Die Dreifaltigkeit des Kapitalismus

Die Religion des Kapitalismus. Der Gott ist der Mammon, das Ritual ist das Sparen und das Opfer heißt Zins.
Die Dreifaltigkeit des Kapitalismus besteht
Zeitweilige Übertragung von Verfügungsrechten an einem eigentümlichen Gut gegen Zins (Kapitalismus) festgehalten in einem Vertrag.

In diesem Abschnitt soll die Wechselwirkung zwischen der christlichen und der kapitalistischen Dreifaltigkeit theoretisch untersucht werden.

Zunächst einmal ist festzustellen, dass die kapitalistische und die christliche Dreifaltigkeit auf den ersten Blick nicht direkt miteinander vergleichbar scheinen, weil sowohl das Eigentum als auch der Zins tot sind, während Gott und das Kind lebendig sind. Auf den zweiten Blick offenbart sich jedoch, dass sich beide Philosophien nur durch ein mathematisches Vorzeichen voneinander unterscheiden und darüber auf einander abbildbar sind.

Der Zins und das Kind

Der Nutzen ist das Kind des schöpferischen Prozesses. Bei positivem Zins geht dieser Nutzen in der Gründungs-Phase (quasi der „Geburt“ des Mittels) an das Kapital, bei negativem Zins leistet das Kapital Geburts-Hilfe und wird dabei „verzehrt“.
Im Kapitalismus entsteht aus einer Beziehung zwischen dem Leih-Geber und dem Leih-Nehmer Zins, der zum Leih-Geber hinfließt. In der Ideologie des Kapitalismus' ist der Zins der Preis für den zeitweiligen Besitz eines eigentümlichen Guts. Es besteht also eine Austausch-Beziehung und die ausgetauschten Güter sind Besitz und Zins.

Der Zins wird in der Regel erarbeitet, wobei der Begriff der Arbeit sich nicht auf menschliche Arbeit beschränkt, sondern auch tierische Arbeit, die Arbeit eines Öko-Systems und im weitesten Sinn physikalische Arbeit gemeint ist. Durch geschickte Verhandlung an seinen Märkten (bzw. den übrigen Beziehungen) kann der Leih-Nehmer die Zins-Schuld auf seine Markt-Partner übertragen.

Der positive Zins ist also in Wahrheit ein negativer Preis für Arbeit, denn der Unternehmer arbeitet bzw. lässt arbeiten und er gibt Zins, wenn man ihm glaubt (credere heißt glauben) und er einen Kredit abbezahlen „darf“.

Nun ist der Mensch anders betrachtet ein schöpferisches Wesen. In seinen Beziehungen entstehen Kinder. Die elementarste für das Fortbestehen der Menschen wichtigste dieser Beziehungen ist jene zwischen Mann und Frau. Aus diesen inter-sexuellen Beziehungen gehen leibliche Kinder hervor.

Das Bild der Zeugung von Kindern kann jedoch auch auf den kreativen (schöpferischen) Prozess in der Ökonomie übertragen werden. Der Mensch erschafft Mittel, die Zwecken dienen. Das Kind dieses schöpferischen Prozesses ist der Nutzen, also die (Wert-)Differenz zwischen dem Wert des Mittels und dem Wert des damit zugänglich gewordenen Zwecks.

Die Analyse des Nutzen-Flusses (Grafik rechts oben) zeigt, dass bei positivem Zins der Nutzen während der Geburt des Mittels vom bestehenden, zur Erschaffung des Mittels ausgeliehenen Kapital „abgesaugt“ wird. Ein Teil des Nutzens (des Kindes) wird also vom Kapital geraubt, bevor es dem Unternehmer und dem Konsumenten dient. Aus Sicht des Erschaffenden wird ihm ein Teil des Nutzens gestohlen, er wird ausgebeutet.

Bei negativem Zins hingegen gibt das Kapital den Zins zur Schaffung des Mittels hin. Der Nutzen (das Kind) ist ein Geschenk des Kapitals.

Die Verwirrung des Geistes

Der Begriff des Geistes hat eine inner-seelische (psychische) und eine zwischen-seelischen (soziale) Komponente. Die soziale Komponente ist die Kommunikation zwischen den Menschen, die psychische Komponente ist der Teil des Bewusst-Seins-Prozesses, der nicht oder nur schwach kausal mit der sozialen Wechselwirkung in Beziehung steht. Der psychische Teil des Geistes ist daher eher autonomer Natur während der soziale Teile signifikante Anteile von Heteronomie enthält. So ist beispielsweise das Hören von Sprache eine Form der Fremd-Bestimmung. Der innere Wahrnehmungs-Apparat des Bewusst-Seins reagiert auf das Gehörte und verarbeitet es, ohne dass man darauf Einfluss hat.

Man kann nicht nicht kommunizieren. - Paul Watzlawick.

Die Wirkung und Propagation von Lügen

Eine Lüge ist das Gegenteil zur Wahrheit.