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Chronik-Einträge am 09.06.2022

(gesamte Chronik)
09. Juni 2022, 16:33:37
Der folgende Artikel auf n-tv ist vom 1. Juni, aber immer noch aktuell. Darin werden einige der Folgen eines Zinsanstiegs[+] genannt, aber Weitem nicht alle.

n-tv NACHRICHTEN: Warum eine Zinserh[+]öhung kein Grund zum Jubeln ist: Die hohe Inflation[+] zwingt die EZB[+] zur Kurskorrektur. Im Juli wird sie die Zinswende[+] einleiten. Der Schritt ist überfällig - birgt jedoch Risiken.; Schlüsselworte: Wirtschaft, Christine Lagarde[+], EZB[+], Inflation[+], Zinsentscheidungen[+], Zinsen[+]; Copyright: n-tv Nachrichten.
Ich nenne einige Zitate aus dem Text:
So unvermeidlich die Zinswende[+] ist, sie kann zu unerfreulichen Nebenwirkungen führen. Dass die EZB[+] eine Zinserh[+]öhung so lange wie möglich herausgezögert hat, war ja nicht grundlos.

[...]

Hinzu kommt: Höhere Zinsen[+] würden die Gründe für die anziehende Inflation[+] nicht bekämpfen. Sie sorgen weder für funktionierende Lieferketten, noch verbilligen sie Öl.

[...]

An dem Argument, dass Zinserh[+]öhungen nicht gegen diese Angebotsschocks helfen, hat sich nichts geändert. Allerdings steigen die Preise jetzt auf breiter Front. Die EZB[+] sieht sich deshalb zum Handeln gezwungen.

[...]

Zinserh[+]öhungen sind das klassische Mittel[+] gegen Inflation[+]. Sie dämpfen die Preise, indem sie das Wirtschaftswachstum bremsen. Und das ist das Problem mit diesem Werkzeug: Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage geht zurück, weil Kredite teurer werden und Sparen attraktiver wird. Unternehmen investieren weniger, Konsumenten geben weniger Geld aus. Das bremst die Konjunktur[+] und sorgt tendenziell für höhere Arbeitslosigkeit[+]. "Es ist ein bisschen so, als würde man (in Zeitlupe[+]) mit einem Hammer auf die gesamte Wirtschaft hauen", drückt das der Thinktank "Dezernat Zukunft" aus.

Höhere Zinsen[+] sind nicht nur keine filigrane Methode, um Inflation[+] zu bekämpfen. Sie wirken auch in verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterschiedlich. Tendenziell führen sie zu Jobverlusten, es wird deshalb schwieriger, höhere Löhne durchzusetzen. Das gilt besonders für Arbeitnehmer[+] mit befristeten Verträgen oder für Geringqualifizierte. Etwa in Pflegeberufen, bei Lieferdiensten oder in der Fleischindustrie können Unternehmen so leichter geringere Löhne durchsetzen.

Für Menschen, die in solchen Branchen arbeiten, können Zinserh[+]öhungen daher eher schlecht sein. Für Beamte und Angestellte mit unbefristetem Vertrag und festem Arbeitsplatz[+] sind sie in dieser Hinsicht unbedeutend. Sie profitieren davon sogar, wenn sie dadurch für ihren Friseurbesuch oder ihre Liefer-Pizza nicht mehr Geld ausgeben müssen. Ein weiteres Beispiel: Für Sparer sind höhere Zinsen[+] eine gute Nachricht. Wer sich eine Wohnung kaufen möchte, dürfte aber nicht besonders erfreut sein.
Es sieht also nach einer Verzweiflungstat mit ungewissem Ausgang aus.

Hinweisen möchte ich inbesondere auf die Ähnlichkeit der Situation mit der Situation in den USA vor der Subprime-Krise 2007. Es hatten sich zu niedrigen Zinsen[+] und aufgrund eines Gesetzes der Regierung Clinton Menschen aus einkommensschwachen Schichten für den Erwerb von Eigentum[+] verschuldet. Die Zinsen[+] stiegen an, die Schuldner konnten - wie zu erwarten war - die Kredite nicht bedienen, Kredite fielen aus, Banken[+] gerieten in Schieflage und vertickten wie Goldman-Sachs die faulen Schuldverhältnisse in die ganze Welt.

Das Ergebnis war die €-Krise 2012.

Politik direkt | Der Krisenmanager - Finanzminister Steinbrück und die Bankenkrise[+]: Er eilt in diesen Tagen von einer Krisensitzung zur nächsten: Finanzminister Peer Steinbrück. Die weltweite Bankenkrise[+] trifft mit voller Wucht Europa und De...; Schlüsselworte: Deutsche, Welle, DW-TV, Politik, direkt;
Heute ist es sehr ähnlich. Es haben sich sehr viele Leute zu niedrigsten Zinsen[+], gerade zum Erwerb von Immobillien verschuldet, und jetzt steigen die Zinsen[+] an. Wie sollen denn außerdem die Staaten die Folgen von Pandemie und die Kriegsfolgen bewältigen können?

Aber die Leute lehnen die Negativzinsen ab.

Da fällt mir ein berühmtes Zitat ein, das David Rockefeller nachgesagt wird:
"Wir stehen am Rande einer weltweiten Umbildung, alles was wir brauchen, ist die richtige allumfassende Krise und die Nationen werden in die neue Weltordnung einwilligen." (Juni 1991)
Das ist natürlich verschwörungstheoretisches Gedöns. Wir wissen nicht genau, was Rockefeller gemeint hat. Ich wage zu bezweifeln, dass er dabei die Negativzinsen auf dem Schirm hatte. Das Zitat ist jedenfalls passend. Es sieht so aus, als provoziere man nun mit den wieder steigenden Zinsen[+] eine richtige, allumfassende Krise. Doch kann ich nur davor warnen: Wenn sich die sozialen Verhältnisse wieder weiter zuspitzen und der Staat in Handlungsnöte gerät, und das wird mit Sicherheit passieren, wenn die Zinsen[+] weiter ansteigen, dann werden Extremisten wieder mehr Zulauf haben.

Gnade uns Gott, wenn wir dieses Luziferexperiment, die „Reise“ der Christine Lagarde[+], wirklich wieder aufnehmen!
09. Juni 2022, 13:54:39
Die Vorsitzende des EZB-Rats, EZB[+]-Präsidentin Christine Lagarde[+], erläutert die Entscheidungen des Rates zur Geldpolitik[+]. Pressemitteilung vom 9. Juni 2022 hier.

Kurzzusammenfassung:
  • APP und PEPP enden am 1. Juli.
  • Anhebung der Leitzinsen[+] um 0,25 % in der nächsten Sitzung im Juli und noch einmal im September.
Da die Kaufkraft schon allein durch die Inflation[+] erheblich abnimmt, wird ein Anheben der Zinsen[+] eine noch größere Konsumzurückhaltung verursachen. Die Zeichen stehen also auf Rezession. Auf der anderen Seite wird es Geldvermögenden wieder leichter möglich sein, alleine von den Zinsen[+] auf ihre Ersparnisse zu leben.

Die Frage ist: Wer zahlt den Zins[+]? Antwort: Die Arbeitenden[+].

Es wird also ungemütlich für Schuldner, vgl. Aussagen von Merz und Lindner zu den Folgen steigender Zinsen[+] am 17.02.2022 bei Maybrit Illner.
Der EZB-Rat 2022.

ECB Governing Council Press Conference - 09 June 2022: ECB President Christine Lagarde[+] explained the Governing Council's monetary policy decisions and answered questions from journalists at the Governing Council ...; Schlüsselworte: ECB European Central Bank[+], ECB, Christine Lagarde[+], Governing Council, Press Conference, Live;

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