Zinsbetragsflüsse und Zins-Mechanismus beim Geldverleih

Als Zins-Mechanismus bezeichne ich hier einen Prozess, bei dem ein Geldbetrag, der einem Geldverleiher (Leihgeber) gehört, durch ein Vertragsverhältnis mit einer universellen Vertragspartner (Bank) nach einer bestimmten Zeit um einen im Vertrag festgelegten Differenz-Betrag (Zinsertrag) vermehrt wird. Durch den Vertrag und unter der Bedingung, dass der Vertrag eingehalten wird (Kontrahierung), wird der Zinsertrag am Ende der Laufzeit von der Bank dem Geldverleiher gutgeschrieben. Spar Vertrag Der Zinsertrag ist proportional zum ausgeliehenen Geldbetrag (Leihbetrag) und zum Zinssatz. Um in der Diskussion die Identifikation mit realen Rollen in einer Finanzwirtschaft zu vermeiden wird der Eigentümer des Geldbetrags (vor der Vertragsschließung) als Leihgeber und sein Vertragspartner, welcher für den Leihgeber vordergründig die Bank ist, als Leihnehmer bezeichnet.

Wenn der vertraglich vereinbarte Zinssatz positiv ist, ist der Leihnehmer am Ende der Vertragslaufzeit verpflichtet, den Zinsbetrag an den Leihgeber zu zahlen. Ist der Leihnehmer eine Bank, so muss die Bank irgendwoher diesen Geldbetrag nehmen und da die Bank nicht Teil der Realwirtschaft ist, sondern im Wesentlichen lediglich Informationen verwaltet, tritt sie also gegenüber einem weiteren Vertragspartner als Leihgeber auf und nimmt aus diesem Vertragsverhältnis letztlich den an den Eigentümer zu zahlenden Zinsbetrag. Kredit Vertrag Damit die Bank die Verwaltungskosten (Transaktionskosten) decken kann, muss der Zinssatz für das von der Bank als Leihgeber verliehene Geld größer sein als der für das von der Bank als Leihnehmer vom Eigentümer geliehene. Letztlich steht die Bank zwischen einem Leihgeber und einem Leihnehmer, unterhält zwei Verträge mit komplementären Vertragsseiten (jeweils umgekehrt Leihgeber und -nehmer). Die Funktion der Bank ist also wie etwa die eines Katalysators: Sie stellt eine Oberfläche (eine Schnittstelle) dar, an der es zur Bildung einer vertraglichen Beziehung, einer Bindung, zwischen einem Leihgeber und einem Leihnehmer kommen kann (Reaktionsbildung).

Bank als Katalysator
Vollständig betrachtet ist die Bank eine Struktur, die von der Zinsdifferenz Δz = zK - zS die sich aus den Zinsen des Spar/Investitionsvertrags zS und des Kreditvertrags zKergibt, finanziert wird. Wichtig zu verstehen ist, dass in einem Finanzsystem mit positivem Zinsatz z bei Einhaltung der Verträge (bzw. des Vertrags) der Leihnehmer für ein geliehenes Geld G den Zinsbetrag Z = G · z an den Leihgeber zu zahlen hat. Wenn eine Bank zwischengeschaltet ist, dann bestimmt das Verhältnis des Zinssatzes im Kreditvertrag zK zum Zinssatz im Spar- bzw. Investitionsvertrag zS wer die Dienstleistung der Bank bezahlt.
zK > zS Leihnehmer bezahlt Bank
zK = zS Bank zahlt
Wer die Bank bezahlt, muss von der Bank nicht mitgeteilt werden. Eine Bank, die Sparverträge zu bestimmten Zinsen anbietet, muss der Einlage G entsprechend viele Kreditnehmer aquirieren, um den Leihgebern die Zinsen zahlen zu können und die eigenen Kosten zu begleichen.

Im Prinzip bewahrt die Bank nur Informationen auf und generiert durch diese Dienstleistung Einnahmen, die in einer Ökonomie für gewöhnlich die Leihnehmer zu bezahlen haben. Denkbar ist daher, dass Geldkapitaleigentümer ihr Geld direkt an einen Kreditnehmer verleihen. Allerdings müssen Sie dann die gesamte Abwicklung des Vertrages auch selbst übernehmen. Die dazugehörige einfachste Vertragsstruktur ist in der folgenden Grafik dargestellt. Investitionsvertrag Bei dieser Konstellation gibt keine Station zwischen den Vertragspartnern, die zusätzliche Kosten in Rechnung stellt. Denkbar ist jedoch, dass der Leihgeber selbst die Kosten für die Verwaltung bzw. Abwicklung des Kreditvertrags durch einen Gebühr in Rechnung stellt, die dann auch effektiv den Zins für den Leihnehmer erhöht.

Rechnet man die Geldströme die Flussrichtung berücksichtigend zusammen, so ergibt sich die Feststellung, dass bei positivem Zins und eingehaltenen Verträgen eine Umverteilung von Vermögen in Höhe des Zinsbetrages statt findet.

NETTO Geldflüsse
Gleichgültig, ob dabei eine Bank zwischen geschaltet ist, oder nicht, fließt der Zinsbetrag bei positivem Zins vom NETTO-Leihnehmer zum NETTO-Leihgeber. Nun kann man sich vorstellen, dass für einen Leihgeber mit großem Leihbetrag die Verwaltung der Leihnehmer aufwändig ist. Die darin anfallenden Aufgaben werden auch von Banken übernommen und werden hier im folgenden analysiert.