Verträge und Beziehungen in einer Negativ-Zins-Wirtschaft

In der Betrachtung der Frage ,welche Wirkung negative Einlagezinsen auf das soziale Gefüge haben, geht man logischerweise von den Vermögen aus. Positive und negative Zinsen verursachen eine Einschränkung der Privatautonomie. Die Einschränkung der Autonomie des Besitzers eines materiellen Guts in Bezug auf den materiellen Wertverfall ist jedoch natürlich, weil in der Natur die „Zinsen“ aufgrund der Hauptsätze der Thermodynamik und der Energie und Massenerhaltung negativ sind. Der negative Zins belohnt bestimmte Verhaltensweisen und insbesondere den Aktiven, also den Unternehmer. Er bekommt Zins, wenn er bestimmte Zwecke anstrebt.

Überträgt man also das natürliche Prinzip negativer Zinsen auf eingelegtes Geld (Sparguthaben), so gerät ein Geldbesitzer unter den selben Zwang (Autonomieeinschränkung), unter den auch der Besitzer eines verderblichen Guts gerät. Die Auswahlmöglichkeiten, die der Besitzer eines Geldvermögens in M3 hat sind:

Eine maximale Hingabe des Zinses ist die Folge der Akzeptanz des negativen Einlagezinses. Die soziale Wirkung der Akzeptanz ist im Vergleich zu den anderen beiden Möglichkeiten am größten und im Sinne der Hingabe an die Gemeinschaft am positivsten.

Soziologisch betrachtet bedeuten die anderen beiden Möglichkeiten, ein Konsum oder eine Investition, das Herstellen einer zusätzlichen zeitweiligen Beziehung. Der negative Zins verursacht also unmittelbar eine Neigung in eine Marktbeziehung einzutreten, wenn die Abzinsung des Vermögens nicht akzeptiert wird.

Betrachtet man nun das Gleichgewicht von Geben und Nehmen (die Bilanz) bei negativem Zins in den zwei möglichen Marktbeziehungen, so bedeutet ein Konsum bei negativem Zins im Mittel eine relative Zinsnahme, denn bei negativem Zins enthalten die Preise der Konsumgüter einen kontinuierlich ansteigenden Negativzins-Anteil, eine Investition hingegen, abhängig vom Zins der Investition bei positivem Kredit/Investitionszins eine Zinsnahme, oder jedoch, auch bei negativem Kreditzins, eine Zinsgabe.

Betrachtet aus Sicht des Vermögenden, bedeuten Akzeptanz der negativen Einlagezinsen oder Investition zu negativem Kreditzins eine Hingabe an die Gemeinschaft, während ein Konsum eine Zinsnahme ist.

In der Betrachtung der Autonomie des Vermögenden ist die Akzeptanz die schwächste Form der Autonomie, während die aktive Suche nach einem Kreditnehmer ein höheres und der Konsum wohl das höchste Maß an Autonomieausübung besitzt.

Soziale Wirkung von Investitionen mit negativem Zins

Die passive (Akzeptanz der negativen Einlagezinsen) und die aktive Investition ermöglicht die Entstehung neuer Unternehmungen und erweitert das soziale Netzwerk um die Beziehungen (Verträge und Marktbeziehungen) der neu entstehenden Struktur. Ist der Kreditzins, der zur Entstehung der Struktur und seiner Beziehungen führt negativ, wird über den Kredit der Geldbetrag des negativen Zinses in das Netzwerk um die Struktur „gepumpt“.

Relativ gegenüber einem Kreditzins von 0% profitiert das Netzwerk also in der Höhe des Zinses. Ist der Kreditnehmer ein Unternehmer wird der Zins aufgrund seiner Entscheidungen auf die Knotenpunkte seines Netzwerks verteilt.

Umbau der sozailen Organisationen im Geld-Netzwerk. Wiederbelebung des Gemein-Wesens im sozialen Netzwerks und Umabau der Führung im geld-Netzwerk.