Die Negativ-Zins-Wirtschaft in der Bibel

Liest man die Bibel unter der Annahme, dass der Sündenfall in Wahrheit der Beginn des Kapitalismus ist, so offenbaren sich eine Fülle von Deutungen des alten und neuen Testaments. An dieser Stelle sollen nun einige der möglichen Deutungen von Textstellen des neuen Testaments gegeben werden, die die postkapitalistische Negativ-Zins-Wirtschaft beschreiben.

EZB Gebäude in Frankfurt Der Umbruch der Zeiten ist der Übergang des alten zum neuen Testament. Der Kaptialismus gipfelt im Erscheinen Jesus', der den Weg in die andere Geld- und Eigentumsordnung weist. Der Kern dieser neuen Ordnung ist das Teilen (Almosen) bzw. die Zakat im Islam. Almosen und Zakat sind mathematisch als negative Zinsen auf Vermögen zu bewerten. Almosen werden direkt an den Nächtsen entrichtet, während die Zakat von der Kirche eingezogen wird und dann dort an Notleidende weitergegeben wird.

Die Kirchen des Kapitalismus sind die Banken. Dort bekommen die Sparer ihre Zinsen von den Kreditnehmern. Die Funktion der Banken ist im Wesentlichen eine Vermittelnde und trotzdem verdienen sie an den Krediten kräftig mit.

Der Götze im Kapitalismus ist das Kapital. Zu ihm fließt der Zins bei eingehaltenen Verträgen. Über den Schutz des Eigentums wacht der Staat.

Sie sehen hier nun schon wieder, dass die Negativ-Zins-Wirtschaft in Wahrheit in 2016 schon 1983 Jahre alt ist! Vor 1983 Jahren gab es natürlich nicht die Banken, so wie es sie heute gibt. Der Kapitalismus war also viel einfacher, denn es wurde nur Geld verliehen, das physisch auch existierte (sog. Vollgeld). Die sozial-psychologische Wirkung, die durch den positiven Zins verursacht wird war jedoch die gleiche - damals wir heute.

Die Verträge in denen Geld fließt, bilden ein Netz, das die Menschen untereinander verbindet. Die Kanten dieses Netzwerks sind die Verträge in denen Geld gegen Eigentums- und Besitzgüter getauscht wird. In Hinblick auf alle Austauschbeziehungen, die die Menschen untereinander haben ist das „Geld-Netz“ komplementär zu allen anderen Beziehungen.

Im Netzwerk des Geldes (die Wirtschaft) herrscht das Eigentum mit Hilfe des Zinses und eingehaltenen Verträgen und verzerrt die natürlichen Verhaltensweisen der Menschen. Die Werte nach denen sich die Menschen im System des Kapitalismus verhalten müssen um dauerhaft überleben zu können sind (u.a.) Sparsamkeit, Belohnungsaufschub, Leistungsbereitschaft, Konkurrenz und Wettbewerb, Pflichtbewusstsein und Ordnungsaffinität.

Belohnt wird außerdem in bestimmten Kontexten das analytische, also zerlegende und bivalente Denken, die Spaltung sozialer Netzwerke auch mithilfe der Sprache und die Akzeptanz der Fremdbestimmung.

Der Teufel ist eine Spalter und Verwirrer, der Unruhe stiftet und die Wirkmechanismen des Kapitalismus verschleiert. Er verführt die Menschen zur Sünde, verwirrt ihren Geist und verhärtet ihre Herzen.

Die Wirkung des Zinses ist seit Salomon verschleiert (Könige 8:12). Die Komplexität der Wirkung kennt nur der Wissende. Um eine Brücke für die nicht Wissenden zu schlagen benutzt Jesus Gleichnisse, Metaphern und Analogien.

  1. „Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht.“
  2. „Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die da sagt (Jesaja 6,9-10): »Mit den Ohren werdet ihr hören und werdet es nicht verstehen; und mit sehenden Augen werdet ihr sehen und werdet es nicht erkennen.
  3. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt: Ihre Ohren hören schwer und ihre Augen sind geschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren, und ich ihnen helfe.«
  4. „Aber selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören.“
  5. „Wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben begehrt, zu sehen, was ihr seht, und haben's nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben's nicht gehört. “

Jesus versucht so erklären, dass man eben genau zuhören und zusehen muss, damit sich der Sinn seiner Worte erschließt. Viele Gelehrte und Propheten haben genau nach dem Wissen gestrebt, dass Jesus besaß und nun versucht an seine Zuhörer und Zuseher weiter zugeben.

Der Kern dieses Wissens ist eine Geld- und Eigentumsordnung, die auf negativen Zinsen beruht, denn Almosen sind eine Abgabe von Vermögen.

Eine Theorie der sozialen Netzwerke benötigt eine einfach allgemein verständliche Terminologie in der die Phänomene beschrieben werden können, die der Kapitalismus hervorbringt. Diese Terminologie ist die christliche Dreifaltigkeit mit der Netzwerke, ihre Knoten, Kanten und Kind-Knoten beschrieben werden können.

Mathematisch sind die einzelnen Knoten des Netzwerks die einzelnen Menschen und die einzelnen nicht-menschlichen Lebewesen. Die Kanten des Netzwerks sind die Beziehungen der Knoten untereinander. Entlang der Kanten gibt es die Kommunikation und Austausch als wesentlichen Teil des Geistes. Das ganze Netzwerk ist Gott.

Um nicht religiöse Gefühle zu verletzen, sei hier vorsichtshalber angemerkt, dass die hier vollzogene Abbildung der Dreifaltigkeit auf die eher mathematisch technische Sprache von Netzwerken und sozialen Graphen natürlich eine Reduktion ist.

Beziehungen sind viel mehr als nur Kanten in einem Netzwerk.

Jesus versuchte den Menschen ihr Sozialverhalten zu erklären, das sich aus dem Kapitalismus ergab. Der Kapitalismus ist eine über-natürliche Spielregel (Erläuterung weiter unten), so wie der Teufel ein über-natürliches Wesen ist. Für das Verhalten der Menschen aufgrund des Kapitalismus gibt es deswegen in der Natur keine Entsprechung. Jesus erkannte die durch den Zins verursachten Verzerrungen, bzw. Polarisierungen und Werte des Sozialverhaltens und kehrte sie in ihr jeweiliges Gegenteil um. Auf diese Weise ergaben sich die von ihm gepredigten christlichen Werte, die den Werten des Kapitalismus gegenüberstehen (Übersichtsgrafik unten rechts).

Diese christlichen Werte ergeben sich als Gegenteile der sytemisch belohnten Verhaltens-Werte des Kapitalismus (positver Zins). Um das gesamte Sozialverhalten zu beschreiben benutzt Jesus aufgrund der Komplexität der ökonomischen Zusammenhänge Gleichnisse, die aufgrund des natürlichen negativen Zinses Entsprechungen in der Natur haben. Die Komplexität der aus Almosen (bzw. negativen Zinsen) resultierenden Geld- und Eigentumsordnung wird also durch die Gleichnisse überbrückt.

Vom Sämann

Matthäus Kapitel 13 beginnt mit dem Bild vom Sämann.

  1. An demselben Tage ging Jesus aus dem Hause und setzte sich an den See.
  2. Und es versammelte sich eine große Menge bei ihm, sodass er in ein Boot stieg und sich setzte, und alles Volk stand am Ufer.
  3. Und er redete vieles zu ihnen in Gleichnissen und sprach: „Siehe, es ging ein Sämann aus zu säen.“
  4. „Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg; da kamen die Vögel und fraßen's auf.“
  5. „Einiges fiel auf felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte, und ging bald auf, weil es keine tiefe Erde hatte.“
  6. „Als aber die Sonne aufging, verwelkte es, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.“
  7. „Einiges fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen empor und erstickten's.“
  8. „Einiges fiel auf gutes Land und trug Frucht, einiges hundertfach, einiges sechzigfach, einiges dreißigfach.“
  9. „Wer Ohren hat, der höre!“

Die Aufklärung, die Jesus betreibt, vergleicht er mit der Tätigkeit eines Sämanns, der aufgeklärtes Wissen sät. In dieser Textstelle wird die Rezeption (die Aufnahme) des Wissens beschrieben.

Manchmal kommen Vögel und fressen die Saat. Die Vögel, die die Saat wegpicken, bevor sie im Boden aufgeht, verhindern also, dass die Pflanze überhaupt in den Boden gelangt. Vögel sind vielleicht Menschen, die Menschen, die etwas verstehen sollen, davon ablenken.

Der Erkenntnisprozess, der durch das Säen des Wissens verursacht werden soll, setzt voraus, dass der Mensch überhaupt schon einmal mit dem Gegenstand des Wissens zu tun hat. Wenn sich das Wissen nicht mit dem übrigen Denken und schon vorhandenem Wissen in Bezug auf die neuen Verknüpfungen verbinden kann, so ist es wie mit einer Aussaat, die auf steinigen Boden fällt. Die Triebe der jungen Pflanze dringen dann nicht ins Erdreich, dem schon vorhandenen Wissen vor.

Wie weiter unten ausgeführt passt das Bild des Sämanns jedoch auch auf einen Investor, der mit negativem Zins in einer Negativzinswirtschaft investiert.

Vom Sinn der Gleichnisse

Im folgenden Abschnitt von Matthäus Kapitel 13 gibt es eine Textstelle, die wie ein „magischer Code“ oder ein Marker gesehen werden kann. Der Sinn dieser Textstelle erschließt sich dem Wissenden und dieser kann das darauf Folgende richtig deuten, nämlich die Beschreibung, wie das Reich Gottes (das Himmelsreich, die Negativ-Zins-Wirtschaft) aussieht.

  1. Und die Jünger traten zu ihm und sprachen: „Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?“
  2. Er antwortete und sprach zu ihnen: „Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu verstehen, diesen aber ist's nicht gegeben.“
  3. „Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“
Diese Textstelle beschreibt zum Einen, dass die Komplexität der Wirkung des Zinses den meisten Menschen nur durch Gleichnisse vermittelt werden kann. Zum anderen bezieht sich die Antwort auf die Frage, warum Jesus in Gleichnissen spricht. Die Gleichnisse betreffen Aussaat von Samen und einfache, elementare Tätigkeiten, bei denen die Menschen noch mit den Regeln der Natur zu tun haben. Vielleicht waren damals nur noch solche Menschen, die noch wussten, wie die Natur funktioniert dazu in der Lage, die Gleichnisse aus ihrem jeweilgen Kontext auf die Regeln der Geld und Eigentumsordnung bei negativem Zins (Almosen, Teilen) abzubilden. Die Zuhörer erkannten die Prozesse vielleicht aus ihrem Alltag, die Jesus beschrieb.

Jesus sprach zu bodenständigen Menschen.

Der Kapitalismus ist ein unnatürlicher Mechanismus, denn es gibt in der Natur keine positiven Zinsen. Deswegen gibt es für den Kapitalismus auch kein Analogon in der Natur, das als Gleichnis herhalten kann. Zwar wird die Schlange mit ihrem Gift und ihrer gespaltenen Zunge immer wieder mit dem Bösen in Verbindung gebracht, das durch den Zins hervorgerufen wird, jedoch hilft in der Beschreibung nur eine Überlagerung mehrerer Bilder, die als Ganzes in der Natur jedoch keine Entsprechung findet.


Am ehesten können die Schlangen, also die vom Vermögen ausgehenden und sich im Vertragsnetz der Wirtschaft fortpflanzenden Zwänge (Zins-Schulden) als Hydra, also als ein vielköpfiges Schlangen-Fabelwesen bezeichnet werden.

Anders ist es jedoch mit der Negativ-Zins-Wirtschaft, die überall in der Natur beobachtbar ist. Ist der Zins-Fluss im Gegensatz zum Kapitalismus umgekehrt, fliesst der Zins vom toten Kapital zum Lebendigen. Genau dieser Prozess ist in der Natur an Zerfallsprozessen von Materie beobachtbar. In der Beschreibung dieser Prozesse werden sog. Halbwertszeiten benutzt, nach denen die Hälfte der vorhandenen Materie zerfallen ist. Die Exponenten dieser Zerfallsgesetze sind negativ. So gehen an Vorräte von z.B. Getreide, das zum Tauschen benutzt wurden Lebewesen heran und zersetzen die Materie.

Um das Himmelsreich vom damals existierenden Reich unterscheiden zu können, beschreibt Jesus das existierende Reich, also das Regelwerk des Kapitalismus und seine Wirkung mit der Formel in Vers 12, die glasklar auf den positiven Zins hindeutet:

Derjenige, der hat, dem wird noch Zins gegeben, wenn er sein Geld verleiht und wer nicht hat, der leiht und von dem wird Zins genommen.

Jesus redet im folgenden vom Himmelreich.

Wie man an dieser Stelle schon weiß, ist es in 2016 durch das Internet möglich, die Regel „der Zins ist negativ“ nach einem Verbot nicht abzinsbarer Zahlungsmittel zum allgemeinen Prinzip zu erheben. Die Ökonomie, die man somit erhält, verhält sich so, wie es Jesus im Folgenden beschreibt. Das Internet ist im Prinzip ein elektronisches Medium für den heiligen Geist, nämlich die Kommunikation und das Knüpfen neuer vertraglicher Beziehungen.

Die Deutung des Gleichnisses vom Sämann

Jesus deutet das Gleichnis des Sämanns:

  1. „So hört nun ihr dies Gleichnis von dem Sämann:“
  2. „Wenn jemand das Wort von dem Reich hört und nicht versteht, so kommt der Böse und reißt hinweg, was in sein Herz gesät ist; das ist der, bei dem auf den Weg gesät ist.“
  3. „Bei dem aber auf felsigen Boden gesät ist, das ist, der das Wort hört und es gleich mit Freuden aufnimmt;“
  4. „aber er hat keine Wurzel in sich, sondern er ist wetterwendisch; wenn sich Bedrängnis oder Verfolgung erhebt um des Wortes willen, so fällt er gleich ab.“
  5. „Bei dem aber unter die Dornen gesät ist, das ist, der das Wort hört, und die Sorge der Welt und der betrügerische Reichtum ersticken das Wort, und er bringt keine Frucht.“
  6. „Bei dem aber auf gutes Land gesät ist, das ist, der das Wort hört und versteht und dann auch Frucht bringt; und der eine trägt hundertfach, der andere sechzigfach, der dritte dreißigfach.“
Zinsabhängige Unternehmenskultur
Beim achtsamen Menschen, der zuhören und zusehen kann wird das Gesagte Frucht bringen und sich fortpflanzen. Die Frucht oder auch der Ertrag des Wissens ist das durch den negativen Zins Erschaffene. Die Frucht, das Kind im Sinn der Dreifaltigkeit, ist vielleicht ein Unternehmen, welches durch einen Negativzinskredit finanziert wurde und in gemeinsamer Arbeit enstanden ist.

Im übertragenden Sinn ist es das Produkt des Kredits, also die Frucht des Glaubens.

Vom Unkraut unter dem Weizen

  1. Er legte ihnen ein anderes Gleichnis vor und sprach: „Das Himmelreich gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte.“
  2. „Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut zwischen den Weizen und ging davon.“
  3. „Als nun die Saat wuchs und Frucht brachte, da fand sich auch das Unkraut.“
  4. „Da traten die Knechte zu dem Hausvater und sprachen: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?“
  5. „Er sprach zu ihnen: Das hat ein Feind getan. Da sprachen die Knechte: Willst du denn, dass wir hingehen und es ausjäten?“
  6. „Er sprach: Nein! Damit ihr nicht zugleich den Weizen mit ausrauft, wenn ihr das Unkraut ausjätet.“
  7. „Lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte; und um die Erntezeit will ich zu den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, damit man es verbrenne; aber den Weizen sammelt mir in meine Scheune.“
Mit Unkraut ist hier vielleicht falsches Wissen gemeint. Die Ernte könnte der Erlös einer Unternehmung sein. Unkraut ist also solches Wissen, welches keine guten Produkte hervorbringt. Jesus sagt jedoch, dass erst zur Erntezeit das Unkraut vom Weizen getrennt wird.

Von Senfkorn und Sauerteig

  1. Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: „Das Himmelreich gleicht einem Senfkorn, das ein Mensch nahm und auf seinen Acker säte;“
  2. „das ist das kleinste unter allen Samenkörnern; wenn es aber gewachsen ist, so ist es größer als alle Kräuter und wird ein Baum, sodass die Vögel unter dem Himmel kommen und wohnen in seinen Zweigen.“
  3. Ein anderes Gleichnis sagte er ihnen: „Das Himmelreich gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nahm und unter einen halben Zentner Mehl mengte, bis es ganz durchsäuert war.“

Die Bedeutung der Gleichnisse

  1. Das alles redete Jesus in Gleichnissen zu dem Volk, und ohne Gleichnisse redete er nichts zu ihnen,
  2. damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten, der da spricht (Psalm 78,2): »Ich will meinen Mund auftun in Gleichnissen und will aussprechen, was verborgen war vom Anfang der Welt an.«
Eine Anspielung an Könige 8:12.

Die Deutung des Gleichnisses vom Unkraut

  1. Da ließ Jesus das Volk gehen und kam heim. Und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: „Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker.“
  2. Er antwortete und sprach zu ihnen: „Der Menschensohn ist's, der den guten Samen sät.“
  3. „Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Reichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen.“
  4. „Der Feind, der es sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Welt. Die Schnitter sind die Engel.“
  5. „Wie man nun das Unkraut ausjätet und mit Feuer verbrennt, so wird's auch am Ende der Welt gehen.“
  6. „Der Menschensohn wird seine Engel senden, und sie werden sammeln aus seinem Reich alles, was zum Abfall verführt, und die da Unrecht tun,“
  7. „und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein.“
  8. „Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in ihres Vaters Reich. Wer Ohren hat, der höre!“

Vom Schatz im Acker und der kostbaren Perle

  1. „Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.“
  2. „Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte,“
  3. „und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.“

Vom Fischnetz

  1. „Wiederum gleicht das Himmelreich einem Netz, das ins Meer geworfen ist und Fische aller Art fängt.“
  2. „Wenn es aber voll ist, ziehen sie es heraus an das Ufer, setzen sich und lesen die guten in Gefäße zusammen, aber die schlechten werfen sie weg.“
  3. „So wird es auch am Ende der Welt gehen: Die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden“
  4. „und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappern sein.“
  5. „Habt ihr das alles verstanden?“ Sie antworteten: „Ja.“
  6. Da sprach er: „Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.“

Die Verwerfung Jesu in Nazareth

  1. Und es begab sich, als Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, dass er davonging
  2. und kam in seine Vaterstadt und lehrte sie in ihrer Synagoge, sodass sie sich entsetzten und fragten: „Woher hat dieser solche Weisheit und solche Taten?“
  3. „Ist er nicht der Sohn des Zimmermanns? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakobus und Josef und Simon und Judas?“
  4. „Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Woher kommt ihm denn das alles?“
  5. Und sie ärgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: „Ein Prophet gilt nirgends weniger als in seinem Vaterland und in seinem Hause.“
  6. Und er tat dort nicht viele Zeichen wegen ihres Unglaubens.

Wovon redet der Kerl eigentlich, ist er verrückt? Ja, er ist verrückt. Er hat eine andere Perspektive und ist auf diese Perspektive verrückt. Es gibt eine Perspektive, von der aus der Kapitalismus relativ leicht begriffen werden kann. Mose benutzte dazu das Gleichnis / die Metapher einer Schlange, die am Schwanz hochgehoben wird. Und weil Jesus die Schlange am Schwanz hatte und etwas begreift, dass das Unterbewusstsein der meisten Menschen betraf, erschien er ihnen vielleicht als verrückt, er war es jedoch nicht, im Gegenteil!