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Chronik-Einträge am 17.01.2023

(gesamte Chronik)
17. Januar 2023, 14:24:43
Zur orthodoxen[+] Inflationstheorie[+]

Wie die folgende Suche nach 'Inflation' und 'Ketchup-Flasche' zeigt, behauptet nach-wie-vor ein signifikanter Anteil Ökonomen, dass die gegenwärtige Inflation[+] durch die Geldmengenausweitung[+] der Zentralbank[+] verursacht sei. Die Grafik unten zeigt die Bilanzsumme[+] der EZB[+] und die Kerninflation[+] im €-Raum seit der Jahrtausendwende. Man erkennt, dass es zwei Bilanzsummenausweitungsschübe[+] gab, einen zur Bewältigung der €-Krise als Folge der Subprime-Krise[+] in den USA und den zweiten ab April 2015. Die zweite Kurve zeigt die Kerninflation[+]. Es ist noch nicht einmal eine Korrelation zwischen den beiden Größen erkennbar. Die irrlichtigen Ökonomen bleiben auch sonst den Nachweis schuldig, wie das zusätzliche Geld massenweise nachfragewirksam geworden ist.
EZB[+]-Bilanzsumme[+] und Kerninflation[+] seit der Jahrtausendwende.
Oxfam berichtet konsistent, dass in den Pandemiejahren das reichste Prozent der Weltbevölkerung fast die Hälfte des gesamten, auch durch die Schulden aus dem Nichts geschaffenen nominalen Vermögenszuwächse bezog, während den übrigen 99 % die andere Hälfte blieb.
Die Engel verkünden es. Die Ungleichheit wächst[+] weiter. Die Geldmengenausweitung[+] ist also hauptsächlich den Reichen zugute gekommen. Erkläre mir doch bitte jemand, warum es hilft, dass die Reichen wieder mehr Zinsen[+] kassieren dürfen.
Damit ist klar: Das aus dem Nichts geschaffene Geld ist in den Taschen der reichen Minderheit gelandet und kann also jetzt nicht massenhaft nachfragewirksam geworden sein. Die zusätzlichen Vermögen sind zusätzliche potenzielle Nachfrage. Bei steigenden Zinsen[+] ist es jedoch unwahrscheinlich, dass es die Taschen der Geldvermögenden verlässt und den Produzenten im Austausch mit Gütern zukommt, so dass die Löhne steigen.

An der Grafik erkennt man auch noch etwas anderes: Es gab bis zu Kriegsbeginn einen Jahrzehnte langen deflationären Trend. Ich behaupte, dass dieser Trend durch die Geldpolitik[+] positiver Zinsen[+] vor 2012 verursacht ist, denn solange Zinsen[+] positiv sind, wird der breiten Bevölkerungsmasse Kaufkraft gestohlen, Eintrag vom 23.04.2021.

Die deflationäre Tendenz ist ein sicheres Zeichen dafür, dass das Monopoly-Spiel am Ende ist. Die gegenwärtige Geldpolitik[+] kommt daher einer monetären Vergewaltigung der Gesamtbevölkerung durch die Zinsforderungen[+] der Reichen gleich.

Wehe, wehe, wenn ich auf das Ende sehe!

#Zinsen[+] #Geldpolitik[+] #Ungleichheit
17. Januar 2023, 13:46:17
Scala mobile

Joachim Nagel irrt (Spiegel-Artikel ohne Bezahlwand). Nachdem die exogenen Inflationsursachen[+] langsam abklingen – die Energiepreise sinken und sind teilweise auf Vorkriegsniveau – ist die gegenwärtige Inflation[+] bestimmt von den Reaktionen auf den Kostenschock: die Zentralbanken[+] erhöhen die Kosten für die Verfügungsrechte[+] an Fremdkapital und die Gewerkschaften erhöhen die Kosten für die Verfügungsrechte[+] an Arbeitskraft[+].

Fremdkapitalkosten und Löhne treiben gegewärtig die Inflation[+]. Arbeitende[+] können nicht auf Inflationsausgleich[+] verzichten, weil sie keine Rücklagen haben. Sparern hingegen ist es zuzumuten, dass sie keine Zinsen[+] erhalten oder sogar Zinsen[+] zahlen, denn sie haben ja bereits Rücklagen.

So wie es hingegen jetzt läuft, bekommen wir eine Anpassung des Wertesystems nach dem Modell[+] 'Scala mobile', wie es Hans-Werner Sinn[+] nennt.

Wie schaltet man die Rolltreppe ins Nichts aus? Die Zinsen[+] müssen unter Null sinken, denn dann werden auch die Preise des Warenkorbs[+] sinken und der Arbeitskampf[+] kann ausbleiben.

#Geldpolitik[+] #Zinsen[+] #Inflation[+]

Bundesbank[+]-Präsident Joachim Nagel: Preisstabilität wichtiger als Verluste; In den vergangenen Monaten haben EZB und nationale Notenbanken bereits vor Verlusten gewarnt. Auch wenn kräftig steigende Zinsen die Bilanzen belasteten, sagt Bundesbankchef Nagel, sei der Anti-Inflationskurs richtig.

Querverweise auf 'Chronik-Einträge am 17.01.2023'

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