben die reichsten und wohlhabendsten Länder der Welt einen volkswirtschaftlichen Zustand sehr niedriger Zinsen erreicht. In den Ländern der ersten Welt spricht von der Krise des Kapitalismus als einer „säkularen Stagnation aufgrund eines weltweiten Überhangs an Ersparnissen“ auch Sparschwemme, weswegen die Volkswirtschaften der sog. „1. Welt“ bereits negative Geld-Markt Zinsen auf ihren Geld-Märkten entwickeln. Die übrigen Länder, darunter auch muslimische Länder, „verharren“ noch im Kapitalismus.
Der Geldmarktzins ist der fundamentalste aller ökonomischen Parameter. In „orthodoxen Lehrbüchern” über Geldtheorie liest man, dass es „unmöglich“ sei, etwas am Zinsvorzeichen zu ändern und dass der Zinssatz im Gleichgewicht immer positiv sein müsse[4]. Zu den Nominalzinsen heißt es:

Die Nicht-Negativität des nominalen Zinssatzes. Wir wollen nun der Frage nachgehen, welche Beziehung im Gleichgewicht zwischen der Verzinsung festverzinslicher Wertpapiere und der Eigenverzinsung des Geldes besteht. Wir haben in unserem Modell nicht ausgeschlossen, dass sich die Haushalte zum Zins-Satz Rt verschulden können, d.h. dass bt negativ werden kann (Leih-Kapital, Kredit). Wenn nun dieser Zinssatz Rt kleiner als die Eigenverzinsung des Geldes wäre, dann wäre die Nachfrage nach Geld unbegrenzt. Die Haushalte hätten einen Anreiz, sich zum Zinssatz Rt zu verschulden, Geld zu halten und die Verzinsung des Geldes Rmt abzüglich Rt als Gewinn zu erzielen. Ein Gleichgewicht kann nur zustande kommen, wenn die Geld-Haltung tatsächlich mit Opportunitätskosten verbunden ist, d.h. wenn Rt Rmt Daraus folgt unter Verwendung der Beziehung zwischen Eigenverzinsung des Geldes und Inflationsrate: Rt - πt+1 bzw. Rt + πt+1 = it 0 Im Gleichgewicht muss der nominale Zinssatz immer nicht-negativ sein.
In dem Text sind Rt der Realzins (also die Entwicklung der Kaufkraft des Geldes), πt die Inflations-Rate und it der nominale Sparzins. Die Ungleichung leitet sich aus der sog. Fisher-Gleichung ab und besagt, dass die Sparzinsen im Gleichgewicht immer mindestens die Inflation ausgleichen „müssen“. Die ganze „linke Hälfte der Ökonomie“ soll also ausgeschlossen sein.

Diesem Zitat aus einem Lehrbuch über Geldpolitik, wie auch vielen Pressemeldungen[5] z.B.

Tiefer als null, sind Ökonomen überzeugt, können Leitzinsen nicht fallen. Prominente Forscher stellen dieses Dogma jetzt Frage. Negative Leitzinsen seien sehr wohl möglich, betont Harvard-Professor Greg Mankiw. Die konkreten Vorschläge wirken auf auf den ersten Blick bizarr. Sie würden die Mechanismen der Bankenwelt komplett verändern.
ist zu entnehmen, dass es nach gängiger Lehrmeinung keine Ökonomie basierend auf negativen Nominalzinsen geben könne. Dass jedoch die fundamentalsten Naturgesetze (insb. die ersten beiden Hauptsätze der Thermodynamik) unmittelbar den natürlichen negativen Zins beschreiben und dass die gesamte Natur nach dieser „Spielregel“ funktioniert, wird völlig unberücksichtigt gelassen.

Die europäische Zentralbank unter der Führung Mario Draghis richtet sich mit ihrer Geldpolitik hingegen klar gegen die orthodoxe Lehrmeinung. So heißt es in einer Pressemitteilung des EZB Rats[6], wie auch auf explizite Nachfrage von Vertretern der Presse:

Presse-Mitteilung, EZB-Rat zu geld-politischen Beschlüssen, 27. April 2017:
„Auf der heutigen Sitzung hat der EZB-Rat beschlossen, den Zinssatz für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte sowie die Zinssätze für die Spitzenrefinanzierungsfazilität und die Einlagefazilität unverändert bei 0,00 %, 0,25 % bzw. -0,40 % zu belassen. Der EZB-Rat geht weiterhin davon aus, dass die EZB-Leitzinsen für längere Zeit und weit über den Zeithorizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau bleiben werden.

Was die geldpolitischen Maßnahmen betrifft, so bestätigt der EZB-Rat, dass der Nettoerwerb von Vermögenswerten, im neuen Umfang von monatlich 60 Mrd Euro, bis Ende Dezember 2017 oder erforderlichenfalls darüber hinaus erfolgen soll und in jedem Fall so lange, bis der EZB-Rat eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung erkennt, die mit seinem Inflationsziel im Einklang steht.

Der Nettoerwerb von Vermögenswerten wird parallel zur Reinvestition der Tilgungszahlungen für im Rahmen des Programms zum Ankauf von Vermögenswerten erworbene und fällig werdende Wertpapiere durchgeführt.

Sollte sich der Ausblick eintrüben oder sollten die Finanzierungsbedingungen nicht mehr mit einem weiteren Fortschritt hin zu einer nachhaltigen Korrektur der Inflationsentwicklung im Einklang stehen, so ist der EZB-Rat bereit, das Programm im Hinblick auf Umfang und/oder Dauer auszuweiten.“
Wie die letzte Aussage der EZB Rates belegt, kommen wir also in eine sozio-ökonomische Phase, in der sowohl Spar- als auch Kreditzinsen negativ werden und für die es weder Lehrbücher noch Lehrinhalte noch Erfahrung gibt. Es wäre jedoch pure Heuchelei zu behaupten, diese Lösung wäre irgendeine fantastische Erfindung der Neuzeit. Seit über 2.000 Jahren kennen wir die Alternative zum Kapitalismus, die jedoch bisher nicht realisiert werden konnte. Heute ist das anders, und es geht auch gar nicht anders, sonst stirbt der Wirtsprozess, der die kapitalistische Menschheit beherbergt.

Referenzen / Einzelnachweise