Ursprung des Wettbewerbsverhaltens

Um den Ursprung des Wettbewerbsgedankens zu verstehen und woher unser Konkurrenzverhalten stammt betrachten Sie bitte folgende Grafik:

The figure shows the true origin of the competitative behaviour in a positive interest rate economy and how it could be (cooperation) under negative interest rates. U = entrepreneur, worker (Unternehmer, Arbeiter). An established entrepreneur accumulates capital (S = Investor, Sparer). In case of positive interest, the accumulated capital suppresses the formation of new enterprises whereas in a negative interest economy the formation of new enterprises is supported by the success of the established accumulated capital.
Sie sehen hier links die Situation im Kapitalismus bei der der Erfolg eines etablierten Unternehmer immer höhere Zinsschwellen für Start-ups und sogar für Branchen-ferne Start-ups erzeugt. Das Bankennetz wirkt dabei als katalytische Reaktionsoberfläche, die (Vertrags-)Kanäle zum Zins-Absaugen erschafft.

Die Start-ups müssen also ein aggressives Geschäftsmodell haben um gegen die etablierten profitablen Unternehmen anzukommen. Daraus resultiert eine die Verarmung der Unternehmenskultur.

Es gibt ja wirklich Leute, die glauben, dass das mit der Konkurrenz und dem Leistungsdruck/gedanken eine kulturelle Sache sei.

Ich glaube, Menschen können beides: konkurrieren und kooperieren, und zwar nicht nur entweder-oder (schwarz/weiss, bivalente Logik), sondern sowohl-als-auch (Grautöne).

So ist es in der Negativzinswirtschaft (rechte Seite der Grafik) genau anders herum: Der erfolgreiche Unternehmer unterstützt mit seinem Erfolg neue startups und eine Unternehmer Kultur entwickelt sich.

Die Dinge schließen sich also prinzipiell nicht aus, allerdings ist in einer rechststaatlichen Positivzins-Ökonomie Konkurrenz und Sparen eine Systemeigenschaft.

Vernunft und der Urzins Ludwig von Mises'

Der Urzins (in etwa die Vernünftigkeit der Investition) ist positiv, wenn der Wert des Zwecks (function/scope/purpose) den des Mittels (mean/agent/instrument) diesen zu erreichen übersteigt. Negative monetäre Zinsen erhält man, wenn im Gesamtkontext Geld für die Mittel fehlt, die im Gesamtkontext einen größeren Wert haben, als der des Zwecks im untergeordneten Kontext, wenn das Mittel also nicht nur eine Bestimmung (einen Zweck) hat. Auch bei negativen Monetär-Zinsen muss der Urzins (die Vernünftigkeit) positiv sein.


On the core of the capitalistic ideology and on the reasonability of positive and negative interest rates. Human decisions are guided by reason. As a measure for reasonability Ludwig von Mises suggests to use a "simple" calculus. The "Urzins" (original interest, reasonability) of an investment is obtained by relating the value of the function (scope, purpose) of a good accessible by the allocation of goods of a mean (agent, instrument) to the means value. The interest rate should be positive if the difference is positive (figure), i.e. reasonability is given if the value of the purpose supercedes the value of the mean needed to serve the purpose.
Der Urzins-Begriff geht u.a. zurück auf Ludwig von Mises, österreichische Schule der Nationalökonomie (Neo-Liberalismus). Eine Auseinandersetzung mit dem Originaltext finden sie hier.

Viele liberale Pseudo-Theoretiker glauben, der monetäre Zins könne nicht negativ werden und rechtfertigen dies mit dem immer positiven Urzins, also "der Vernunft".

Das ist aber leider zu kurz gedacht. Auf wikipedia und auch in den "Werken" der Neoliberalen fehlt eine gründliche Auseinandersetzung mit der gesamten Wirkung des Zinses.

Herleitung monetärer Zinsen aus dem Urzins

Menschliches Handeln verfolgt einen Zweck und zur Zweckerreichung werden Mittel benötigt.

Wenn der Wert des Zweckes größer ist als der Wert des Mittels diesen (den Zweck) zu erreichen, ist menschliches Handeln rational und der Urzins ist positiv. Das Urzins-Vorzeichen sagt also, ob es vernünftig ist.

Urzins = Zweckwert - Mittel-Wert

Beispiel

Zweck: ich will auf einem hohen Berg stehen und ihn bestiegen haben.

Mittel: ich quäle mich da rauf, sterbe fast und verliere einen Zeh.

Der Urzins ist nur dann positiv, wenn mir das auf-dem-Berg-stehen mehr wert ist als der Zeh (...dann ist es nach von Mises sogar rational.)

Interpretation

Übertragen auf eine realwirtschaftliche Investition ist der Urzins so etwas wie ein Urprofit, also eine Art ideeller Wertzuwachs für den Kapitalisten bzw. die Käufer seines Produkts, der seinen Ursprung in der "rationalen Kreativität" des Investor/Unternehmer Paars hat. In der relaen Welt ist eine Investition aber immer auch zerstörerisch und missbräuchlich, Josef Schumpeter spricht in diesem Zusammenhang von schöpferischer (kreativer) Zerstörung.

Missbräuche des monetären Zinses (Kapitalismusmissbrauch) geschehen, wenn das Mittel eigentlich einen höheren Wert hat als bei der Zins-Gestaltung auf dem Zins-Markt eingeräumt oder wenn der Zweck der Investition künstlich überhöht wird, beides führt letztendlich zur Beschädigung von Beziehungen des Mittels zu seiner Umwelt oder der Umwelt als Ganzem.

Principle examples of an abuse of an investment are shown in the second figure (left to right). In case of mean values being larger than the value of the function the investment causes waste or e.g. environmental damage.
Grundlage dieses Missbrauchs ist eine Komplexitätsreduktion die das Mittel nur einem Zweck unterordnet also auf einer bivalenten (schwarz-weiß) Logik beruht.

Herleitung positiver und negativer monetärer Zinsen

Der monetäre Zins wird gebildet wie der Urzins auch, allerdings nur für den null-ten Zyklus des Kredit-finanzierten Unternehmens. Der Zins nimmt im null-ten Zyklus (Unternehmensgründung) der Kreditgeber/Investor, in allen späteren Zyklen ist es der Gewinn des Unternehmers:

monetärer Zins = realer Zweckwert - realer Mittelwert (im null-ten Zyklus im Zinsmarktkontext)
Der monetäre Zins kann negativ werden, wenn der reale Wert des durch Kreditvergabe hergestellten Mittels (realer Mittelwert) im erreichbaren Teil des übergeordneten Kontextes einen zusätzlichen Wert hat, so dass der reale Mittel-Wert
realer Mittel-Wert = realer Wert im Zinsmarktkontext + realer Wert (im übergeordneten Kontext ohne den Zinsmarktkontext)
größer wird, als der Wert des Zwecks im Zinsmarktkontext, also
realer Mittel-Wert (im gesamten Kontext) > realer Zweckwert (im Zinsmarktkontext),
Es folgt dann
monetärer Zins < 0.
Negative monetary interest rates (figure on the right) are obtained, if the value of the mean in the entire context supercedes the value of the function in the subordinated (interest market) context in which the interest rate is formed.
Ohne es intellektuell verstehen zu müssen, sind die Folgen der Positiv-Zins-Ökonomie mittlerweile global und lokal für Jedermann erkennbar: Es herrscht weitgehend Sklaverei (Kontrahierungszwang), die aber auch so gewollt ist, schließlich ist eine Funktion des Leitzinses die Auslösung eines Kontrahierungszwangs, was gleichbedeutend ist mit einer Einschränkung der Privatautonomie (der Würde nach Art. 1 GG).
Funktionen des Leitzins
Die von der Zentralbank verursachte Autonomieeinschränkung pflanzt sich im Wirtschaftsvertragsnetz fort und führt an der Basis der Pyramide zu heteronomen Lebenswirklichkeiten, unter denen die Menschen und ihr soziales Unternetz ("Umfeld") leiden.

Die konsequente Umsetzung des Art. 1 GG impliziert ein Gesetz, welches das Grundeinkommen sicherstellt. Nur in diesem sozial abgesicherten Grundzustand ist ein Mensch nicht mehr gezwungen Verträge zu unterschreiben, seine Privatautonomie (seine Würde) ist sichergestellt.

Es ist dann aber auch klar, dass die Leitzins/Geld-Politik der Zentralbank nicht mehr so greift wie vorher. Ich glaube, dass die Leute auch ungezwungen einer sinnvollen gemein- oder auch eigennützigen Beschäftigung nachgehen und auch Kredite zur Unternehmensgründung aufnehmen.

Um es zu verdeutlichen: Paradoxerweise haben in diesem Land also nur Obdachlose Würde. Einen Obdachlosen kann niemand mehr zwingen einen Vertrag zu unterschreiben. Wahrscheinlich kommt daher der unbewusste Neid, den manche Menschen Obdachlosen entgegenbringen!

Wer es immer noch nicht glaubt, dem sei folgender Selbsttest empfohlen: Kündigen Sie alle Ihre Verträge und versuchen Sie dann Ihre Würde zu behalten. Sie werden dann erkennen welchen Wert das Papier hat, auf dem der Verfassungstext zu Art. 1 und 2 steht.

Ursprung (Origin) der bivalenten Logik

Auch der Ursprung der bivalenten Logik im wirtschaftlichen Handeln lässt sich im Zins finden. Der Wert vieler Mittel, vor allem natürlicher lebendiger Ressourcen ist im Prinzip unmessbar groß, denn man kann ja in der Gegenwart nicht genau wissen, welche Wirkung das nicht wirtschaftlich funktionalisierte Mittel in der Zukunft oder in der Gegenwart hat (hier der Konflikt mit Zeitpräferenz bei der Befriedigung gegenwärtiger und künftiger Bedürfnisse, Marshmallow-Test).

Origin of bivalent (black/white) thinking in classical (neo-liberal) economics. The rationalistic thinking is based on a complexity reduction. The "complex thing" is divided / split into 2 pieces (black and white). If this complexity reduction, i.e. "the mean shall only serve one purpose", is basis of economic action, it causes a relational poverty, because the relations between the privatizable and the socializable functions of the mean are cut. The true interest rate is negative but in principle unmeasurable, as the means value. What is the influence on society?
Auch Urzins ist somit unmessbar. Der monetäre Zins müsste im Prinzip "vorsichtshalber" negativ gewählt werden, denn man im Prinzip nie genau wissen, was man mit der Investition eigentlich tut.
The interest rate affects the fundamental balance between autonomy and heteronomy of human beings, groups and even whole states. After a long time of economical action under the rule of law with positive interest, heteronomy for a vast majority of people prevails.

This is the situation in cities of the EU, USA and Japan and it is further spreading over the whole globe. Some sort of rational wealth comes with capitalism, but also crises, severe environmental damages and mental poverty.

Marx called negative interest rate economies communistic. In the transition from positive to negative interest rates the organisational pattern changes from the pyramid structure to a more organic or systemic pattern (councils).