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Chronik-Einträge am 18.07.2022

(gesamte Chronik)
18. Juli 2022, 07:37:47
Zwei Reiterinnen der Apokalypse

Es sind sehr unangenehme Gefühle, die ich durchlebe, wenn ich mir diese SWR[+]-Marktcheck-Sendung anschaue. Sie bewegen zwischen in einem hochdimensionalen Raum zwischen Fassungslosigkeit, Erstaunen, Abscheu, Verärgerung und einer gewissen Ironie in Gewissheit, dass es Karma gibt. Man wird diese zwei Frauen für ihre Ratschläge verantwortlich machen sich jetzt noch schnell niedrige Schuldzinsen zu sichern, weil die Zinsen[+] weiter steigen würden. Die Zwei haben wohl noch nichts davon gehört, wie die Immobilienkrise 2007/2008 in den USA entstanden ist, obwohl sie dazu raten, sich über die Anschlussfinanzierung Gedanken zu machen.

Ich zähle einige Fakten auf, die diese zwei Nutznießerinnen den Gebührenzahlern verschweigen[+]:
  1. Nur ein sehr geringer Teil der Sparer, nämlich nur die reichsten, profitieren von steigenden Zinsen[+]. Alle anderen zahlen über ihren Konsum und die Steuerabgaben sowie im Verkauf ihrer Arbeitskraft[+] insgesamt mehr Zinsen[+] als sie an Sparzinsen erhalten. Dieses Faktum ist erst erkennbar, wenn man den Geldkreislauf vestanden hat. Hier ist ein einfaches Modell, das zwar die Steuern in der Betrachtung weglässt, dessen Aussage aber grundsätzlich stimmt.
  2. Wir steuern auf einen neuen Kollaps des Kreditgeschäfts wegen platzender (Immobilien) Blasen zu. Es gibt zwar eine Einlagensicherung, so dass Kleinstsparer geschützt sind, doch die Zocker gehen gerade sehr hohe, immer weiter steigende Risiken ein. Auch die Euro-Krise wird eine Neuauflage bekommen. In Italien fängt es an. Es werden also aufgrund der steigenden Zinsen[+], die diese zwei ahnunglosen oder korrupten Damen mit verursachen, indem sie die Kreditnachfrage anheizen, Anleger ihr Geld verlieren. Welche Anleger das sind, ist sehr schwieirg vorher zusagen.
  3. Die zwei Damen verletzen ihre Pflichten nach dem Auftrag im Medienstaatsvertrag. Sie berichten nicht objektiv, weil sie nicht über alle Folgen der steigenden Zinsen[+] aufklären, was eigentlich ihr Auftrag ist. Wie werden sich z.B. die Löhne entwickeln, die Staatsschulden und das politische Projekt Europa, wenn wieder stärker von den Fleißigen zu den Reichen umverteilt wird? Welche Auswirkungen wird die weitere Zunahme der Ungleichheit und die Zuspitzung ökonomischer und sozialer Prekariate auf das Gesellschaftsklima haben? Wie werden sich extremistische politische Bewegungen entwickeln? usw.
Jetzt wird es gefährlich. Beschäftigen Sie sich bitte mit dem Geldsystem und erkennen Sie, an was für einer Weggabelung wir uns befinden.
18. Juli 2022, 06:50:22
Aus aktuellem Anlass zeige ich hier erneut mein YouTube Video, in dem ich im Fall von öffentlichen Äußerungen von Sahra Wagenknecht, Gregor Gysi Fabio De Masi nachweise, dass nach-wie-vor führende Politiker der Partei die LINKE[+] unter falscher Flagge segeln und die Partei in die Irre führen. Es sind Kapitalisten. Kein Wunder, dass man die Linkspartei nicht ernst nehmen kann. Auch die neue Führung thematisiert nicht den zentralen Wirkmechanismus des Kapitalismus[+], den Zinsmechanismus[+], weil sie betriebsblind oder korrumpiert ist.
18. Juli 2022, 00:08:17
Mit einiger Genugtuung stelle ich fest, dass auch Andere der Ansicht sind, dass der Kurs des Finanzministers Christian[+] Lindner gefährlich ist, vgl. 'Aktuelles'-Eintrag vom 21.02.2022. Der Mann versucht etwas bei steigenden Zinsen[+] und abwertender Währung völlig Unmögliches: Er will in der Not an Staatsausgaben sparen, keine neuen Schulden machen und aber auch keine neuen Steuern erheben oder Steuern erhöhen. Eins ist völlig klar: Nicht der Sozialstaat wird brechen, sondern der kranke Wille! Christian[+] Lindners Wille kann nur unter einer Bedingung überleben: Die Zinsen[+] müssen weiter sinken und die Ausweichbewegung (s.u.) muss in den Griff bekommen werden. Das wäre dann vor allem seine Aufgabe, für die er aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu haben ist.
Ich habe das obige Video wie folgt kommentiert:
Auch hier die Frage:

Wenn der Mindestreservesatz[+] auf 100% angehoben, eine Umlaufsicherung[+] eingeführt, z.b ein Bargeldverbot oder elektronisch abzinsbares Bargeld, und dann schließlich die Zinsen[+] weiter ins Negative abgesenkt werden, sodass negative Kreditzinsen entstehen, was sind dann die Effekte auf die Höhe der Löhne, die Mieten und Pachten, die Konsumgüterpreise, die Inflation[+], das Steueraufkommen und die Höhe der Steuersätze?

Welche Wirkung hat es auf Wechselkurse?

Wie bekommt man die Ausweichbewegung in den Griff, die dann zu einer Verlagerung von Vermögen in Vermögensanlagegüter wie Immobilien, Kryptowährungen und Edelmetallen führt?

Ich plädiere dann für eine Ausweitung des Vorkaufsrechts von Mietern in Bezug auf den gemieteten Wohnraum sowie für eine Bodensteuerreform.

Ich denke, dass wir keine andere Wahl haben als diesen Weg zu begehen.

Diese Situation hat sich bisher immer nur in einer Katastrophe entladen. Es muss dieses Mal anders laufen.

Querverweise auf 'Chronik-Einträge am 18.07.2022'

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