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Chronik-Einträge am 20.11.2022

(gesamte Chronik)
20. November 2022, 15:16:42
Einige Vor- und Nachteile der Folgen der Neolithischen Revolution

Wenn man sich bewusst darüber ist, welche sozioökonomische Mechanik die positiven Zinsen[+] ergeben, dann erschließt sich, wie der Anfang des Zivilisationsprozesses vermutlich ablief.

Das Zinsnehmen[+] bewirkt sogenannte Kontrahierungszwänge[+], die sich im Sozialen als Tendenz zur Zusammenballung von Menschenmassen darstellen. Wie es das Bildnis des Turmbaus zu Babel beschreibt, sind die ersten Städte das sichtbarste Zeichen der Veränderungen, die sich infolge des einsetzenden Zivilisationsprozesses ereigneten.

Auf der Seite der Vorteile der Neolithischen Revolution finden wir 1. Kontrolle über die Nahrungsgrundlage durch Abkehr vom Sammeln und Jagen und Zuwendung an Ackerbau und Viehzucht – Kain (bedeutet Gewinn) war Ackerbauer, Abel (Abel heißt Windhauch) war Viehzüchter –, infolgedessen 2. Bevölkerungswachstum, das auch dadurch verursacht wurde, dass immer mehr Menschen von immer weiter weg her in den wachsenden[+] Austauschs- und Vertragszusammenhang von Menschen einbezogen wurden, um Zinsschulden[+] bezahlen zu können, die notwendigerweise immer von den Akkumulationszentren[+] weg nach außen abgeleitet wurden und werden, und dann entsprechend 3. die Bildung erster befestigter Gebäude, Siedlungen und Städte, z.B. Uruk.

Auf der Seite der Nachteile finden wir 1. eine Verletzlichkeit gegenüber der Umwelt, was zur Errichtung von Befestigungsanlagen führte und 2. die Ausbreitung von Krankheiten, weil Menschen in größeren Gruppen zusammenlebten, in denen sich Krankheiten viel schneller ausbreiten konnten als in den sehr viel kleineren Gruppenzusammenhängen der ursprünglichen Stammesgesellschaften von typischerweise 30 Individuen.

So etwas wie eine Pandemie gibt es also, weil es die Zivilisation gibt, denn die Bevölkerungsdichte ist so hoch, dass sich diese Krankheiten leicht ausbreiten können.

Was hier nicht erwähnt wird, ist die Entstehung des Monotheismus. Ich halte die erste und ursprüngliche Bedeutung von Gott für die Projektion der Akkumulationswirkung[+] der Zinsen[+]. (Der ursprüngliche) Gott versammelte die Menschen und brachte sie in einen Zusammenhang und erzwang Hingabe an ihn. Erst 700 Jahre vor Christus[+] beginnt innerhalb des Judentums die Auseinandersetzung mit diesem Gottesbegriff durch die Propheten, allen voran Jesaja, Jeremia und Daniel, und wird der lebendige Gott vom toten Gott (Götze) geschieden, z.B. bei Jesaja 44.

Der Gottesbegriff begann also seine Karriere als Mammon, als das sozioökonomische Korrelat des Zinsnehmens[+].
20. November 2022, 11:29:53
Von den Anfängen

Das Faszinierende (das Fesselnde) an der Wahrheit ist, dass sie überall dort Anschluss findet, wo (nach wissenschaftlichen Methoden) systematische Untersuchungen von Kausalzusammenhängen angestellt werden.

Aus der Untersuchung des Mechanismus' der Zinsen[+] ergibt sich beispielsweise, dass es irgendwann den Moment gegeben haben muss, in dem die ersten Menschen diesen Mechanismus bestehend aus 1. Eigentum[+], 2. Zinsnehmen[+] und 3. pacta sunt servanda[+] (Verträge sind einzuhalten) erkannten und etablierten.

Eigentum[+] und Besitz[+] wurden vor ca. 6.000-13.000 Jahren getrennt, so dass es fortan zwei Klassen gab, die kleinere Klasse der Eigentümer[+] und nicht selbst Besitzenden[+] und Nutzenden[+] und die größere Klasse der Besitzenden[+] und Nutzenden[+] aber nichts Habenden. Die Eigentümer[+] (heute Sparer, Vermieter, Grundherren, ..., Gläubiger und Leihgeber im Allgemeinen) beziehen seit dem ihr Einkommen aus dem Arbeitsprodukt[+] der Besitzer[+] (Kreditnehmer, Mieter, Pächter, ..., Schuldner und Leihnehmer im Allgemeinen).

Das Eigentum[+] wurde zusammen mit dem Zinsnehmen[+] die treibende Kraft des Zivilisationsprozesses.

Im folgenden TED Talk geht es um die Anfänge des Zivilisationsprozesses. Ich wünsche viel Vergnügen beim Verknüpfen und einen schönen Sonntag.
20. November 2022, 10:50:01
Abschlusserklärung COP27, Ägypten 2022.

Wenn man auf die Landkarte blickt, dann findet man kein einziges Land, das keinen Kapitalismus[+] in irgendeiner Form betreibt. Alle Länder nehmen Zinsen[+]. Die nationalen Volkswirtschaften mühen sich ab, um mit dem Zinsnehmen[+] immer mehr von der Masse heranzuzüchten, die wir das Kapital nennen, zinstragendes oder zinsträchtiges Eigentum[+]. Im Ergebnis befinden sich die Volkswirtschaften wie Schleimpilze in einem gnadenlosen Wettbewerb, bei dem die Großen die Kleinen verschlingen und bei dem der oberste Zweck[+] die (nach innen gerichtete) Akkumulation[+] ist und nicht etwa die Hingabe an die Umwelt.

Ein signifikanter Anteil der Arbeitskraft[+] wird dadurch verschwendet, dass mehr von der Masse herangezüchtet wird, die letztlich eine Forderung gegenüber der Umwelt sind. NETTO nimmt der Zivilsationsmensch so immer mehr von seiner Umwelt.

Um ein Maß für die Vergeudung von bundesdeutscher Arbeitskraft[+] zu finden, betrachte man die 8 Billionen € privater Geldvermögen und nehme dafür eine Rendite von 3 % an, was 240 Milliarden € Rendite (darunter Zinsen[+]) ergibt. Bei einem durchschnittlichen Stundenlohn von 20 €[1] ergeben sich daraus 12 Milliarden Arbeitsstunden[+]. Bei 42 Millionen Erwerbstätigen sind das etwa 285 Arbeitsstunden[+] oder 7 Wochen im Jahr, die Arbeitende[+] damit verbringen, die Zinsen[+] relativ Vermögenderer zu tilgen. In diesen 7 Wochen wird nicht für die Umwelt gearbeitet, sondern für das Kapital.

Welchen Sinn hat die Vergeudung von Arbeitskraft[+] in einer Zeit[+], in der sich möglichst schnell sehr viel ändern muss? In sieben Wochen bekommt man bei - 3 % Rendite ("minus drei Prozent") doch so das ein oder andere Haus gedämmt, die ein oder andere Wärmepumpe errichtet oder eine Biogas-Anlage im Garten.

Her mit den Negativzinsen!

Referenzen / Einzelnachweise

Querverweise auf 'Chronik-Einträge am 20.11.2022'

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