Negativzinswirtschaft als Geld- und Eigentumsordnung des Kommunismus

Karl Marx hat nicht genau gesagt, wie der Kommunismus aussieht. Um die gegenwärtige (August 2015) Entwicklung den Theorien Karl Marx' zuzuordnen, führe ich hier eine Auseinandersetzung mit den am besten bekannten Vorhersagen. Dazu nehme ich einen Wikipedia Artikel über Kommunismus zur Grundlage, denn Wikpedia Artikel werden ausführlich diskutiert und sind einem gründlichen Diskussionsprozess unterworfen. Die Zitate des Artikels sind abgesetzt und kursiv dargestellt.

„Kommunismus (lat. comunis „gemeinsam“) ist ein um 1840 in Frankreich entstandener politisch-ideologischer Begriff in mehreren Bedeutungen: Er bezeichnet gesellschaftstheoretische Utopien, beruhend auf Ideen sozialer Gleichheit und Freiheit aller Gesellschaftsmitglieder, auf der Basis von Gemeineigentum und kollektiver Problemlösung“ [...] sowie für „ökonomische und politische Lehren, mit dem Ziel eine herrschaftsfreie und klassenlose Gesellschaft zu errichten.“

Kommunismus bezeichnet also eine Utopie.

„Eine Utopie (der Nicht-Ort; aus altgriechisch ou- nicht und tópos Ort; vergleiche auch Dystopie und Atopie) ist der Entwurf einer fiktiven Gesellschaftsordnung, die nicht an zeitgenössische historisch-kulturelle Rahmenbedingungen gebunden ist.“

Auf dieser Internetseite beschäftige ich mich mit der Realisierung dieser Utopie. Wir hatten seit Marx noch nie negative nominale Zinsen in Deutschland. Insofern ist die Gesellschaftsordnung einer Negativzinswirtschaft während der Zeit positiver Zinsen (vgl. zu Zins-Soziologie) zunächst einmal eine Utopie, klar.

Das Ziel ist, eine herrschaftsfreie und klassenlose Gesellschaft zu errichten.

Wir beobachten dazu, dass u.a. die politischen Positionen der Klassen der SPD (Arbeiter) und der CDU (Kapitalisten) in 2015 nicht mehr scharf voneinander zu trennen sind. Anscheinend beobachten wir bereits die Überwindung von klassentrennenden Einflüssen. Dies ist auf das verschwindend niedrige Zins-Niveau zurück zu führen, das auch Dr. Schäubles schwarze 0 Ende 2014 möglich gemacht hat.

Weiter steht in dem Wikipedia Zitat, dass die Gesellschaftsordnung herrschaftsfrei sei. Nun.... die EU steht mit TISA tatsächlich kurz vor der Abschaffung, denn praktisch wird damit die Funktion der Staates komplett privatisiert. Wir sind im Kapitalismus sozialisiert worden. Deswegen erscheinen uns TTIP / CETA / TISA als eine Art Konzern- und Kapital-Feudalismus. In Wirklichkeit dienen TTIP / CETA / TISA jedoch der Realisierung der herrschaftslosen Gesellschaftsordnung des Kommunismus. Die Umverteilung von den etablierten Unternehmern zu den neuen („Start-Ups“), wird über den negativen Zins geschehen. Diese Gesellschaftsordnung erscheint uns aufgrund unserer Sozialisierung als Diktatur der Wirtschaft, die Regierung als eine Wirtschaftsregierung, in Wirklichkeit sind wir jedoch alle Unternehmer - auch der Arbeiter, und diese Gesellschaftsordnung ist unsere. Der Begriff Kommunismus bildete sich 1840, also 8 Jahre vor der Revolution 1848. In 2015 erkennen wir, dass die Grundlage des Kommunismus' die Negativzinswirtschaft ist.

Negativzinswirtschaft ist eben die Geld- und Eigentumsordnung und Wirtschaftsform des Kommunismus.

Zins, Werte und Umverteilung
in einer Negativzinswirtschaft fließt der Zins vom Kapital weg in die Unternehmen hin zu den Arbeitern. Die Löhne steigen und die Preise können sinken. Das Phänomen der „Verklumpung des Kapitals“ wird ersetzt durch das Phänomen der „Verklumpung von Arbeit“. Vernünftige Unternehmerische Initiative wird durch den Zins belont, Eigentum zinst ab und führt so zur Gründung von neuen Unternehmen. Das Horten von Geld (Verklumpung von Kapital) wird systematisch bestraft.
Die kollektive Problemlösung und die Umverteilung zeige ich in unten stehendem Bild (erster Kommentar). Die Leitzinsen in den Elmau G7 und Israel stehen an der Schwelle zur kommunistischen Wirtschaftsordnung Negativzinswirtschaft. Das Gemeineigentum betrifft den Artikel 14 unseres Grundgesetzes, der Enteignung zum Nutzen der Gemeinschaft ausdrücklich erlaubt. Ein negativer Zins ist praktisch eine schonende Enteignung, der ähnlich wirkt wie eine Vermögenssteuer.

„Nach der Theorie von Marx und dessen engem Weggefährten Friedrich Engels (1820-1895) könne sich der Kommunismus aus dem Kapitalismus, einer Wirtschaftsordnung, in der sich die Kapitalistenklasse und die Arbeiterklasse (Proletariat) als Gegner gegenüberstehen (Klassenkampf), nur durch eine revolutionäre Übergangsgesellschaft (Diktatur des Proletariats) entwickeln.[2][3] Während dieser Herrschaft der Arbeiterklasse werde das Privateigentum an den Produktionsmitteln und die damit einhergehende Ausbeutung aufgehoben.“

Diese Übergangsgesellschaft ist 2014 / 2015 bereits im Entstehen. In 2015 gab es bisher (Juli 2015) ein Vielfaches mehr Arbeitskämpfe als in den Jahren zuvor. Die Tarifpartner auf der Kapitalseite können dieses Phänomen vermutlich ungezwungen als „Diktatur des Proletariats“ bezeichnen.

„Der Theorie nach heben sich durch die Beseitigung des Privateigentums an den Produktionsmitteln nach und nach alle Klassengegensätze auf. Bei diesem Übergang zum klassenlosen Kommunismus werde der Staat, der ein Produkt der polit-ökonomischen Verhältnisse und Ausdruck der politischen Klassenherrschaft ist, nicht abgeschafft, sondern sterbe ab,[9][10] wenn er nicht mehr notwendig, also überflüssig werde.“

Siehe oben TTIP / CETA / TISA. Es fehlen nur noch ähnlich Abkommen mit Japan und Israel.

„Wie die Gesellschaftsform des Kommunismus, also die klassenlose Gesellschaft, genauer aussehen solle, wurde von Marx nicht vorgeschrieben, sondern werde sich der Theorie von Marx folgend anhand konkreter gesellschaftlicher Entwicklungen und Widersprüche zeigen. Den entwickelten Kommunismus skizziert Marx mit gesellschaftlichem Reichtum und dem Prinzip „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“.“

Genau das wird die ganze Zeit mehr oder weniger deutlich in den Medien diskutiert. Die Menschen sehnen sich nach einem Beruf, der ihren Fähigkeiten und ihrer Identität entspricht. Ich denke, dass es im Zeitalter des Internets leicht möglich sein wird, „jedem Topf seinen Deckel zu suchen“.

„Der Kommunismus wird von Marx auch als Ende der Vorgeschichte der Menschheit bezeichnet, weil die Menschen erst in dieser Gesellschaftsform ihre Geschichte bewusst und selbstständig gestalten können, anstatt von den historischen Gesetzmäßigkeiten ihrer vorhergehenden Gesellschaftsformen hinter ihren Rücken bestimmt zu werden.“

Wir wurden im Kapitalismus sozialisiert. Deswegen ist es so schwierig die gegenwärtige Entwicklung und TTIP / TISA / CETA im Lichte der Entwicklung hin zum Kommunismus und der Negativzinswirtschaft richtig einzuordnen. Dazu weise ich auf das Grundgesetz und den Zusammenhang des Gleichgewichts zwischen Autonomie (GG Artikel 1+2, Würde und die freie Entfaltung der Persönlichkeit, Privatautonomie) und Heteronomie (Kontrahierungsrecht/pflicht, pacta sunt servanda, §241 BGB) und dem Zins hin. Wir sind nach tausenden Jahren Kapitalismus in einen Zustand geraten, in dem die Heteronomie Teil unserer „kulturellen DNA“ geworden ist. Für eine Gesellschafts- und Wirtschaftsform in welcher die Autonomie und Kooperation überwiegend haben wir keine Erfahrungswerte. Diese müssen wir erst vorsichtig und langsam aufbauen, wir müssen Ängste vor selbstbestimmtem Handeln erkennen und abbauen.

Zuletzt möchte ich auf das wohl berühmteste Zitat Immanuel Kants hinweisen:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude!